Forschungsprojekt über religiöse Radikalisierung

Ein auf zwei Jahre angelegtes Forschungsprojekt der Universitäten Bielefeld und Osnabrück untersucht die Rolle der Religiosität bei der Radikalisierung junger Muslime.

Dr. Michael Utsch | EZW

Im Projekt werden die umstrittenen Fragen diskutiert, ob junge Muslime aufgrund ihrer religiösen Orientierung besonders empfänglich für radikale Botschaften sind, ob Radikalisierungsprozesse mit einer „richtigen“ religiösen Unterweisung unterbunden werden können und ob Moscheegemeinden mit ihrer Bildungsarbeit aktuell ein Korrektiv bilden.

Gefördert wird das Vorhaben mit 397.000 Euro vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Förderung schließt an ein Projekt über junge Menschen im gewaltbereiten Islamismus an, fokussiert jetzt aber den Einfluss religiöser Bindungen und Orientierungen und den Prozess der Radikalisierung. Keinesfalls könne Radikalisierung pauschal auf einen Generalfaktor Religion zurückgeführt werden, so die Forscher. Deshalb wird die Religiosität der Befragten differenziert nach inhaltlichen und persönlichkeitsspezifischen Dimensionen untersucht.

Das Forschungsprojekt des Instituts für Islamische Theologie (Universität Osnabrück) und des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (Universität Bielefeld) untersucht den Faktor Religion in Radikalisierungsprozessen junger Menschen aus einer islamwissenschaftlichen, theologischen, erziehungswissenschaftlichen und sozialpsychologischen Perspektive. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.

Advertisements

Atheisten – Terroristen? Die arabischen Regime suchen ihre Feinde am falschen Ort

Kairos Moscheen sind schön – aber für Atheisten senden sie eine bedrohliche Botschaft aus. (Bild: Asmaa Waguih / Reuters)
Wer sich von Gott abwendet, hat in muslimischen Gesellschaften einen schweren Stand. In Ägypten wird Atheismus gerade als Straftatbestand festgeschrieben, Saudiarabien unterstellt ihn sogar dem Terrorgesetz.

Kacem El Ghazzali | Neue Zürcher Zeitung

Es gibt eine Sache, worüber bei den meisten politischen Mächten in der islamischen Welt Einigkeit herrscht: In der Verteufelung und Unterdrückung von Atheisten sind Regierungen wie Oppositionsparteien auf Augenhöhe. Es ist keineswegs übertrieben, zu behaupten, dass ein Bekenntnis zum Atheismus in muslimischen Ländern mehr Mut erfordert, als den Umsturz von Monarchien oder einen Regimewechsel zu verlangen.

Atheisten werden in islamischen Ländern nicht nur häufig ausgegrenzt und geächtet, sondern auch des Terrorismus bezichtigt oder als «soziale Gefahr» gerichtlich belangt. Saudiarabien etwa hat den Atheismus in sein Terrorgesetz mit aufgenommen. Unter der Kuppel des ägyptischen Parlaments arbeiten die Minister gerade an einem Gesetzentwurf zur Kriminalisierung des Atheismus. Gemeinsam mit der Al-Azhar-Universität, der höchsten religiösen Autorität im Land, berät das Religionskomitee über Strafmassnahmen, die Atheisten zukünftig abschrecken sollen.

weiterlesen

Der Juden evangelikale Freunde

Viele liberale Juden sind über die Unterstützung von Amerikas Evangelikalen für Israels Rechte besorgt. (Bild: Lior Mizrahi / Getty)
Zu den eifrigsten Helfern der israelischen Rechten gehören paradoxerweise die protestantischen amerikanischen Fundamentalisten, deren Nähe auch Donald Trump sucht. Die liberale jüdische Elite ist entsetzt.

Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Er schloss die Augen und betete. Robert Jeffress, evangelikaler Prediger aus Texas, war einer der ganz grossen Stars bei der Feier zur Einweihung der neuen amerikanischen Botschaft in Jerusalem, und wer Pathos erwartet hatte, kam auf seine Rechnung. Gott, sagte Jeffress, habe vor 4000 Jahren zu seinem Diener Abraham gesagt, er werde ihn zum Vater einer grossen Nation machen, durch die die ganze Welt «geheiligt» werde. Vor 70 Jahren habe Gott uralte «Prophetien von Propheten» wahr gemacht und sein Volk in diesem Gelobten Land wieder vereint. Zu danken sei Ministerpräsident Netanyahu für seine Führerschaft und seine Entschlossenheit, alles zu tun, um sein Volk zu beschützen. Lob gönnte Jeffress zudem Botschafter Friedman und natürlich auch Donald Trump, der stets auf der «richtigen Seite der Geschichte» stehe und, noch wichtiger, gleich neben Gott, wenn es um Israel gehe.

weiterlesen

Passkontrolle bei der Einreise nach Bayern?

Foto: MichaSpa. Lizenz: CC BY-SA 4.0
Der Freistaat Bayern scheint inzwischen von Feinden umgeben, gegen die man sich schützen will und kontrolliert mit beachtlichem Personalaufwand Fernbusse an den innerdeutschen Grenze

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Unter der innerdeutschen Grenze verstand man über Jahrzehnte die Grenze zwischen der BRD und der DDR. Seit geraumer Zeit wird auch die bayrischen Außengrenze zu Baden-Württemberg überwacht, als würde man sich in München vor dem Einschleppen von Gefährdern aus Baden-Württemberg schützen wollen. Da werden Fernbusse, die (wie der IC-Bus aus Zürich oder der FlixBus aus Freiburg kommend) nach München fahren auf den Parkplatz bei der Gaststätte „Zum fliegenden Bauern“ in Wildberg bei Weißensberg umgeleitet. Dort wird dann die Fahrt des knapp halbvollen Busses für eine gute dreiviertel Stunde unterbrochen, um die Ausweispapiere einzusammeln und diese einzuscannen. In der Zeit schnüffelt sich dann noch ein Drogenhund durch das Gepäck.

Zum Einsatz kamen etwa zehn Polizeikräfte, die nach Aussagen vor Ort teilweise der bayerischen Landespolizei und teilweise der Bundespolizei angehört haben sollen. Rein rechtlich könnten die Kräfte der Bundespolizei an dieser Stelle im Rahmen einer sogenannten Schleierfahndung eingesetzt werden. Die Schleierfahndung der Bundespolizei ist in einer 30 Kilometer breiten Zone entlang der Grenzen der BRD möglich.

weiterlesen

Kohlekraft: Stilllegung nutzt der Gesundheit

Werden Kohlekraftwerke stillgelegt, sinkt in ihrem Umfeld die Zahl der Frühgeburten. © Danicek/ thinkstock
Positiver Effekt: Wenn alte Kohlekraftwerke geschlossen werden, profitiert nicht nur das Klima. Auch die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Anwohner bessert sich messbar, wie zwei Studien aus Kalifornien nahelegen. Die Zahl der Frühgeburten im Umfeld von acht Kraftwerken sank dort um 20 bis 25 Prozent, nachdem diese stillgelegt wurden. Zudem wurden auch mehr Kinder lebend geboren, wie die Forscher berichten.

scinexx

Über die Stilllegung alter Kohlekraftwerke wird vor allem in Deutschland heftig debattiert. Denn gerade diese Kraftwerke stoßen gemessen an ihrer Stromproduktion besonders viel Kohlendioxid aus und heizen damit den Klimawandel weiter an. Ein großer Teil der weltweiten CO2-Emissionen geht daher heute auf die Nutzung von Kohle zurück. Dass ein Kohleausstieg und ein Umschalten auf weniger CO2-intensive Technologien den Klimaschutz voranbringen kann, hat Großbritannien in den letzten Jahren demonstriert.

weiterlesen

Iran: Rouhani fordert Aufhebung des Stadionverbots für Irans Frauen

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat eine Aufhebung des Stadionverbots für Frauen gefordert. „Im Islam gibt es zwischen Frauen und Männern keinen Unterschied … daher sollte Frauen auch erlaubt werden, an sportlichen Wettbewerben teilzunehmen“, sagte Rouhani am Dienstag.

derStandard.at

. Eine Aufhebung des fast 40-jährigen Stadionverbots wäre seiner Einschätzung nach weltweit auch eine gute Werbung für die Rolle der Frauen im Islam.

