Kirchenasyl: Kirche ignoriert Minister


Das Kirchenasyl bleibt ein Reizthema: Die Ansichten von Vertretern der Kirche und dem Innenministerium gehen weit auseinander. Quelle: Axel Heimken
Der Konflikt ums Kirchenasyl schwelt weiter: So hat sich die Zahl abgelehnter Asylbewerber, die in der evangelischen und katholischen Kirche Zuflucht gesucht haben, in den vergangenen Monaten nicht reduziert. Das teilte das Innenministerium KN-online mit.

Von Bastian Modrow | Kieler Nachrichten

Eine Aufforderung von Hans-Joachim Grote (CDU), zukünftig sensibler mit der Gewährung von Kirchenasyl umzugehen, blieb offenkundig ungehört. Grote hatte im Dezember des vergangenen Jahres mit seiner Kritik am Agieren der Kirchen für Wirbel gesorgt. Die „Tradition des Kirchenasyls“ stellt der Minister bis heute nicht in Frage. „Sie gehört zu unserem Weltbild und zu unserer Kultur“, sagt er. Allerdings müssten „Inhalte und Bedingungen an die derzeitigen Gegebenheiten angepasst sein.“ Und das bedeutet für ihn und die Mehrheit seiner Länderkollegen: Für Flüchtlinge, die im Zuge des sogenannten Dublin-Abkommens in das Land zurückkehren sollen, in dem sie die Europäische Union (EU) erstmals betreten haben, darf es kein Kirchenasyl geben. „Es geht nicht um Abschiebungen in Krisengebiete, sondern um die Verlegung von einem demokratischen Staat in einen anderen“, betont Grote.

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