Ruhrapostel sieht mögliche Erhöhung von Hartz IV skeptisch – Gefahr von „Hartz-IV-Tradition“


Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat auskömmliche Löhne im Niedriglohnsektor gefordert. Eine mögliche Erhöhung von Hartz-IV-Leistungen sieht er dagegen kritisch. Zugleich kündigte er „langfristig sicher“ einen Stellenabbau im Bistum an. 

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Eine mögliche Erhöhung von Hartz-IV-Leistungen sieht der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck skeptisch. Es bestehe die Gefahr, dass es in einem solchen Fall mehr Familien mit „regelrechter Hartz-IV-Tradition“ geben könnte, sagte Overbeck im Interview der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). „Auch deshalb, weil Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten, nicht viel mehr haben.“ Daher solle stärker über „Teilhabe und auskömmliche Löhne“ diskutiert werden. „Und dabei nicht vergessen, dass die meisten, die darüber reden, wie auch wir hier am Tisch, nicht selbst in der schwierigen Situation dieser Menschen sind.“

Auf die Frage, ob Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Recht gehabt habe, als er sagte, in Deutschland müsse wegen der Absicherung durch Hartz IV niemand hungern, sagte Overbeck: „Das ist mir zu extrem und unpassend mit Blick auf die vielen Menschen, die es sehr schwer haben, ihren Alltag zu bewältigen.“ Der Staat ermögliche mit Hartz IV, „was geht“. Die Sozialleistung liege allerdings am Rande des Existenzminimums und manchmal darunter. Zugleich müssten Bezieher von Hartz IV „einen Anreiz haben, da wieder herauszukommen“.

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