Rouhani wies die Rechtfertigung der Kleriker für das Verbot zurück. Diese vertreten die Auffassung, dass muslimische Frauen besonders in Fußballstadien mit frenetischen männlichen Fans und vulgären Slogans nichts zu suchen haben. „Die Frauen können ja nicht bestraft werden, wenn Männer in den Stadien vulgäre Dinge schreien“, sagte Rouhani bei einem Treffen mit iranischen Sportlern im Präsidialamt.

weiterlesen

Marokkos Babys an betuchte Spanier verkauft

foto: apa/afp/antonio ruiz Der Grenzzaun zur spanischen Exklave Melilla im Norden Marokkos zieht immer wieder flüchtende Menschen an. Neue Recherchen zeigten auch den schrecklichen Menschenhandel mit Babys an jenem Ort auf.
Jahrzehntelange Praxis von Menschenhändlerringen aufgedeckt – Dunkelziffer hoch

Jan Marot | derStandard.at

In Spanien steht mit Eduardo V. am 26. Juni erstmals einer jener Ärzte vor Gericht, die beschuldigt werden, zwischen 1977 und 1985 mindestens 28 Babys aus Marokko geraubt und nach Spanien verkauft zu haben. Wenngleich offizielle Zahlen fehlen, geht man in Spanien, Frankreich und Marokko von hundertausenden ähnlich gelagerten Fällen, vor allem im faschistischen Spanien der 1930er- bis 1970er-Jahre, aber auch darüber hinaus, aus. Neugeborene wurden unter der falschen Angabe deren plötzlichen Todes ihren Müttern im Spital entwendet und an betuchte spanische Familien verkauft. Zwischen 1200 und 6000 Euro verlangten die Menschenhändler für die Erfüllung des Kinderwunsches. Neue Recherchen der spanischen Tageszeitung El Mundo zeigten nun, wie in Marokko ebenfalls ein Netzwerk aus Menschenschmugglern in Kliniken aktiv war und die Babys über die Nordafrikaenklave Melilla nach Spanien brachte.

weiterlesen

Als die Kirche politisch wurde

1933, Bischof Friedrich Coch, Vereinsgeistlicher d. Inneren Mission, Luth. Kirche Sachsen. Themenbild: fundamentalismus debatte .de
In den 1960er Jahren wurde die Kirche politisch. Junge Theologen kritisierten, dass Seelsorge und Rituale die menschenfeindlichen Folgen spätkapitalistischer Verhältnisse zudeckten. Der Einfluss der Umwälzungen vor 50 Jahren ist bis heute spürbar.

Klaus Koch | evangelisch.de

Die Wirkungsgeschichte der 1968er-Bewegung ist umstritten. Der CSU-Politiker Alexander Dobrindt etwa ist der Meinung, dass bis heute als Folge der damaligen Umwälzungen eine linke Meinungselite am Werk ist, die eine im Grunde bürgerliche Mehrheit beherrscht. Dagegen, so provozierte Dobrindt Anfang des Jahres, sei eine bürgerliche Revolution nötig. Und der CSU-Mann nimmt auch gleich das Christentum mit ins revolutionäre Boot: „Das Konservative und das Christliche sind keine Gegensätze, sondern bilden eine unauflösliche Einheit.“

Diese Einheit gab es einmal. Die hohe Zeit des Christlich-Konservativen war die Ära Adenauer. In den 1950er und frühen 1960er Jahren waren mehr als 90 Prozent der Westdeutschen Kirchenmitglieder, 50 Prozent der Katholiken besuchten den Gottesdienst. Die Volkskirchen definierten die gesellschaftlichen Normen in der Familienpolitik, bei den Rollenbildern von Mann und Frau, bei Sexualität, Erziehung und Bildung. Regelmäßig vor Wahlen verlasen die katholischen Hirten ihren Schäfchen einen Brief, in dem stand, wie sie zu wählen hatten: konservativ.

weiterlesen

Spanien holt sich in Deutschland bei Puigdemont eine blutige Nase

Der Oberste Gerichtshof hat sich in eine offenbar aussichtslose Situation manövriert. Bild: FDV/CC BY-SA-3.0
Zunächst frohlockten viele spanische Medien, dass der Staatsanwalt einen Haftbefehl gegen Carles Puigdemont und die Auslieferung wegen Rebellion forderte, doch die Absage kam postwendend und scharf

