Demokratien sterben so langsam, dass es vielen Bürgern nicht einmal auffällt


Wenn sich die politischen Fronten verhärten, gehen auch in gefestigten Demokratien die Lichter aus: Der Government Shutdown in den USA ist eine Folge davon.(Bild: Joshua Roberts / Reuters)
Ist die amerikanische Demokratie in Gefahr? Was sind die Symptome der Krise? Und ist Donald Trump schuld daran? Zwei amerikanische Politikwissenschafter reden Klartext.

Lukas Leuzinger | Neue Zürcher Zeitung

Spätestens seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten stellen sich in den USA viele Menschen offen die Frage, ob das Land auf dem Weg sei, zu einem autokratisch geführten Staat zu werden. Dass sich ein Buch, das diese Frage untersucht, in den vordersten Rängen der Bestsellerlisten klassiert, erstaunt daher nicht. Überraschend ist eher die Autorschaft. Denn die Harvard-Professoren Steven Levitsky und Daniel Ziblatt sind keine Spezialisten für amerikanische Politik. Die beiden beschäftigten sich in ihren bisherigen akademischen Laufbahnen vor allem mit der Entstehung und dem Zusammenbruch von Demokratien in Lateinamerika und Europa. Das erlaubt es ihnen, die Entwicklungen in den USA aus einer breiteren Perspektive zu betrachten.

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