Aurora Humanitarian Index: Mythen über Migranten – und wie die Realität aussieht


Die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind Kinder, hier in einem Lager im Irak.Imago/Florian Gaertner
Die meisten Flüchtlinge leben im Süden, nicht in den entwickelten Ländern: Der Aurora Humanitarian Index deckt diese und andere Fehleinschätzungen zu Migration und Flucht auf.

Von Dorothee Nolte | DER TAGESSPIEGEL

Über die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind Kinder – aber kaum jemand weiß das. Die meisten Menschen glauben, Kinder stellten etwa ein Drittel der Geflüchteten, wie es einem normalen Anteil an der Bevölkerung entspräche. Diese Fehleinschätzung hat möglicherweise fatale Folgen: Denn Menschen sind sehr viel eher bereit zu helfen, wenn es um Kinder geht. Wüssten sie, wie sehr Kinder von den weltweiten Fluchtbewegungen betroffen sind – würden sie dann mehr spenden?

Mit Sicherheit lässt sich das nicht sagen, aber der „Aurora Humanitarian Index“ bemüht sich immerhin, die Einstellungen von Menschen zu Flucht und Migration zu erforschen, Fehleinschätzungen aufzudecken und daraus Folgerungen für die Politik abzuleiten. Die aktuelle Auswertung, die jetzt in Berlin vorgestellt wurde, basiert auf knapp 11.000 Online-Interviews, die im März und April 2018 mit Menschen aus 12 Ländern geführt wurden – jeweils rund 1000 Menschen in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, USA, Argentinien, Japan, Armenien, Russland und der Türkei. Mit je 300 Befragten sind auch die Länder Iran, Kenia und Libanon dabei.

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