Ralf Streck | TELEPOLIS

Spanische Medien wie El Confidencial hatten darauf gehofft, dass Deutschland Puigdemont doch noch wegen Rebellion (gemeint ist eine Art Putsch) an das Land ausliefern würde, nur weil die Generalstaatsanwaltschaft Schleswig Holstein weiterhin den absurden Ausführungen und Gewaltphantasien der Spanier folgt. Dass das ihr Auftrag als Anklagebehörde ist, scheint man in Spanien nicht zu verstehen, wo die Staatsanwaltschaft bei Politikern oder Königstöchtern bisweilen wie die Verteidigung auftritt.

Statt schnell zu frohlocken, hätte man auch analysieren können, dass Anfang April sich genau das abgespielt hatte, was auch heute geschah. Doch das hätte eben zu einer realistischen Einschätzung geführt und keinen voreiligen Jubel aufkommen lassen. Denn im April hatte der Generalstaatsanwalt ebenfalls voll die Linie der spanischen Ankläger vertreten und wurde dafür in Windeseile abgeschmettert. Das Oberlandesgericht hielt die Rebellionsvorwürfe für „von vorneherein unzulässig“. Das war das erste große Desaster für die spanische Repressionspolitik.

Gestern ging es sogar noch viel schneller und klarer. Nur wenige Stunden brauchten die Richter des I. Strafsenats des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (OLG), um den Antrag der Staatsanwaltschaft abzulehnen. Sogar der Spiegel schreibt: „Eine deutlichere Abfuhr hätten sich Carles Puigdemonts Ankläger in ihrem zweiten Versuch kaum holen können.“ Das OLG sieht „keine Veranlassung“, den Haftbefehl gegen Puigdemont zu erweitern und den aus spanischem Zwang abgesetzten ehemaligen katalanischen Regierungschef wieder in Auslieferungshaft zu nehmen, wie es Spanien gerne gesehen hätte. „Carles Puigdemont bleibt auf freiem Fuß – Oberlandesgericht lehnt Antrag des Generalstaatsanwalts“ ab, ist der Titel der kurzen Pressemitteilung.

weiterlesen

Violinen: Stradivaris „singen“ wie Tenöre

Violinen von Stradivari wird ein ganz besonderer Klang nachgesagt. © Metropolitan Museum of Art
Stimme als Vorbild: Der Wohlklang der berühmten Geigen von Stradivari und Amati kommt nicht von ungefähr, wie eine Analyse ihres Klangspektrums enthüllt. Die alten Geigenbaumeister konstruierten ihre Violinen demnach bewusst so, dass sie wie die menschliche Singstimme klingen. Interessant auch: Der Klang der frühesten Geigen ähnelt eher der männlichen Bariton- und Bassstimme. Stradivari dagegen imitierte mit seinen Instrumenten die etwas höhere Tenor- und Altstimme.

scinexx

Ob Stradivari, Amati oder Guarneri – die Violinen aus der Blütezeit des italienischen Geigenbaus gelten bis heute als besonders wohltönend. Worin das Geheimnis ihres Klangs liegt, ist jedoch bis heute nur in Teilen geklärt. So scheinen unter anderem die Form des Schallochs sowie das Holz und seine Vorbehandlung eine wichtige Rolle zu spielen. Auch ein Pilzbefall des Holzes trägt zum Wohlklang der Instrumente bei.

weiterlesen

Alarm auf Mallorca: Giftqualle vor Palma gesichtet

Imago
Die Portugiesische Galeere gilt als äußerst giftig. An der Ostküste Spaniens wurden Exemplare dieser Quallenart an Land gespült, worauf Strände in einer Länge von 100 Kilometer gesperrt wurden. Nun gibt es Quallenalarm auch auf Mallorca.

Die Presse.com

Quallen-Alarm kurz vor Sommerbeginn auf Mallorca: Vor der Küste der Inselhauptstadt Palma sei in der Nähe des beliebten Strandes Ciudad Jardin ein totes Exemplar der äußerst giftigen Quallenart Portugiesische Galeere (Physalia physalis) gefunden worden, schrieb der Notdienst der Balearen am Dienstag auf Twitter.

