Kreuzpflicht in Bayern kommt: Es bleibt umstritten


Das Kreuz mit den Religionen
Ab Juni sollen Kreuze in allen Behörden des Freistaats die christlich-abendländische Prägung Bayerns sichtbar machen. Doch konsequent umgesetzt wird das nicht.

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Die Kreuzpflicht für die bayerischen Landesbehörden tritt an diesem Freitag in Kraft – doch publikumswirksame Bereiche bleiben ausgenommen. Für Hochschulen, Museen und Theater des Freistaats gilt keine Verpflichtung, sondern lediglich eine Empfehlung. Das sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Kunst- und Wissenschaftsministeriums in München, zuvor berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. „Die Verpflichtung, Kreuze im Eingangsbereich anzubringen, gilt auch für alle Behörden im Bereich des Kunst- und Wissenschaftsministeriums, mit Ausnahme der Hochschulen, Theater und Museen“, erklärte die Sprecherin. „Für die gilt die Empfehlung.“

Papstbesuch

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Freitag an einem passenden Ort Gelegenheit, sich zur Kreuzpflicht zu äußern: Er will Papst Franziskus und dessen Vorgänger Benedikt XVI. in Rom besuchen. Söder hatte angeordnet, dass in den Dienstgebäuden des Freistaats ein Kreuz im Eingangsbereich aufzuhängen ist. Das soll die christlich-abendländische Tradition Bayerns deutlich machen. Kritiker sehen darin jedoch lediglich einen politischen Schachzug, um bei der Landtagswahl im konservativen Lager zu punkten.

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