Dodo Käßmann befürwortet kirchliches Scheidungsritual – bringt Geld in kirchliche Kassen

Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat sich für ein Scheidungsritual in der evangelischen Kirche ausgesprochen.

evangelisch.de

Die Kirche biete „einen tollen Rahmen für herrliche Hochzeiten“, sagte Käßmann im Gespräch mit den Zeitungen der Essener Funke-Mediengruppe (Samstag). „Aber wo sind die Gottesdienste für diejenigen, die in Scheidung leben? Da hat Kirche auch eine Verantwortung“, erklärte die Theologin, die am Samstag in den Ruhestand verabschiedet werden sollte.

Käßmann befürwortete einen anderen Umgang mit Paaren, die sich scheiden ließen. „In der Kirche könnten wir zeigen, dass Paare friedlich auseinandergehen können“, erklärte sie. So könnten die Ehepartner etwa die Ringe zurück auf den Altar legen.

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Trotz Blockade: Spanische Seenotretter nehmen Migranten an Bord

Themenbild. dpa
Trotz des Dramas um zwei Rettungsschiffe von Hilfsorganisationen hat eine spanische Hilfsorganisation Dutzende von Migranten aus dem Mittelmeer gerettet.

Neue Zürcher Zeitung

Proactiva Open Arms habe 59 Flüchtlinge aus dem Meer an Bord und sei unterwegs zu einem sicheren Hafen, twitterte die Organisation am Samstag. Allerdings war nicht klar, ob die Retter schon einen Hafen zugewiesen bekommen haben.

Italien hat seine Häfen für private Rettungsschiffe bereits dicht gemacht – und will auch Proactiva nicht hineinlassen. Die Schiffe «Aquarius» von SOS Méditerranée und «Lifeline» von der Dresdner Organisation Mission Lifeline durften nicht mehr dort anlegen und mussten deshalb mit Hunderten von Migranten tagelang auf dem Meer ausharren. Die «Aquarius» durfte nach der Hängepartie nach Spanien, die «Lifeline» nach Malta. Aber auch Malta geht eine harte Gangart gegen Hilfsorganisationen und verweigerte bereits Schiffen die Einfahrt für einen Versorgungsstopp.

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Atheismus: Nietzsche gab es immer wieder

Karfreitag in Jerusalem. Foto: afp
Es wird viel über Religion geredet. Aber auch der Atheismus hat eine lange Tradition. Nicht Gott hat die Menschen, sondern die Menschen haben die Götter geschaffen.

Von Arno Widmann | Frankfurter Rundschau

Tim Whitmarsh, geboren 1969, ist Professor für die Kultur des klassischen Griechenlands an der Universität Cambridge. 2016 veröffentlichte er im Verlag Faber & Faber das Buch „Battling the Gods – Atheism in the Ancient World“. Dreihundert Seiten für die Auseinandersetzung mit den Göttern und mit Gott von Homer bis zu Justin dem Märtyrer, also um eintausend Jahre Atheismus. Das klingt nach einem sehr schnellen Durchlauf durch hochkomplexe Materien. Whitmarsh ist aber ein sehr gründlicher Leser und der Reiz seines Buches besteht darin, dass wir, solange wir ihm folgen, auch zu gründlichen Lesern werden.

Zu dieser Gründlichkeit gehört natürlich, dass er uns beibringt, dass a-theos, zunächst, seit dem 5. vorchristlichen Jahrhundert, der genannt wurde, den Gott verlassen hatte. Ein Atheist war also ein Mensch, von dem die Götter ihre schützenden Hände abgezogen hatten. Erst danach wurde Atheist der genannt, der sich von Gott losgesagt hatte, der seine Existenz leugnete. In dem ihm auch wegen Gottlosigkeit gemachten Prozess erklärte Sokrates – so sein Schüler Platon – „Ich glaube sicher an Götter– ich bin Atheist“.

Wie es zu dieser zweiten Bedeutung kam, darüber schreibt Whitmarsh nicht. Weil die Quellen sich darüber ausschweigen.