Die Regionalregierung der spanischen Inseln teilte mit, man führe in dieser Sache schon seit Wochen Untersuchungen durch, nachdem Exemplare der Portugiesischen Galeere bereits vor der Küste der Balearen-Inseln Ibiza und Formentera sowie in anderen Bereichen des Mittelmeeres gesichtet worden seien.

weiterlesen

Die Schweiz als Eldorado für deutsche Globuli-Fans

Ob homöopathische Mittel eine Wirkung erzielen, die über den Placebo-Effekt hinausgeht, ist hoch umstritten. (Bild: Keystone / Gaëtan Bally)
Dass die Krankenkassen hierzulande alternative Behandlungen bezahlen müssen, ist für deutsche Homöopathie-Anhänger der Beweis für die Wirksamkeit der Methode. Doch das ist eine Verdrehung der Tatsachen.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Ist Homöopathie mehr als Hokuspokus? Fans der kleinen weissen Kügelchen schwören darauf, dass diese helfen. Verfechter wissenschaftlicher Methoden halten dagegen, dass Stoffe, die so stark verdünnt werden, dass sie sich nicht mehr nachweisen lassen, keine heilende Wirkung erzielen können. Auch in Deutschland wird die Debatte in aller Schärfe ausgetragen – und die Anhänger der Homöopathie verweisen dabei immer wieder auf die Schweiz als Land, das für den Umgang mit der alternativen Heilmethode Vorbildcharakter habe.

In einem Artikel für die deutsche «Ärztezeitung» schrieben die Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), Cornelia Bajic, und ihr Kollege Michael Frass vor kurzem, in der Schweiz sei Mitte 2017 bestätigt worden, dass «die Homöopathie die Kriterien der wissenschaftlich belegten Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllt». Das sei die gesetzliche Voraussetzung, um in den Leistungskatalog der obligatorischen Grundversicherung aufgenommen zu werden – anders als in Deutschland, wo die Kassen homöopathische Behandlungen zahlen dürfen, aber nicht müssen.

weiterlesen

In vielen alkoholfreien Bieren versteckt sich Glyphosat

Die Forscher von Stiftung Warentest haben alkoholfreies Bier getestet – und Rückstände von Glyphosat entdeckt Quelle: dpa-infocom GmbH
In einer aktuellen Auswertung haben Warentester den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in zahlreichen alkoholfreien Bieren entdeckt. Den Geschmackstest gewinnen die Craft-Biere – doch ausgerechnet dort lauert eine zweite Gefahr.

DIE WELT

Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat finden sich in vielen alkoholfreien Bieren. Das ergab eine Untersuchung von Stiftung Warentest von 20 alkoholfreien Bieren, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde.

Abgesehen von zwei Bio-Bieren fanden die Tester in allen Produkten das umstrittene Pflanzenschutzmittel – in Flensburger Frei und Holsten Alkoholfrei sogar so viel, dass diese im „test“-Qualitätsurteil abgewertet wurden. Immerhin neun Sorten wurden aber insgesamt als „gut“ bewertet.

weiterlesen

Anti-Israel-Airline aus Kuwait fliegt künftig Wien an

foto: ap/gustavo ferrari Kuwait Airways macht regelmäßig Schlagzeilen – künftig auch in Wien.
Der Flughafen hat keine Handhabe gegen die Airline, die israelische Staatsbürger abweist

derStandard.at

Kuwait Airways wird künftig auch nach Wien fliegen. Das sorgt weniger aus verkehrstechnischen, sondern aus politischen Gründen für Spannung. Denn die Fluggesellschaft hat international schon öfters für Aufsehen gesorgt, weil sie keine Passagiere aus Israel befördert.

Die Praxis wurde immer wieder als antisemitisch gebrandmarkt. Laut einem Bericht der „Presse“ wird Kuwait Airways ab Juni nicht nur nach Frankfurt, sondern auch nach Wien und München fliegen. Die österreichische Hauptstadt steht demnach drei Mal die Woche auf dem Programm. Die Flüge könnten bereits online gebucht werden, schreibt die Zeitung. Hochgekocht sind die Dissonanzen anhand eines israelischen Staatsbürgers, der nach einer Zwischenlandung in Kuwait nicht befördert wurde.

weiterlesen

Here’s Why Saturn’s Inner Moons Are Shaped Like Ravioli and Potatoes

Saturn’s moon Atlas got its flat, ravioli-like shape from the merging collision of two similar-size bodies, according to new research. Here, Atlas is shown mid-collision. Credit: A. Verdier
The odd shapes of Saturn’s inner moons, which resemble objects ranging from ravioli to potatoes, may be due to mergers of tiny moonlets, a new study finds.

