Das Einmaleins der globalen Migration


Migration sei die wirksamste Massnahme zur Reduktion von Armut, meint Branko Milanovic. (Bild: Annick Ramp / NZZ)
Europa ist wohlhabend. Also zieht der Kontinent viele Migranten an. Branko Milanovic, einer der einflussreichsten Ökonomen der Welt, erklärt die Arithmetik des Problems und plädiert für unkonventionelle Lösungen.

Thomas Fuster | Neue Zürcher Zeitung

Hand aufs Herz: Wer würde nicht schwach, wenn ihm andernorts ein zehnfach höheres Einkommen winkte? Welcher holländische Arbeiter, um die Sache etwas konkreter zu machen, würde nicht nach Neuseeland aufbrechen, wenn er dort 500 000 statt 50 000 € verdiente? Das Gedankenexperiment entstammt dem Blog von Branko Milanovic. Doch Milanovic, der mit seinen Arbeiten über Ungleichheit und Armut zu den einflussreichsten Ökonomen gehört, geht es weder um die Niederlande noch um Neuseeland. Der frühere Weltbankmitarbeiter will mit dem Perspektivenwechsel nur das Einmaleins globaler Migration aufzeigen.

Dass Europa laut Milanovic eine «exzellente Auswanderungsdestination» ist, hat primär mit Wohlstand zu tun. So liegt das Bruttoinlandprodukt (BIP) in Westeuropa bei knapp 40 000 $ pro Kopf, in Afrika südlich der Sahara aber bei 3500 $.

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