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Religiöse Neutralität des Staats als Fiktion

Das Potenzial überkonfessioneller Akzeptanz nutzen. (Bild: Marcel Bieri / Keystone)
Kann der Staat, wie es heute gern gefordert wird, wirklich völlig bekenntnisfrei und religiös neutral sein? Nein, das kann er nicht, denn er ist kein blutleeres Wesen.

Markus Müller | Neue Zürcher Zeitung

«Ein liberaler Verfassungsstaat ist kein Wesen, das sich zu etwas bekennen kann. (. . .) Der freiheitliche säkulare Staat hat keine Eigenschaften, und er darf keine haben. Er ist weder christlich noch muslimisch noch jüdisch, weder konservativ noch progressiv.» So schreibt Thomas Ribi in seinem Leitartikel «Der Staat darf sich beim Glauben nicht bekennen» (NZZ 30. 5. 18). Es ist im Trend, die religiöse Neutralität und Bekenntnislosigkeit des Staats anzumahnen und den «Staat ohne Gott» zu predigen. Einige sehen in diesen Eigenschaften gar das Rückgrat des modernen Rechtsstaats. Dies, obschon die Bundesverfassung zwar von der Glaubens- und Gewissensfreiheit, nicht aber von religiöser Neutralität des Staats spricht.

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Migranten schicken mehr Geld in ihre Heimatländer

Geldüberweisungen von Migranten und Flüchtlingen an ihre Angehörigen zu Hause sind einem Bericht der „Welt“ zufolge erheblich gestiegen. Allein 2016 flossen 20,64 Milliarden Dollar (17,7 Milliarden Euro) aus Deutschland zurück in die Herkunftsländer, rund 6,5 Milliarden mehr als noch im Jahr 2007, wie die Zeitung am Samstag berichtete.

evangelisch.de

Sie bezog sich dabei auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion zu „Rücküberweisungen aus Deutschland“. Deutschland gehört demnach weltweit zu den größten Ausgangsländern privater Geldtransfers. Nur aus den USA, Saudi-Arabien und der Schweiz wurden 2016 noch größere Summen überwiesen.

Die Bundesregierung wertet die Rücküberweisungen in ihrer Antwort als „entwicklungsfördernd“, weil das Geld direkt vor Ort bei den Menschen in den Entwicklungsländern ankommt.

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Philosoph: Atheistische Spiritualität boomt

© Bild: Henry Czauderna/Fotolia.com
Spiritualität für Atheisten? Laut Philosoph Eberhard Tiefensee bezeichnen sich immer mehr Ungläubige als spirituell. Ein Trend, der besonders in der Medizin Folgen hat.

katholisch.de

Spiritualität rückt nach Ansicht des Religionsphilosophen Eberhard Tiefensee auch im atheistischen Umfeld immer stärker in den Fokus. Besonders im Erziehungs- und Gesundheitswesen stellten sich dahingehend „neuerdings dringlicher werdende Anforderungen“, sagte der Priester bei seiner Abschiedsvorlesung am Freitagabend an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Erfurt. Vor allem in der Palliativmedizin gebe es ein wachsendes Interesse an „Spiritual Care“, also spiritueller Versorgung.

Studien zeigten, dass Spiritualität auch jenseits von religiösen Vorstellungen Einfluss auf die Lebenqualität habe, erläuterte Tiefensee. So fordere auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Menschen als ganzheitliche Wesen mit eben auch spirituellen Bedürfnissen wahrzunehmen.

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Nacktfoto mit Klagemauer sorgt für Empörung

Frauen und Männer an der Klagemauer in Jerusalem (picture-alliance / dpa / Stefanie Järkel )
In Israel sorgt ein Bild mit der Klagemauer im Hintergrund für Empörung.

