Evangelische Kirche – Teufelsaustreibung im Netz


Die Kirche kehrt zu ihrer Kernkompetenz zurück: der Teufelsaustreibung / picture alliance
Wer sich vom Islam bedroht fühlt, der ist ein Rassist. Das erklärt die Evangelische Kirche und will gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung das Netz reinigen. Dahinter verbirgt sich ein knallharter theologischer Verdrängungswettbewerb.

Von Alexander Kissler | Cicero

Endlich kehrt die Kirche zu ihrer Kernkompetenz zurück: der Teufelsaustreibung. Dass es die evangelische Kirche ist, mag überraschen, traut man einen ordentlichen Exorzismus doch eher den Katholiken zu. Doch für Martin Luther war der Teufel bekanntlich die einzige irdische Autorität, die er akzeptierte.

Daran mag sich die Evangelische Akademie zu Berlin erinnert haben. Sie lädt neuerdings mit Unterstützung der Evangelischen Kirche in Deutschland dazu ein, Netzteufel dingfest zu machen. Netzteufel aber ist, wer sich des Kardinalsverbrechens der freien Meinungsäußerung schuldig gemacht hat.

Das Ziel: „toxische Narrative“ vernichten

Natürlich klingt es anders bei dieser vom Bundesfamilienministerium im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ geförderten Aktion. Man will „toxische Narrative“ aufstöbern, anprangern und am liebsten vernichten. Giftige Redeweisen – so wäre das modische Doppelwort zu übersetzen – trügen dazu bei, dass die schöne Welt ein schlimmer Ort werde und „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Namen des christlichen Glaubens“ wachse. An erster Stelle den „antimuslimischen Rassismus“ will die Evangelische Akademie unter ihrem Präsidenten, dem Historiker Paul Nolte, nicht länger hinnehmen.

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