Ältestes Zeugnis einer tödlichen Blutrache entdeckt


Dieser gespaltene Schädel wurde in einer Höhle in den Jerusalemer Bergen entdeckt Quelle: dpa
Israelische Wissenschaftler haben in den Jerusalemer Bergen einen gespaltenen Schädel und die Knochen einer Hand gefunden. Die Untersuchung zeigt, dass es sich um Spuren eines Auftragsmords handelt.

Von Florian Stark | DIE WELT

Die Blutrache gehört zu den ältesten Rechtsnormen der Menschheit. In der berühmten Gesetzessammlung, die König Hammurapi von Babylon um 1800 v. Chr. zusammenstellen ließ, heißt es: „Wenn ein Bürger ein Auge eines (anderen) Bürgers zerstört, soll man ihm ein Auge zerstören.“ Diesen Grundsatz hat sich mehr als ein Jahrtausend später das Alte Testament (3. Mose 24, 20) zu eigen gemacht. Erst Jesus hat in seiner Bergpredigt einen anderen Weg aufgezeigt („Liebet Eure Feinde!“).

Dass die Botschaft tausend Jahre später in der Gegend von Jerusalem noch keineswegs allgemein akzeptiert war, zeigt ein aktueller Fund. Der Archäologe Professor Boaz Zissu von der Universität Bar Ilan bei Tel Aviv entdeckte in einer Höhle in den Bergen einen gespaltenen Schädel und die Knochen einer Hand. Zusammen mit Jossi Nagar von der Israelischen Altertumsbehörde und dem Forensiker Chaim Cohen hat Zissu die grausige Entdeckung untersucht. Das Ergebnis klingt überzeugend: Es handelt sich um einen Auftragsmord im Sinn der Blutrache. Die Wissenschaftler gehen sogar so weit, die Skelettreste als ältesten nachgewiesenen Fall von Selbstjustiz zu deuten.

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