Dlf24

Im Vordergrund ist eine nackte Frau zu sehen: die belgische Künstlerin Marisa Papen. Sie bezeichnet das Foto als Kunstaktion. Der für die Klagemauer zuständige Rabbiner nannte es dagegen laut BBC gravierend und bedauernswert.

Es ist nicht die erste Aktion von Marisa Papen dieser Art. Letztes Jahr ließ sie sich nackt an einem antiken Tempel im ägyptischen Luxor ablichten. Dafür wurde sie für kurze Zeit inhaftiert.

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Schweiz: „Neutrale“ Rüstungsexporte in Kriegsgebiete

Schweizerischer Mowag Piranha Schützenpanzer. Schweizer_Armee_F%C3%BCs_Gr.jpg:Bild: TheBernFiles/public domain
Dank ihrer Volksabstimmungen ist die Schweiz immer wieder für die eine oder andere politische Überraschung gut. So konnten die Bürgerinnen und Bürger schon mehrfach abstimmen (Blankoscheck für Kampfflugzeuge), ob neue Kampfflugzeuge gekauft werden sollen. Nun sorgt die Schweiz wieder für Schlagzeilen: Die Regierung will mehr Rüstungsexporte erlauben.

Dirk Eckert | TELEPOLIS

Konkret geht es um Exporte in Kriegsgebiete. Grundsätzlich sollen solche Lieferungen zwar verboten bleiben, kündigte die Regierung an. Es werde aber eine Ausnahme geben:

Im Einzelfall soll neu eine Ausfuhrbewilligung erteilt werden können, wenn kein Grund zur Annahme besteht, dass das auszuführende Kriegsmaterial im internen bewaffneten Konflikt eingesetzt wird.

Zweck des Ganzen ist es, „eine an die Bedürfnisse der Landesverteidigung angepasste industrielle Kapazität“ sicherzustellen. Um die nötige Industriebasis zu erhalten, habe der Bundesrat in einem Richtungsentscheid festgelegt, „dass die Bewilligungskriterien in der Kriegsmaterialverordnung angepasst werden“. Dazu gehört neben der Möglichkeit, in Kriegsgebiete zu exportieren, auch, dass Exportentscheidungen künftig von den Bedürfnissen der heimischen Industrie abhängig gemacht werden. So „soll die Aufrechterhaltung der Industriebasis als eigenständiges Kriterium im Bewilligungsverfahren berücksichtigt werden können“.

Der Bundesrat verweist zur Begründung auf das Kriegsmaterialgesetz. Dort werden Herstellung und Handel von Kriegsmaterial geregelt, wobei es in Artikel 1 heißt: „Dabei soll in der Schweiz eine an die Bedürfnisse ihrer Landesverteidigung angepasste industrielle Kapazität aufrechterhalten werden können.“

Die Schweizer Rüstungsindustrie sei jedoch in einer angespannten Lage, „die sicherheitsrelevante Technologie- und Industriebasis der Schweiz“ sogar gefährdet, argumentiert der Bundesrat unter Verweis auf die schweizerische Wehrtechnikindustrie. Im September 2017 hatten 13 Rüstungsfirmen und Zulieferer in einem Brief an die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerats geschrieben, die „im Vergleich mit anderen europäischen Staaten restriktive Exportpraxis gefährdet Tausende wertvolle Arbeitsplätze“.

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Warum Leben auf Basis von Silizium unwahrscheinlich ist

Darstellung eines menschenähnlichen Wesens von HR Giger. (Bild: Alamy)
Im Periodensystem der Elemente sind Kohlenstoff und Silizium enge Verwandte. Doch die Fülle an organischen Verbindungen, die Kohlenstoff bildet, lässt sich mit Silizium nicht nachbauen. Forscher aus Japan haben nun herausgefunden, warum das so ist.

