Facetten der Evolution: Der Fressfeind als biologisches Taxi


Die Eier der Stabheuschrecken überleben den Verdauungsprozess ihrer Fressfeinde Bild: Kobe University
Stabheuschrecken sind unmobil, wehrlos und eine willkommene Speise für Vögel. Doch wie Forscher nun herausfanden, ziehen Stabheuschrecken aus ihren Fressfeinden auch einen Nutzen.

Von Lea-Melissa Vehling | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wenn man ein besonders unmobiles Tier benennen müsste, dann wäre es wohl die Stabheuschrecke. Zwar ist das Insekt Meister der Tarnung. Doch mit seinem langen, unbiegsamen Körper ist es leichte Beute für Vögel, die auf der Suche nach Nahrung im Lebensraum der Heuschrecke herumpicken.

Wenn die Heuschreckendame einmal begattet wurde, kann sie – selbst ist die Frau – immer wieder Eier legen. Vögel und andere Fressfeinde galten daher bislang als Existenzgefährdung für Heuschreckenpopulationen. Denn: Ist das Muttertier verschlungen, so dachte man, ist es auch mit den Eiern vorbei.

Eine in „Ecology“ erschienenen Studie zeigt jetzt: Vögel sind nicht nur Fressfeind, sondern auch Verbreitungshelfer für die Stabheuschrecken.

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