Nach antisemitischer Karikatur: Die «Süddeutsche Zeitung» trennt sich von Dieter Hanitzsch


Bayerns bekanntester Karikaturist hat Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu als kriegslüsternen Raketenmann mit wulstigen Lippen und Riesenohren dargestellt.

Marc Felix Serrao | Neue Zürcher Zeitung

Die «Süddeutsche Zeitung» hat sich mit sofortiger Wirkung von Dieter Hanitzsch getrennt, ihrem bekanntesten Karikaturisten. Das bestätigte Chefredaktor Wolfgang Krach am Donnerstag auf Anfrage im Gespräch mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Der Grund ist eine Zeichnung, die am Dienstag auf der Meinungsseite erschienen war und die gleich mehrere antisemitische Stereotype enthielt. Zu sehen war die israelische Gewinnerin des diesjährigen Eurovision Song Contest mit dem Gesicht von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu.

Nase und Ohren hatte Hanitzsch übertrieben gross gezeichnet; ein Stilmittel, das man in Deutschland vor allem aus nationalsozialistischen Hetzschriften gegen Juden kennt. Im Schriftzug des Song Contest prangte ein Davidstern, ebenso auf einer Rakete, die Netanyahu in der Hand hielt. «Nächstes Jahr in Jerusalem!», stand in einer Sprechblase – ein Wunsch, der am Ende des Pessachfests ausgesprochen wird und an den Auszug der Juden aus Ägypten erinnert. Der Gesamteindruck der Zeichnung war fatal, und der Protest kam schnell, nicht nur von jüdischen Verbänden.

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