Uta Neubauer | Neue Zürcher Zeitung

Hortas sind ausserirdische Lebewesen, die sich durch das Gestein des Planeten Janus VI bewegen wie Fische durchs Wasser. Die haufenartigen «Star Trek»-Geschöpfe unterscheiden sich auch chemisch von allen uns bekannten Organismen: Ihre Lebensmoleküle basieren auf Silizium statt auf Kohlenstoff. Wäre das eine Alternative für irdisches Leben? So abwegig ist die Frage nicht: Silizium ist das zweithäufigste Element auf der Erde, zudem gehört es wie Kohlenstoff zur vierten Hauptgruppe des Periodensystems. Das heisst: Beide Elemente besitzen vier äussere Elektronen, die für chemische Bindungen zur Verfügung stehen, und sollten daher ähnliche Reaktionen eingehen.

Chemiker tüfteln schon seit dem 19. Jahrhundert daran, Kohlenstoff in organischen Verbindungen ganz oder teilweise durch Silizium zu ersetzen. Nicht ohne Erfolg: Man denke an die Dichtungsmassen und gummiartigen Kuchenbackformen aus Silikonen. Vor zwei Jahren veränderten US-amerikanische Forscher Bakterien gentechnisch sogar derart, dass sie Silizium in Biomoleküle einbauen.1

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Tochter von Himmler war für BND tätig

Gudrun (links) mit Mutter Margarete und Vater Heinrich Himmler. Bundesarchiv, Bild 146-1969-056-55 / CC-BY-SA 3.0 wikipedia.org

Der deutsche Geheimdienst bestätigte ihre Anstellung.

Die Presse.com

Gudrun Burwitz hat sich von den Gräueltaten der Nationalsozialisten nie distanziert, ganz im Gegenteil. Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war sie in rechtsextremen Kreisen aktiv und pflegte Kontakt zu den Nachkommen alter NS-Größen. Burwitz verfolgte auch lange den Plan, den Namen ihres Vaters posthum „reinzuwaschen“; er war der zweitmächtigste Mann hinter Hitler: Heinrich Himmler.

Nach dem Zerfall der Nazi-Diktatur war Burwitz einige Jahre als Sekretärin für den deutschen Auslandsgeheimdienst BND tätig. Das bestätigte die Behörde nach entsprechenden Medienberichten.

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Scientology unterwandert Wirtschaft – „Verdecktes Marketing“

Scientology in Los Angeles (Bild: PictorialEvidence, CC-BY-Sa 3.0)
Sie ist umstritten und versucht laut nordrhein-westfälischem Verfassungsschutz, die Wirtschaft zu unterwandern und so ihre Einflussmöglichkeiten zu vergrößern. Die Rede ist von der Organisation Scientology.

DOMRADIO.DE

Scientology nähere sich durch „geschicktes und verdecktes Marketing“ besonders kleineren und mittleren Unternehmen, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten aktuellen NRW-Verfassungsschutzbericht. Zur Unterwanderung der Wirtschaft habe die Scientology-Organisation (SO) den eigenen Wirtschaftsverband „World Institute of Scientology Enterprises“ (WISE) gegründet. Dort würden Organisations- und Managementstrategien entwickelt, um „sukzessive bei der Infiltration der Wirtschaft voranzuschreiten“.

Als Gefahr für die Demokratie eingestuft

Bundesweit zählt die SO nach den Abgaben 3.500 Mitglieder, davon etwa 420 in NRW. Die Organisation finanziere sich über die Veranstaltung kostenpflichtiger Kurse und den Vertrieb von Kursmaterialien mit Scientology-Ideologie. Zudem wird den Sicherheitsbehörden zufolge „Druck auf Mitglieder ausgeübt“, aus ihrem Privatvermögen an Scientology zu spenden.

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Trump lässt US-Truppenabzug aus Deutschland prüfen

Donald Trump lässt die Stationierung amerikanischer Soldaten in Deutschland überprüfen Quelle: AP/Manuel Balce Ceneta
Zu den Optionen zählten eine Rückkehr der 35.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten oder die Verlegung nach Polen. Laut „Washington Post“ handelt es sich bislang lediglich um eine interne Studie des Pentagons.

