Tödlicher Tanz der Schwarzen Witwe


Die Radiostrahlung des Pulsars PSR B1957+20 (im Hintergrund) durchquert eine Wolke aus dem Material seines Partners, eines Braunen Zwergs. Bild: Mark A. Garlick / Dunlap Institute for Astronomy & Astrophysics, University of Toronto
Ein Riesenteleskop, neueste Technik und ein physikalischer Glücksfall liefern den bislang schärfsten Blick auf ein Sternsystem, in dem sich eine Tragödie abspielt.

Von Jan Hattenbach | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein Drama spielt sich ab im Sternbild Pfeil, und für einen der Beteiligten wird es tödlich enden. Vor 30 Jahren bereits entdeckten Astronomen dort, 6500 Lichtjahre von der Erde entfernt, ein höchst ungewöhnliches Sternsystem und gaben ihm den Namen „Schwarze Witwe“: Ähnlich wie die gleichnamige Webspinne „frisst“ ein Stern im Doppelsternsystem „PSR B1957+20“ seinen Partner auf. Nun gelang einem Team um Robert Main von der University of Toronto in Kanada der bislang schärfste Blick auf den Akt des kosmischen Kannibalismus. Dabei halfen ihnen das 300 Meter große Radioteleskop in Arecibo auf Puerto Rico und ein bemerkenswerter physikalischer Effekt.

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