Eins zu Null für Dr. Computer


Untersuchung zur Hautkrebs-Früherkennung – was hier ein Arzt aus Fleisch und Blut tut, könnten bald Computerprogramme übernehmen. Bild: dpa
Die Einschätzung eines Muttermals entscheidet im Ernstfall über Leben und Tod. Was Aufgabe von Dermatologen ist, können jetzt auch Computerprogramme. Sind Hautärzte bald überflüssig?

Von Nicola von Lutterotti | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Sind intelligente Computer auf dem besten Weg, den Ärzten den Rang abzulaufen? Laut den Ergebnissen einer neuen Studie scheint dies zumindest teilweise der Fall zu sein. Mit einem auf künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Bilderkennungs-Verfahren ist es Wissenschaftlern der Universität Heidelberg jedenfalls gelungen, Doktoren aus Fleisch und Blut auszustechen. Bei der smarten Maschine handelte es sich um einen öffentlich zugänglichen Algorithmus des IT-Riesen Google (Inception v4 Convolutional Neural Network [CNN]), der auf künstlichen neuronalen Netzen beruht und ähnlich wie das menschlichen Gehirn aus Erfahrungen zu lernen vermag.

Mensch gegen Maschine

In einem ersten Schritt trainierten der Dermatologe Holger Hänßle und seine Kollegen den künstlichen Gesellen, zwischen gutartigen und bösartigen Hautverfärbungen zu unterscheiden. Hierzu setzten sie diesem rund 100.000 Fotos von Melanomen und harmlosen Pigmentmalen vor, die sie mit der jeweils richtigen Diagnose verknüpften. Nach dem aufwändigen Base-Camp prüften sie dann, wie gut der Computer sein neues Handwerk beherrschte und ob er erfahrenen Dermatologen diesbezüglich das Wasser reichen kann.

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