DIE WELT

Das US-Verteidigungsministerium prüft laut einem Bericht der „Washington Post“ einen Abzug der in Deutschland stationierten US-Soldaten. Zu den erwogenen Optionen gehöre eine Rückkehr eines Großteils der rund 35.000 in Deutschland stationierten Soldaten in die USA oder die Verlegung des gesamten oder eines Teils des Kontingents nach Polen, berichtete die Zeitung am Freitag.

Dem Bericht zufolge hatte US-Präsident Donald Trump die Idee eines Truppenabzugs zuvor bei einem Treffen mit Militärberatern und Vertretern des Weißen Hauses aufgebracht. Die europäischen Nato-Mitglieder seien beunruhigt über den Vorgang und versuchten zu klären, ob Trump es ernst meine oder die Drohung mit einer Truppen-Neustrukturierung eine Verhandlungstaktik im Vorfeld des Nato-Gipfels im Juli sei.

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Vertuschung: Emeritierter französischer Bischof vor Gericht

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Andre Fort war 2002 bis 2010 Bischof von Orleans in Frankreich. In dieser Zeit soll er von einem Missbrauchsfall gewusst, diesen aber nicht der Justiz gemeldet haben. Jetzt drohen Konsequenzen.

katholisch.de

Der emeritierte Bischof von Orleans, Andre Fort (82), muss sich wegen Nichtanzeigens eines Missbrauchsfalls vor Gericht verantworten. Einem Priester seines Bistums wird sexuelle Gewalt gegen Minderjährige in einem Sommerlager im Jahr 1993 vorgeworfen, wie die französische Zeitung „La Croix“ am Freitag berichtet. Fort soll demnach von dem Vorfall gewusst, aber keine Anzeige erstattet haben. Bereits im Juni 2017 war Anklage gegen ihn erhoben worden.

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Frankreich 2017: 85.000 Migranten an den Grenzen zurückgeschickt

Ansicht der Grenzstadt Menton. Bild: Reinhard Wolf / CC BY-SA 3.0
„Wer ohne Papiere erwischt wird, muss sofort zurück“ Solide juristische Begründungen spielen bei der Praxis der „non-admission“ keine Rolle

Thomas Pany | TELEPOLIS

Schengen? Dublin-Regelungen? Was in Deutschland im Streit zwischen CSU-Innenminister Seehofer und CDU-Kanzlerin Merkel an juristischen Kompliziertheiten aufgeblättert wurde, spielt an der Riviera zwischen Frankreich und Italien praktisch überhaupt keine Rolle.

Wer im französischen Küstenort Menton ohne Papiere erwischt wird, muss postwendend zurück nach Italien, berichtete der Deutschlandfunk vor einem Jahr. Die Grenzpolizisten in Frankreich kontrollieren scharf und schicken, „nicht zimperlich“, wie die Zeit kürzlich beschrieb, alle zurück, die nicht die nötigen Papiere für die Einreise haben. „Auch Minderjährige, Schwangere und Alte müssen zurück“

„Refouler“ auf Deutsch: „zurückdrängen, abwehren“ und „non-admission“, die Verweigerung einer Erlaubnis zum Grenzübertritt, heißen die französische Vokabeln zu den deutschen CDU/CSU-Kampfbegriffen der letzten beiden Wochen: „abweisen und zurückschicken“. Die Zahlen, die die Politik des Refoulements und der Non-Admission an der Côte d’Azur beschreiben, sind erstaunlich.

Zählte man 2015 noch 1.193 nicht erteilte Erlaubnisse zum Grenzübertritt („non-admission“) im französischen Seealpen-Département Alpes-Maritimes in der Nachbarschaft zu Italien, so waren es im Jahr 2017 einige mehr, nämlich 44.433.

