Das empfindlichste Experiment für die Suche nach dunkler Materie ist nicht empfindlich genug


Forscher montieren die empfindlichen Lichtsensoren des Xenon-1T-Detektors. Diese sollen die Lichtblitze registrieren, die bei einer Streuung eines Wimp an einem Xenonatom entstehen. (Bild Xenon-Arbeitsgruppe)
Einmal mehr müssen Teilchenphysiker einen Rückschlag verdauen. Auch eine äusserst akribische Suche nach sogenannten Wimps hat nicht den erhofften Erfolg gebracht. Trotzdem verbreiten die Forscher die Parole: Weiter so.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Kann man von einem Erfolg sprechen, wenn man einen Heuhaufen vor sich hat und auch nach einem Jahr intensiver Suche keine Nadel findet? Diese Frage mag absurd klingen, doch sie spiegelt recht gut die Situation wider, in der sich die Mitglieder der internationalen Xenon-Arbeitsgruppe befinden. Schon seit vielen Jahren suchen die Forscher nach sogenannten Wimps (Weakly Interacting Massive Particles). Diese massereichen und kaum fassbaren Teilchen werden als mögliche Kandidaten für die dunkle Materie gehandelt, deren Existenz die Stabilität von Galaxien wie der Milchstrasse garantieren soll. Wie die Forscher am Montag bekanntgegeben haben, ist auch die jüngste Suche nach den Wimps ergebnislos verlaufen. Von einem Misserfolg mag dennoch keiner der beteiligten Forscher reden. In den Vordergrund gerückt wird vielmehr, dass der Heuhaufen noch nie zuvor mit einer solchen Akribie untersucht worden sei.

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