By Charles Q. Choi | SPACE.com

The new finding may help to explain how moons in general may form, researchers said in a new paper describing the work.

The Cassini spacecraft, which studied the ringed planet up close for 13 years, revealed that unlike Earth’s spherical moon, the small moons closest to Saturn had strange, irregular shapes. These odd forms range from Pan’s and Atlas‚ ravioli-like shape to Prometheus‚ resemblance to a combination of Moby Dick, a potato and H. R. Giger’s Alien skull. [Cassini Spacecraft Photographs Saturn’s Strangest Moons]

Previous research had suggested ways in which each of these bizarre moons might have formed. However, until now, researchers did not have an explanation that encompassed the whole range of these unusual shapes, study lead author Adrien Leleu, a dynamicist at the University of Bern in Switzerland, told Space.com.Leleu’s team ran computer simulations to see how the shapes of Saturn’s inner moons might have evolved over time. The powerful effects of Saturn’s gravitational pull were a key influence on these simulations.

read more

Anwälte stellen Strafantrag gegen Dobrindt

Zwei Göttinger Rechtsanwälte haben laut einem Medienbericht Strafantrag gegen den CSU-Politiker Alexander Dobrindt wegen dessen Äußerungen über eine „Anti-Abschiebe-Industrie“ gestellt.

evangelisch.de

Die Aussagen des Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe im Bundestag erfüllten die Straftatbestände der Verleumdung, der üblen Nachrede und der Beleidigung, sagten die Anwälte Bernd Waldmann-Stocker und Claire Deery am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zuerst hatte das „Göttinger Tageblatt“ über die Anzeigen berichtet.

Waldmann-Stocker und Deery, die auch Vorsitzende des Niedersächsischen Flüchtlingsrates ist, vertreten seit vielen Jahren Geflüchtete in Asyl- und ausländerrechtlichen Fragen. Die Behauptung Dobrindts, dass das Einreichen von Klagen den Rechtsstaat bewusst und zielgerichtet untergrabe, sei nicht haltbar, erklärten die Juristen. Sie zeugten auch nicht von einem Rechtsstaatsverständnis, das mit dem Grundgesetz vereinbar sei: „Im Rahmen unserer anwaltlichen Tätigkeit sind wir Teil des Rechtsstaates. Daran ändern die Aussagen des CSU-Landesgruppenchefs nichts.“

weiterlesen

Wenn der Krieg kommt – Schweden bereitet seine Bevölkerung auf den Ernstfall vor

Die Broschüre wird an sämtliche schwedischen Haushalte verteilt. (Bild: Reuters)
Eine Broschüre informiert alle Bewohner Schwedens über mögliche Gefahren und ihre Abwehr. Die veränderte geopolitische Lage löst in Skandinavien neue Bedrohungsgefühle aus.

Andreas Ernst | Neue Zürcher Zeitung

Die Geschichte wiederholt sich nicht – aber gelegentlich sind Parallelen zwischen der jetzigen Ost-West-Konfrontation und dem Kalten Krieg des vergangenen Jahrhunderts unübersehbar. Jedenfalls wenn man die neue Informationsbroschüre der schwedischen Regierung für den Krisen- und Kriegsfall betrachtet, die dieser Tage an alle Haushalte verteilt wird. «Wenn die Krise oder der Krieg kommt» ist eine 19-seitige Schrift, die eine Vorgängerin von 1961 ablöst, die schon lange in Vergessenheit geraten ist.

