Werbeverbot für Abtreibungen: Ethikrat Theologe Dabrock fordert Erhalt des Status quo


Bild: Deutscher Ethikrat
Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, plädiert in der Debatte um das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche für den Erhalt der bisherigen Gesetzeslage.

Roland Gertz, Christiane Ried | evangelisch.de

Die deutsche Regelung, dass eine Abtreibung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche „rechtswidrig, aber straffrei“ sei, finde er ethisch überaus bedeutsam, sagte Dabrock dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bringe sie doch zum Ausdruck: Ein Schwangerschaftskonflikt sei zwar nicht mit den Mitteln des Rechts zu lösen, aber trotzdem müssten solche Fälle rechtlich geregelt sein. Wenn einmal menschliches Leben da sei, komme diesem auch Schutz zu. Dieser Schutz könne in der Schwangerschaft aber nicht gegen die werdende Mutter durchgesetzt werden.

Es sei einerseits intuitiv nachvollziehbar, dass man für eine rechtswidrige Tat nicht werben dürfe, betonte der evangelische Theologe und Ethiker. Auf der anderen Seite müssten Frauen aber auch Informationsmöglichkeiten für Schwangerschaftsabbrüche bekommen können – jenseits von „spektakulärer, sich inszenierender Werbung“. Die Politik müsse nun überlegen, wie sie dies gewährleisten könne, ohne „die Architektur der Schwangerschaftskonfliktregelung um den Paragrafen 218“ aufzugeben.

weiterlesen