Der ahnungslose Patient


Oft ist die Entscheidung zur Behandlungsmethode schon gefallen, bevor der Patient über Alternativen aufgeklärt wurde. Bild: dpa
Klären Ärzte ihre Patienten vor einem medizinisch Eingriff ausreichend auf? Verpflichtet sind sie dazu. Eine aktuelle Studie dazu zeigt: Die Realität sieht oft anders aus.

Von Lea-Melissa Vehling | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vor einem ärztlichen Eingriff steht Patienten von Rechts wegen eine Aufklärung über ihre Erkrankung und Behandlungsoptionen zu. Spätestens seit dem 2013 erlassenen Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten sind Ärzte gesetzlich zu einer umfassenden Information ihres Patienten verpflichtet. So heißt es in Paragraph 630e des Gesetzes: „Bei der Aufklärung ist auch auf Alternativen zur Maßnahme hinzuweisen, wenn mehrere medizinisch gleichermaßen indizierte und übliche Methoden zu wesentlich unterschiedlichen Belastungen, Risiken oder Heilungschancen führen können.“ Der Gesetzestext verpflichtet Mediziner außerdem zur umfassenden Aufklärung über Diagnose, Therapieverlauf und Heilungschancen.

Wie eine soeben im „Deutschen Ärzteblatt“ erschienene Studie zeigt, werden die Vorgaben zur Patientenaufklärung de facto nicht umgesetzt. Die Forschergruppe aus Gesundheits- und Pflegewissenschaft untersuchte stichprobenartig 37 verschiedene Arten von deutschen Aufklärungsbögen. Das Ergebnis: Derzeitig verwendete Formulare ermöglichen Patienten keine vollkommen bewusste Entscheidung über ihre ärztliche Behandlung.

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