Vorurteile werden erst hergestellt


Chris Buck, „Let’s talk about race“, 2017. Foto: Chris Buck
Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden zeigt „Rassismus – Die Erfindung von Menschenrassen“ und denkt über die Gründe der Ausgrenzung nach.

Von Arno Widmann | Frankfurter Rundschau

Es ist eine gar nicht so große Ausstellung und ihre zentrale Botschaft hat man schnell verstanden. Sie steht schon im Untertitel: „Die Erfindung von Menschenrassen“. Rassen sind also nicht einfach da. Sie werden geschaffen. Sie werden gezüchtet. Wer einen Wachhund möchte, der kann sich Hunde kaufen, die exakt dafür gezüchtet wurden. Wer ein Schoßhündchen möchte, kann es haben. Seit Tausenden von Jahren werden Hunde nach den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen gezüchtet. Mal mit großem, mal mit weniger großem Erfolg.

Die Idee, dass das bei Menschen nicht viel anders sein könnte, liegt nahe. Schließlich gibt es sehr unterschiedliche Menschentypen. Es gibt die großen Schlanken, es gibt Pykniker und es gibt die Athleten. Es gibt die Glatthaarigen und die Kraushaarigen, die Langnasen und die mit den flachen Gesichtern. Es gibt Weiße und Schwarze. Und es gibt die „natürliche Zuchtwahl“. Jedenfalls sah das Charles Darwin so. Er erklärte: „Die Erhaltung günstiger individueller Verschiedenheiten und Abänderungen und die Zerstörung jener, welche nachteilig sind, ist es, was ich natürliche Zuchtwahl nenne oder Überleben des Passendsten.“

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