Neues Bedrohungsgefühl

Zwar sei Schweden immer noch ein sicheres Land, liest man, sicherer als viele andere. Jahrelang sei die Kriegsgefahr sehr begrenzt gewesen. Doch «die Welt um uns herum» habe sich verändert. Wo es um Naturgefahren geht, wird die Bedrohung konkret genannt: der Klimawandel, der Überschwemmungen und Waldbrände verursachen kann. Gleichzeitig drohen Terrorattacken, Cyberangriffe und schliesslich, als schlimmster Fall, der militärische Angriff durch ein anderes Land. Das Bedrohungsgefühl in Schweden hat sich geändert.

weiterlesen

Bayerns Kreuzerlass ist amtlich – Kruzifixe für die Amtsstuben

Das Kreuz mit den Religionen
Nun ist es amtlich: Der bundesweit kontrovers diskutierte und auch innerkirchlich umstrittene bayerische Kreuzerlass wurde an diesem Dienstag im Bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatt bekanntgemacht. Jetzt heißt es: Kreuze aufhängen.

DOMRADIO.DE

Der Kreuzerlass enthält aber keinerlei konkrete Angaben zu Art, Größe und Anzahl der Kreuze, die bereits am 1. Juni in Bayerns Dienstgebäuden anzubringen sind.

In Paragraf 28 der Allgemeinen Geschäftsordnung für die Behörden des Freistaates Bayern heißt es lediglich: „Im Eingangsbereich eines jeden Dienstgebäudes ist als Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns gut sichtbar ein Kreuz anzubringen.“ Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums gibt es im Freistaat mehr als 1100 staatliche Hauptdienststellen.

weiterlesen

Ein Bundestagsvize der AfD? Das wird noch lange dauern

Albrecht Glaser (r.) verabschiedet sich von seinem Vorhaben, Bundestagsvizepräsident zu werden – auch wenn sich Alexander Gauland bisher inhaltlich hinter ihn stellte Quelle: picture alliance / Philipp von D
Wegen islamfeindlicher Sätze fiel der AfD-Abgeordnete Albrecht Glaser drei Mal bei der Wahl zum Bundestagsvize durch. Aber seine Fraktion hielt an ihm fest. Jetzt ist er zum Verzicht bereit – auch weil ihn einige loswerden wollen.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Nach dem Einzug der AfD in den Bundestag war dies die erste Niederlage der neuen Fraktion. Oder ihr erster Triumph. Je nach Betrachtungsweise. Denn dass im Winter 2017 der AfD-Kandidat für das Amt eines Bundestagsvizepräsidenten, Albrecht Glaser, drei Mal die nötige Mehrheit im Plenum verfehlte, war zwar einerseits ein Scheitern.

Andererseits aber war es für die AfD auch eine Bestätigung. Es bestärkte die Partei in ihrer Überzeugung, unfair ausgegrenzt zu werden und daher einen umso härteren Oppositionskurs einschlagen zu müssen. Entsprechend lange weigerte sich danach die Fraktion, statt Parteivize Glaser einen anderen Kandidaten zu nominieren. Man lasse sich von den anderen nicht die interne Personalauswahl vorschreiben, hieß es damals.

weiterlesen

Missbrauch: Ackermann bedauert Fehler seiner Diözese

Bild: ©KNA
Bereits 2006 hatte es Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester des Bistums Trier gegeben. Die Diözese hätte damals „proaktiver und entschiedener“ handeln müssen, sagt Bischof Stephan Ackermann jetzt.

katholisch.de

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat Fehler im Umgang mit Hinweisen zu einem unter Missbrauchsverdacht stehenden Geistlichen eingestanden. „Ich bedaure, dass wir nicht schneller und klarer genug agiert haben“, sagte Ackermann nach Mitteilung der Bischöflichen Pressestelle vom Dienstag. Bei den 2006 aufgekommenen ersten Hinweisen in Zusammenhang mit dem ehemaligen Pfarrer von Freisen im saarländischen Landkreis Sankt Wendel hätte das Bistum „proaktiver und entschiedener“ handeln müssen. Ackermann selbst ist erst seit 2009 Oberhirte von Trier.

Gleichzeitig erinnerte der Bischof daran, dass es in solchen Verfahren immer auch gelte, die Persönlichkeitsrechte aller Betroffenen zu wahren. „Dazu gehört besonders die gebotene Diskretion, die in der Öffentlichkeit nicht selten als mangelnde Transparenz wahrgenommen wird.“ Der Geistliche bestreite die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

weiterlesen