Freudige Begegnung der 4. Art?


Blick ins Neutrino-Observatorium MiniBoone Bild: Fermilab
Am Fermilab hat man starke Hinweise auf die Existenz von sterilen Neutrinos gefunden. Die Ergebnisse bestätigen ein früheres Experiment und werden bereits als Sensation feiert.

Manfred Lindinger | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gibt es neben den drei bekannten Neutrinosorten – den Elektron-, Myon- und Tau-Neutrinos – noch eine vierte, bislang unbekannte Art? Seit einem umstrittenen positiven Befund aus den neunziger Jahren, haben diese als sterile Neutrinos bezeichneten Elementarteilchen immer wieder Anlass zu Spekulationen gegeben. Nun hat die Diskussion eine unerwartete Wendung genommen. Physiker des amerikanischen Neutrino-Observatorium „MiniBoone“ haben in ihren Daten deutliche Hinweise gefunden, die sich mit der Existenz von sterilen Neutrinos erklären ließen. Sollte sich die Beobachtung bestätigen, wäre das eine Sensation. Denn die Existenz von sterilen Neutrinos ist im Standartmodell der Elementarteilchenphysik nicht vorgesehen. Sterile Neutrinos werden unter anderem als Kandidaten für die mysteriöse „Dunkle Materie“ gehandelt, die den Löwenanteil der Materie im Universum ausmacht, deren Beschaffenheit man jedoch noch immer nicht kennt.

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