Marokkos Babys an betuchte Spanier verkauft


foto: apa/afp/antonio ruiz Der Grenzzaun zur spanischen Exklave Melilla im Norden Marokkos zieht immer wieder flüchtende Menschen an. Neue Recherchen zeigten auch den schrecklichen Menschenhandel mit Babys an jenem Ort auf.
Jahrzehntelange Praxis von Menschenhändlerringen aufgedeckt – Dunkelziffer hoch

Jan Marot | derStandard.at

In Spanien steht mit Eduardo V. am 26. Juni erstmals einer jener Ärzte vor Gericht, die beschuldigt werden, zwischen 1977 und 1985 mindestens 28 Babys aus Marokko geraubt und nach Spanien verkauft zu haben. Wenngleich offizielle Zahlen fehlen, geht man in Spanien, Frankreich und Marokko von hundertausenden ähnlich gelagerten Fällen, vor allem im faschistischen Spanien der 1930er- bis 1970er-Jahre, aber auch darüber hinaus, aus. Neugeborene wurden unter der falschen Angabe deren plötzlichen Todes ihren Müttern im Spital entwendet und an betuchte spanische Familien verkauft. Zwischen 1200 und 6000 Euro verlangten die Menschenhändler für die Erfüllung des Kinderwunsches. Neue Recherchen der spanischen Tageszeitung El Mundo zeigten nun, wie in Marokko ebenfalls ein Netzwerk aus Menschenschmugglern in Kliniken aktiv war und die Babys über die Nordafrikaenklave Melilla nach Spanien brachte.

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