Ankara will die PKK aus Irak vertreiben

Türkische Einheiten sollen schon 30 Kilometer tief auf irakischem Boden stehen, heißt es in Ankara.Foto (Archiv): Bulent Kilic/AFP
Die Türkei will die kurdische PKK und deren syrischen Ableger YPG aus dem Grenzgebiet vertreiben – jetzt wird offenbar eine Militäroffensive im Irak geplant.

Von Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Die Türkei erwägt eine groß angelegte Militärintervention gegen das Hauptquartier der kurdischen Terrororganisation PKK im benachbarten Irak. Derzeit stünden türkische Einheiten bereits fast 30 Kilometer tief auf irakischem Boden, sagte Innenminister Süleyman Soylu. Ein Angriff auf das PKK-Hauptquartier in den irakischen Kandil-Bergen, rund 150 Kilometer südlich der türkischen Grenze, stehe kurz bevor.

Die Türkei betrachtet kurdische Autonomiebestrebungen im Norden Syriens sowie die Präsenz der PKK im Nordirak als Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit. Im Januar hatte Erdogan die türkische Armee in die nordwestsyrische Provinz Afrin geschickt, um die Kurdenmiliz YPG von der Grenze zurückzudrängen und eine kurdische Selbstverwaltung entlang der 900 Kilometer langen türkischen Grenze mit Syrien zu verhindern.

weiterlesen

Advertisements

Ostantarktis: Und sie bebt doch!

Die Ostantarktis galt bisher als seismisch ungewöhnlich ruhig. Doch das war eine Fehlannahme, wie sich nun zeigt. © NASA
Von wegen inaktiv: Auch unter dem dicken Eis der Ostantarktis gibt es Erdbeben, wie seismische Messungen enthüllen. Die Region ist demnach seismisch aktiver als bislang angenommen – und keineswegs durch den Eispanzer „stillgelegt“, wie es eine gängige Theorie postuliert. Ein Großteil der Beben konzentriert sich dabei in urzeitlichen Riftzone. Sie könnte durch Spannungen im Untergrund reaktiviert worden sein, so die Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“.

scinexx

Die Ostantarktis ist eines der am wenigsten erforschten und unzugänglichsten Gebiete der Erde. Der Eispanzer bildet hier ein Hochplateau, das von schneidenden Winden und extrem tiefen Temperaturen geprägt ist. Dort liegt auch der kälteste Ort der Erde. Unter dem Eis bildet die Erdkruste ein Kraton – die besonders dicke und stabile Wurzel des Kontinents. Dass dort auch Relikte uralter Grabenbrüche liegen, entdeckten Forscher erst vor wenigen Jahren.

weiterlesen

«Wir werden sie einpacken, in die Türkei zurückbringen und der türkischen Justiz übergeben»

Zwei der acht türkischen Offiziere, die nach dem misslungenen Putsch 2016 in der Türkei in Griechenland Asyl beantragt haben, verlassen im März 2018 das Berufungsgericht in Athen. (Bild: Costas Baltas / Reuters)
Die Türkei droht mit der Entführung von acht Offizieren, die nach dem Putsch 2016 in Griechenland Asyl beantragt haben. In Athen nimmt man die Drohung ernst. Die Situation ist angespannt wie selten. Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Elena Panagiotidis | Neue Zürcher Zeitung

Was genau ist passiert?

In Athen haben die letzten vier der acht Offiziere, die 2016 nach dem misslungenen Putschversuch in Griechenland Asyl beantragt hatten, den Polizeiposten im olympischen Dorf in Athen verlassen. Dort hatten sie achtzehn Monate – die Höchstdauer, die ein Asylbewerber interniert werden darf – verbracht. Zusammen mit vier weiteren Offizieren wohnen sie nun an einem der Öffentlichkeit unbekannten Ort unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen.

weiterlesen

NRW will Gesichtsverhüllungs-Verbot im Gericht

Eine Frau trägt bei einer Demonstration gegen das Verbot einer vollverschleierung am eine Burka. dpa/Evert-Jan Daniels/epa
Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) will mit Unterstützung anderer Bundesländer ein Verbot der Gesichtsverhüllung bei Gerichtsverhandlungen erreichen.