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Future Astronauts Must Perform Surgery in Space — and It Will Be Gross

An artist’s illustration shows a hypothetical „traumapod“ where space surgery can occur. Here, floating bodily fluids can be safely segregated from the rest of the ship. Credit: S. S. Panesar, et al./T. Trapp/BJS Society/John Wiley & Sons Ltd
There’s already enough to worry about when planning a one-way trip to Mars. Did you pack enough sunblock to deflect the deadly cosmic radiation? Will there be enough water there? What if your assigned procreation partner doesn’t like you? Now, scientists writing in the British Journal of Surgery have provided one more thing to fear: floating blobs of infectious bodily fluids.

By Brandon Specktor | SPACE.com

According to the authors of a new paper published last week (June 19), runaway blood, urine and fecal matter are just some of myriad possible complications of space surgery that likely await future astronauts. In a review of studies called simply „Surgery in space,“ the team of researchers from the University of Pittsburgh and King’s College Hospital in London scoured six decades of scientific literature to compile the most comprehensive (and fascinating) list of those complications yet. [7 Everyday Things That Happen Strangely in Space]

„Future astronauts or colonists will inevitably encounter a range of common pathologies during long‐haul space travel,“ the authors wrote in the new review. „Novel pathologies may [also] arise from prolonged weightlessness, exposure to cosmic radiation, and trauma.“

And right now, at least, humans are woefully unprepared to deal with it.

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Huonder und die Kondome

Bischof Vitus Huonder (links) polarisiert mit seinen Äusserungen zur Sexualmoral. (Bild. Keystone / Arno Balzarini)
Für den Churer Bischof sind Pille und Pariser Teil einer «Kultur des Todes». Dass er mit seiner Sexualmoral die meisten Katholiken nicht mehr erreicht, weiss Vitus Huonder – doch darum geht es auch nicht.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

1968 steht nicht nur für eine sexuelle und politische Revolution – im Juli jenes Jahres erschien auch eines der umstrittensten Lehrschreiben in der Geschichte der Kirche. Papst Paul VI. verbot in seiner Enzyklika «Humanae Vitae» den Katholiken Verhütungsmittel wie Kondome und die Pille, die in den Jahren zuvor enorm populär geworden waren. Die mahnenden Worte des Papstes waren offensichtlich auch prägend für einen damals 26-jährigen Philosophie- und Theologiestudenten: Vitus Huonder. Der Mann, der heute Bischof von Chur ist, nimmt den baldigen 50. Jahrestag von «Humanae Vitae» zum Anlass, seiner Herde in einem Hirtenbrief wieder einmal die reine Lehre in Erinnerung zu rufen.

Mit dem Nachnachfolger von Paul VI., Johannes Paul II., geht Huonder einig, dass Verhütung zu einer «Kultur des Todes» gehöre. Viele Katholiken seien sich dessen nicht mehr bewusst, weil «ihnen diese Zusammenhänge nicht aufgezeigt wurden». Für den Churer Bischof mag es zwar berechtigte Gründe dafür geben, dass ein Ehepaar nur «wenige» Kinder hat – wohlgemerkt: nicht «keine».

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Berliner Islam Institut: Das müssen Sie zum Lehrstuhl für Islamische Theologie wissen

In Berlin wird seit Jahren über ein Islam-Institut debattiert und verhandelt. Am Freitag stimmte das Kuratorium der Humboldt-Universität der Institutsgründung endgültig zu. Wir erklären Ihnen in fünf Fragen und Antworten das Wichtigste dazu.

Von Marcos López | Berliner Zeitung

Was ist das Islam Institut?

Das Islam-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin ist ein theologischer Lehrstuhl in Gründung, das heißt er hat seinen Betrieb noch nicht aufgenommen.

Was macht das Islam Institut?

Am Institut für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität sollen im staatlichen Rahmen Religionslehrer für die Berliner Schulen sowie Imame für Moscheen ausgebildet werden, ebenso Sozialarbeiter und Wissenschaftler.

Wer bestimmt die Lehrinhalte?

Mangels anerkannter islamischer Religionsgemeinschaften soll ein Beirat diese Aufgabe übernehmen. Der Beirat entscheidet auch über die Besetzung der Professuren mit.

