Wurde in der Tschechischen Republik Nowitschok hergestellt?


Grafik: TP
Präsident Zeman sagt ja, die Regierung nein, der Leiter des Militärforschungsinstituts musste zurücktreten

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Bei dem offenen Konflikt zwischen der OPCW mit ihrem Direktor Ahmet Üzümcü, über die Menge des beim Anschlag auf die beiden Skripals verwendeten Nervengifts, ging es vor allem darum, ob das Nowitschok in militärischen Mengen oder nur zu Forschungszwecken hergestellt wurde. Der aus der Türkei stammende Direktor hatte erklärt, es habe sich um 50-100 Gramm gehandelt, was auf einen militärischen Hintergrund – und damit auf Russland – hinweise, da man zu Forschungszwecken nicht so viel brauche. Ein OPCW-Sprecher korrigierte den Direktor scharf. Man könne die Menge nicht genau bestimmen, es handele sich wahrscheinlich nur um einige Milligramm (OPCW kritisiert den Direktor).

Hintergrund des Konflikts innerhalb der OPCW, der politische Interessen vermutlich beim Direktor offenbart, dürfte eine Äußerung des tschechischen Präsidenten Zeman kurz davor gewesen sein, dass in seinem Land erst im November 2017 zu Forschungszwecken ebenfalls Nowitschok hergestellt, wenn auch gleich wieder vernichtet worden sei. Er habe die Information vom Militärgeheimdienst, nach dem kleine Mengen von A230 zu Testzwecken im Militärforschungsinstitut in Brno hergestellt wurden – vielleicht sei es auch A234 gewesen.

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