FOCUS ONLINE

Eine entsprechende gesetzliche Regelung werde NRW zusammen mit Bayern und Niedersachsen bei der Justizministerkonferenz von diesem Mittwoch an im thüringischen Eisenach vorschlagen, teilte das NRW-Ministerium mit. Unterstützung signalisierte auch Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU). „Die offene, auch non-verbale Kommunikation ist ein zentrales Element der Gerichtsverhandlung und dient der Wahrheitsfindung“, erklärte Biesenbach. Außerdem müsse die Identität von Zeugen verlässlich überprüft werden können.

Google und Facebook: US-Bundesstaat verklagt Internet-Riesen wegen politischer Werbung

Google und Facebook werden angeklagt, gegen das Wahlwerbungsgesetz im US-Bundesstaat Washington verstoßen zu haben.Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Der US-Bundesstaat Washington verklagt die Internet-Unternehmen Google und Facebook. Grund ist die fehlende Transparenz zu Auftraggebern politischer Anzeigen.

DER TAGESSPIEGEL

Wegen mangelnder Transparenz zu den Auftraggebern von politischen Anzeigen verklagt der US-Bundesstaat Washington die Internet-Riesen Google und Facebook. Die beiden Unternehmen hielten sich nicht an das örtliche Gesetz zur Wahlwerbung, kritisierte Washingtons Justizminister Bob Ferguson am Montag (Ortszeit). Dieses schreibt vor, dass Unternehmen darüber Rechenschaft ablegen, wer bei ihnen politische Anzeigen schaltet und wie viel dafür bezahlt wird.

Das Wahlwerbungsgesetz des Bundesstaates gelte für jeden, „egal ob es sich um eine kleine Lokalzeitung handelt oder um ein großes Unternehmen“, mahnte Ferguson. Der eingereichten Klage zufolge hielten sich Facebook und Google schon seit 2013 nicht an die Vorschriften.

Ditib bestreitet Werbung für türkischen Militäreinsatz

Der türkische Moscheeverband Ditib hat Berichte zurückgewiesen, wonach in seinen Moscheen in Niedersachsen für türkische Militäreinsätze in Syrien geworben worden sein soll. Auch nach intensiver Recherche sei der Ditib in Niedersachsen ein angeblicher Aufruf dieser Art nicht bekannt, sagte die Ditib-Vizevorsitzende Emine Oğuz am Montag.

FOCUS ONLINE

Die Landesregierung hatte zuvor als Antwort auf eine FDP-Anfrage erklärt, ihr sei bekannt, dass in niedersächsischen Moscheen für militärische Einsätze der Türkei geworben worden sein soll. Worauf die Regierung diese Vermutung stützt, konnte das zuständige Kultusministerium zunächst nicht sagen.

weiterlesen

„Wer junge Muslime zu militärischen Einsätzen auffordert, der hat mit Religion wenig zu tun, sondern der lässt sich vom türkischen Staatschef Erdogan instrumentalisieren“, sagte FDP-Chef Stefan Birkner der „Nordwest-Zeitung“. „Die Landesregierung muss darlegen, wie sie konkret die Unabhängigkeit Ditibs von der Türkei befördern will und welches Konzept sie dabei verfolgt.“

Neuseeland will zum Vogelschutz Säugetiere töten

foto: afp / r. schwing Auch die intelligenten und verspielten Bergpapageien, die Keas, sind durch Fressfeinde bedroht
Bis 2050 will Neuseeland alle eingeschleppten Fressfeinde der einheimischen Vögel ausrotten. Auch die Bevölkerung hilft mit

Bianca Blei | derStandard.at

Es war ein epischer Kampf, als Maui, ein Held der Maori, auszog, um die Sonne zu bändigen. Sie sollte langsamer über den Himmel reisen, damit die Bewohner Neuseelands länger Tageslicht bekommen. Doch Maui war nicht allein. Ein schwarzer Vogel mit blauen Tränensäcken unterstützte den Krieger bei seinem Vorhaben. Der Kokako, die Lappenkrähe, füllte ihre Tränensäcke mit Wasser, damit der Held zu trinken hatte. Zum Dank verlängerte er die Beine des Tieres, damit es leichter durch die Wälder des Inselstaates hüpfen konnte.

Nun ist es der Vogel, der Hilfe braucht: Der Kokako ist gefährdet. Von Siedlern eingeschleppte Säugetierarten vernichten seine Nahrung und fressen seine Eier. Es sind Ratten, Possums und Hermeline, die dem Vogel zusetzen. Doch nicht mehr lange, wenn es nach der neuseeländischen Regierung geht.

weiterlesen

Staatsleistungen an die Kirchen so hoch wie nie

Bild: tilly
Die Bundesländer überweisen den Kirchen immer mehr Geld, wie eine neue Erhebung zeigt. Das Geld fließt zusätzlich zur Kirchensteuer.

