Computermodell bietet Lösung für 17-weibliche-auf-einen-männlichen-Vorfahren-Rätsel an


Tian Chen Zeng, Marcus Feldman und Alan Aw. Bild: Marcus Feldman / Stanford University
Stanford-Wissenschaftler weisen nach, dass eine Kombination aus Patri-Clans und Kriegen zum „neolithischen Y-Chromosomen-Flaschenhals“ vor fünf- bis siebentausend Jahren geführt haben könnte

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Ein an der nordkalifornischen Eliteuniversität Stanford forschendes Wissenschaftlerteam hat in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature eine Studie veröffentlicht, die ein Problem löst, das seit seiner Entdeckung 2015 nicht nur Vorgeschichtler und Humangenetiker beschäftigt: Es geht um den „neolithischen Y-Chromosomen-Flaschenhals“, der vor fünf- bis siebentausend Jahren in der männlichen Abstammungslinie der Menschheit auftrat.

Damals verringerte sich die genetische Diversität bei den Y-Chromosomen in Europa, Asien und Afrika drastisch. So drastisch, dass das Verhältnis von weiblichen zu männlichen Stammeltern schließlich bei 17 zu 1 lag.

Flaschenhälse in Abstammungslinien sind in der Biologie nichts Ungewöhnliches. Oft gehen sie mit Wetter- oder anderen Naturkatastrophen einher. Aber ohne menschlichen Eingriff betreffen sie im Regelfall sowohl männliche als auch weibliche Vorfahren. Das ist ein Hinweis darauf, dass der neolithische Y-Chromosomen-Flaschenhals kulturelle Ursachen oder Mitursachen haben könnte.

weiterlesen