Ausgerechnet nach Deutschland: 300.000 Juden flohen vor Antisemitismus in Polen


Millionen von Menschen flohen nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland. Bundesarchiv, Bild 146-1985-021-09 / Unbekannt / CC-BY-SA 3.0
Juden in Polen warnen immer wieder vor Antisemitismus. Böse Witze und Kommentare gehören zum Alltag. Das war auch nach dem Zweiten Weltkrieg so. Damals verließen die Überlebenden den Holocaust Polen und fanden ausgerechnet in Deutschland ihre neue Heimat.

Von Armin Fuhrer | FOCUS ONLINE

Als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern lag, geschah etwas, womit niemand gerechnet hatte: Für rund 300.000 Menschen aus Osteuropa wurde diese Trümmerwüste zum Fluchtpunkt. Sie gingen im Chaos der Zeit weitgehend unter. Millionen von Menschen suchten eine Bleibe in den drei Westzonen. Unter ihnen viele Juden.

Die Flucht vor den Nachbarn, Kollegen und Freunden

Mitten in dieses Chaos zog es in den kommenden Monaten und Jahren eine Gruppe von Menschen, mit der niemand gerechnet hatte: Juden aus Osteuropa, aus dem Baltikum, aber vor allem aus Polen. Auch sie flohen, allerdings weniger vor der Roten Armee, die ihre Heimat besetzt hatte, sondern vor den Menschen, die bisher ihre Nachbarn gewesen waren, ihre Kollegen und manchmal sogar ihre Freunde.

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