Greift der Papst bei Missbrauch hart genug durch?


Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Ja, er habe Fehler gemacht, gab Franziskus kürzlich zu. Doch nun kümmert sich der Papst umso intensiver um den Missbrauchsskandal in Chile. Greift er dabei hart genug durch? Ja, sagt Chef vom Dienst Thomas Jansen. Sein Kollege Björn Odendahl hält dagegen: Da muss noch mehr gehen.

Thomas Jansen | katholisch.de

Pro: Der Papst greift durch

Mit Blick auf die jüngsten Vorgänge in Chile ist es leicht zu sagen, der Papst greife nicht hart genug durch im Kampf gegen sexuellen Missbrauch. Aber es stimmt trotzdem nicht. Franziskus war es schließlich, der im Jahr 2016 bischöflicher Willkür im Umgang mit sexuellem Missbrauch einen Riegel vorschob. Rein formal gesehen war sein Erlass „Wie eine liebende Mutter“ zwar nur eine Präzisierung des geltenden Kirchenrechts. Doch der Inhalt war geradezu revolutionär: Bischöfe können nach der neuen Rechtslage ihres Amtes enthoben werden, wenn sie einem Verdacht auf sexuellen Missbrauch nicht gründlich genug nachgehen. Die Botschaft ist klar: Auch für hohe kirchliche Würdenträger gibt es vom Papst kein Pardon mehr. Nach diesem Erlass kann nun nicht mehr ohne weiteres behaupten, in der Kirche hänge man die Kleinen und die Großen lasse man laufen, wenn es um die Ahndung solcher Delikte geht.

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