Identitätspolitik bevormundet – von rechts und links


Der Karneval der Kulturen in Berlin steht für einen radikalen Multikulturalismus – ein durchaus umstrittenes Konzept Quelle: dpa/Paul Zinken
Der britische Publizist Kenan Malik kritisiert Fremdenfeindlichkeit ebenso wie den Multikulturalismus. Beide stehen für ihn einer liberalen Gesellschaft im Wege, die auf gemeinsamen Werten und Normen gründen sollte.

Von Kenan Malik | DIE WELT

Bis vor Kurzem sahen viele im Multikulturalismus das beste Instrument zum Umgang mit Vielfalt. Heute, da die Angst vor Vielfalt zugenommen hat, ist auch die Feindseligkeit gegenüber dem Multikulturalismus gestiegen. Sie hat unter anderem den Erfolg von rechtsextremen Parteien und populistischen Politikern in ganz Europa begünstigt.

Ich bin seit Langem ein Kritiker des Multikulturalismus. Heute aber stehe ich vielen Multikulti-Kritikern genauso ablehnend gegenüber wie dem Multikulturalismus selbst. Meine Kritik am Multikulturalismus basiert auf der Verteidigung von Gleichheit, Einwanderung, Freizügigkeit und einer offenen, kosmopolitischen Gesellschaft.

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