Star-Ökonom Jeffrey Sachs: „Russland ein abgrundtief böser Feind? Falsch“


Jeffrey Sachs Quelle: WireImage
Star-Ökonom Jeffrey Sachs fordert Europa auf, US-Präsident Trump im Handelskrieg und beim Iran-Abkommen die Stirn zu bieten. Selbst eine Allianz mit Russland sollten die Europäer in diesem Fall nicht scheuen.

Von Tobias Kaiser | DIE WELT

Jeffrey Sachs polarisiert: Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs riet der Ökonom dem IWF und den osteuropäischen Regierungen zu radikalen Privatisierungen und wurde später für die dramatischen sozialen Folgen kritisiert. In der Euro-Krise brachte er viele Bundesbürger gegen sich auf, weil er Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufrief die griechische Schuldenlast zu reduzieren.

Auf dem Global-Solutions-Gipfel in Berlin trafen er und Merkel erneut aufeinander. Für die Kanzlerin hatte er eine deutliche Botschaft im Gepäck: Im Streit um Zölle und Sanktionen versteht Trump nur Härte.

WELT: Die USA wollen europäische Firmen bestrafen, wenn sie mit dem Iran Geschäfte machen. Wie sollte Europa darauf reagieren?

Jeffrey Sachs: Die EU muss sofort reagieren, sonst drohen die Europäer die Kontrolle in dieser Sache zu verlieren. Die USA können nicht einfach ausländische Unternehmen bestrafen; das geht einfach nicht. Das verstößt gegen internationales Recht, gegen die Regeln der WTO und widerspricht dem Beschluss des UN-Sicherheitsrats zu Iran. Die EU muss deshalb dagegen kämpfen.

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