Theologe Dabrock über die „Goldgräberstimmung bei Arbeit mit Gen-Schere“


Bild: 4ever.eu
Darf man die Gen-Grundlagen des Menschen mit der Crispr-Technik nachhaltig manipulieren? Ethikrat-Chef Dabrock warnt davor, sieht aber auch Chancen der Technik. Er fordert mehr Debatten und mehr Risiko-Management.

Petra Kaminsky | katholisch.de

„Das ist ein Menschheitsthema, das man nicht alleine den Wissenschaftlern überlassen darf.“ Das sagt der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, mit Blick auf die Gen-Technik Crispr/Cas. So heißt eine Art chirurgische Gen-Manipulation, mit der sich sehr zielgenau und einfach Änderungen an den Erbinformationen vornehmen lassen. Die Methode wird zwar erst seit einigen Jahren angewandt. Doch bei Pflanzen und Tieren sind die Forscher schon recht weit. Einige Länder schreiten auch in Richtung Anwendung am Menschen voran. Dabrock spricht sich im Interview deshalb für eine internationale Institution aus, die diesen Prozess beobachtet.

Frage: Was ist aus Ihrer Sicht die größte Chance durch die Technik der Gen-Schere?

Dabrock: Man muss zwischen kurzfristigen und langfristigen Perspektiven unterscheiden. Ich sehe im Bereich Landwirtschaft kurz- bis mittelfristig sehr interessante Entwicklungen. Ich sehe Möglichkeiten im Bereich der Gestaltung von Ökosystemen. Das wird intensiv debattiert. Ein Beispiel: Darf man Mücken, die Malaria übertragen, unfruchtbar machen oder sogar ausrotten. Und ich sehe im Bereich der Medizin viele Möglichkeiten.

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1 Comment

  1. Fast bin ich ein wenig versucht, dem Herrn Dabrock eine sehr seltene, genetisch bedingte, bislang nicht heilbare und unaufhaltsam fortschreitende Muskelschwäche an den Hals zu wünschen…

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