Charlie Hebdo – Satire darf alles


Bild: CharlieHebdo.fr/Screenshot bb

Was darf Satire? Darüber wird nicht nur in Deutschland diskutiert, sondern auch erneut in Frankreich. Der Anlass: Auf dem aktuellen Cover zeigt „Charlie Hebdo“ eine Muslima mit Affengesicht.

Von Joachim Huber | DER TAGESSPIEGEL

Gegen „Charlie Hebdo“ sind viele Vorwürfe möglich, zwei aber sind es auf keinen Fall. Das französische Satiremagazin ist nicht feige, und fein ist es auch nicht. Wer das nachprüfen will, der sollte sich das Cover der aktuellen Ausgabe ansehen. Eine Muslima wird als Affe dargestellt. Nicht irgendeine, sondern Maryam Pougetoux, die 19-Jährige führt die Studentenunion UNEF an der Pariser Elite-Universität Sorbonne an.
Pougetoux musste schon allerhand Kritik einstecken, unter anderem vom französischen Innenminister, weil sie den Hijab in der Öffentlichkeit trägt, was in Frankreichs Universitäten erlaubt, in den Schulen verboten ist. Pougetoux, eine gläubige Muslima, will das nicht als politisches Signal verstanden wissen.

Zum Affen gemacht

Ihre Darstellung als Affe wird mit der Sprechblase „Ils m’ont prise pour diriger L’UNEF“ („Sie haben mich genommen, um den L’UNEF“ zu leiten“) unterschrieben. Das ist, wie bei „Hebdo“ häufig, durchaus doppeldeutig. Eine Version könnte lauten, die Studentenunion habe eine Äffin zur Präsidentin genommen, eine andere, UNEF habe Maryam Pougetoux mit der Wahl zum Affen gemacht.

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