Man sollte sich überlegen, ob ein Gehirn ohne Körper denken kann


Forscher verwenden menschliche Mini-Gehirne, um Entwicklungsstörungen zu untersuchen. Aber was, wenn diese eines Tages Bewusstsein entwickeln sollten? Wissenschafter formulierten Richtlinien für diesen Fall. Das ist absurd.

Lena Stallmach | Neue Zürcher Zeitung

Sie sind unscheinbar: kleine blassrosa Klumpen in einer Nährlösung. Aber man sollte sie nicht unterschätzen, denn es sind menschliche Mini-Gehirne. Sie wachsen aus Stammzellen heran. Mit Hilfe von Wachstumsfaktoren bilden sich daraus Hirnzellen, die sich ähnlich wie in einem wachsenden Embryo selbst organisieren und verschiedene Hirnstrukturen formen. Im Labor werden die Gebilde nicht grösser als drei mal drei Millimeter und bestehen aus maximal drei Millionen Nervenzellen. Ein Abklatsch des Originals: Das Gehirn eines Erwachsenen misst 1350 Kubikzentimeter und enthält etwa 86 Milliarden Nervenzellen. Dennoch warfen Forscher kürzlich die Frage auf, ob diese Gebilde, wenn sie grösser und komplexer werden, vielleicht Bewusstsein entwickeln könnten.

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