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Studie entdeckt Gemeinsamkeiten zwischen Islamisten und Neonazis

Für eine Studie wurden zwischen 2013 und 2017 mehr als 10.000 extremistische Posts in sozialen Medien untersucht. Das Ergebnis: Islamisten und Neonazis haben viel gemeinsam. Allerdings sei die Rhetorik der Islamisten „deutlich gemäßigter“.

DIE WELT

Eine Analyse rechtsextremer und islamistischer Beiträge in sozialen Netzwerken zeigt, dass Feindlichkeit gegen Muslime und Islamismus eng miteinander verbunden sind und sich gegenseitig verstärken. Mobilisierungs- und Radikalisierungsstrategien ähnelten sich, und auch ideologisch gebe es Gemeinsamkeiten, erklärte das Jenaer Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft am Freitag bei der Vorstellung der Studie. Muslimfeindliche Beiträge sind demnach aber im Vergleich „radikaler und verbreiteter“.

Für die Studie untersuchte das Institut in Zusammenarbeit mit dem Londoner Institut für Strategischen Dialog zwischen 2013 und 2017 mehr als zehntausend islamistische und rechtsextreme Facebook-Inhalte sowie mehr als eine Million deutschsprachige Twitterbeiträge.

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Freikirchen fordern Richtungswechsel in der Flüchtlingspolitik

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen hat zum Abschluss des EU-Gipfels zur Migrationspolitik einen Richtungswechsel in der europäischen Flüchtlingspolitik angemahnt. „Europa ist dabei, seine Seele zu verkaufen“, erklärte die Arbeitsgemeinschaft am Freitag im brandenburgischen Wustermark.

evangelisch.de

Das Recht auf Asyl werde ausgehöhlt. „Europa steht wie noch nie seit dem zweiten Weltkrieg in der Gefahr, sein eigenes Wertefundament und das der internationalen Staatengemeinschaft aufzugeben.“ Alles müsse daran gesetzt werden, das Globalwohl in so in den Blick zu nehmen, dass den Menschenrechten weltweit zu ihrer Geltung verholfen werde.

Zugleich kritisierte die Vereinigung die Geisteshaltung vieler Menschen in Europa. Eigene Interessen würden über den Schutz von Menschen gestellt, die in lebensbedrohlicher Not Schutz suchten, betonten Präsident Christoph Stiba und Peter Jörgensen laut Mitteilung.

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Sterbehilfe: Keine Chance auf tödliche Medikamente

Medikamente zur Selbsttötung, wie hier in Belgien zu sehen, sollen Patienten in Deutschland nicht erhalten. (Foto: dpa)
  • In einem Schreiben des Gesundheitsministeriums an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte heißt es, dass Patienten keine letale Dosis eines Betäubungsmittels bekommen sollen.
  • Hintergrund des Schreibens ist ein wegweisendes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Frühjahr 2017, das Patienten in bestimmten Fällen den Zugang zu solchen Medikamenten erlaubt hat.
  • Experten fordern seit Langem von der Bundesregierung, bestehende Paragrafen zu überarbeiten und damit endlich Klarheit für Patienten zu schaffen.

Von Kristiana Ludwig, Felix Hütten | Süddeutsche Zeitung

Schwerkranken Patienten soll der Zugang zu einem tödlichen Medikament zum Zweck der Selbsttötung untersagt werden. Das geht aus einem Anschreiben des Staatssekretärs des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), Lutz Stroppe, an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hervor, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Nach Aussage eines Ministeriumssprechers handelt es sich hierbei um eine „schriftliche Aufforderung mit rechtsverbindlichem Charakter“.

In dem Brief bittet Stroppe das BfArM, Anträge von Patienten auf eine letale Dosis eines Betäubungsmittels abzulehnen. Damit versucht der neue Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für mehr Klarheit in der Debatte um „Sterbehilfe“ in Deutschland zu sorgen. Das BfArM ist dem Gesundheitsministerium unterstellt.

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