Israel-Experte: „Der Besuch von Netanjahu bei Merkel ist nur Show“


Isreals Premier Benjamin Netanjahu tritt die Europa-Reise an, um in Berlin, Paris und London für ein härteres Vorgehen gegen den Iran zu werben. Foto: dpa
Die deutsch-israelischen Beziehungen sind angespannt – die rechtsgerichtete Regierung von Premier Benjamin Netanjahu und ihre Siedlungspolitik wird in der Bundesregierung kritisch gesehen.

Von Daniela Vates | Berliner Zeitung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vergangenes Jahr auf eine Reise verzichtet. Dass US-Präsident Donald Trump die Botschaft seines Landes nach Jerusalem verlegt und das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt hat, kompliziert die Lage in der Region. In dieser Lage kommt nun Premier Netanjahu am Montag zu Besuch ins Kanzleramt. Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, blickt darauf mit Skepsis.

Herr Primor, die Bundesregierung ist seit einer ganzen Weile auf Distanz zur israelischen Regierung gegangen. Ist der Besuch des Premiers bei der Bundeskanzlerin ein Zeichen der Annäherung oder diplomatisches Business as usual?

Business as usual ist der richtige Begriff. Aber es gibt auch noch einen anderen Grund: Netanjahu hat Probleme in Israel. Es gibt gravierende Korruptionsvorwürfe gegen ihn. Er steht deswegen wahrscheinlich in den nächsten Wochen vor Gericht. Daher ist er gerade ganz besonders in der internationalen Politik unterwegs: Er spricht mit Russland, mit den USA, mit verschiedenen anderen Ländern. Er fährt hin, er fährt her. Das soll von seinen Problemen ablenken. Aber es wird nichts nützen, weil das Gericht sich davon nicht beeinflussen lassen wird.

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