SpON

Der Staat überweist den Kirchen jährlich immer mehr Geld: Die Geldzahlungen der Bundesländer an die großen Kirchen sind gegenüber dem Vorjahr um gut 14 Millionen Euro auf den Rekordwert von 538 Millionen Euro gestiegen. Diese sogenannten Staatsleistungen überweist der Staat den Kirchen zusätzlich zu Kirchensteuern und zu den Zahlungen, welche die Kirchen für ihre Arbeit im sozialen Sektor erhalten, also etwa in Kindergärten, Schulen oder Krankenhäusern.

Über den Anstieg berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf eine Erhebung der Humanistischen Union. Wie der kirchenkritische Verband demnach weiter vorrechnet, erhielten die Kirchen seit 1949 insgesamt fast 17,9 Milliarden Euro Staatsleistungen.

weiterlesen

Amnesty wirft US-geführter Militärkoalition die Zerstörung von Rakka vor

Ein Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte steht in den Ruinen von Al-Rakka Quelle: dpa
Ein neuer Bericht der Menschenrechtsorganisation wirft der Militärallianz des Westens Vergehen im Kampf um Al-Rakka vor. Die einst von 200 000 Menschen bewohnte Stadt ist seit Oktober vom IS befreit. Und liegt in Trümmern.

DIE WELT

Amnesty International beschuldigt die US-geführte Militärkoalition in Syrien, den Leben von Zivilisten in Al-Rakka bei ihren Einsätzen kaum Beachtung geschenkt zu haben. Hunderte seien bei der Offensive im vergangenen Jahr getötet und Teile der Stadt zerstört worden, beklagte die Menschenrechtsorganisation in einem Bericht am Dienstag. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte Al-Rakka einst zur Hauptstadt ihres eroberten Gebietes erklärt. Im Oktober wurden die Extremisten vollständig aus der Stadt vertrieben.

Amnesty warf der Koalition vor, sie hätte wissen müssen, dass IS-Kämpfer Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchten – und daher hätte sie ihre Taktiken im Kampf gegen die Miliz auch anpassen müssen. Für den Bericht befragten die Menschenrechtler mehr als 100 Bewohner und besichtigten 42 militärische Ziele der Koalition in Al-Rakka. „Wenn so viele Zivilisten von Angriff zu Angriff sterben, läuft etwas offensichtlich falsch“, sagte Donatella Rovera, eine Wissenschaftlerin, die die Stadt besuchte.

weiterlesen

Polen und die „Aktion Weichsel“ – erste Entschädigung

Deportation von Ukrainern 1947. Bild: PD
Ein Urteil zur Entschädigung eines Ukrainers für eine Zwangsumsiedlung 1947, das den polnischen Staat viel kosten kann, politisch und finanziell

Jens Mattern | TELEPOLIS

Ein 85-Jähriger hat nach 15 Jahren Verhandlung vom polnischen Staat 390.000 Zloty (90.000 Euro) Entschädigung für ein Unrecht aus dem Jahre 1947 erstritten, so die Meldung des Nachrichtenportals der Gazeta Wyborcza Rzeczowa am Freitag.

Das Unrecht nennt sich „Aktion Weichsel“. Vom April bis Juli 1947 siedelte das polnische Militär Ukrainer sowie slawische Minderheiten wie Lemken und Bojken gewaltsam aus und deportierte sie in den Westen der Volksrepublik Polen. Gleichzeitig blockierten sowjetische wie tschechoslowakische Einheiten die Grenzen. Die betroffenen Dörfer wurden umstellt, die Menschen hatten nur einige Stunden Zeit, ihre Sachen zu packen, ihre Häuser und ihr Grund wurden enteignet. Etwa 150.000 Ukrainer in Polen wurden zwangsumgesiedelt.

Der Grund war der Partisanenkrieg der UPA im Südosten des neuen polnischen Staates. Der Partisanenkampf der „Ukrainischen Aufständischen Armee“ (UPA) ging weiter, die bis Mitte der 50er Jahre kämpfte sie auf dem Gebiet der Sowjetunion für eine unabhängige Ukraine

Der 85-Jährige, der nun die Entschädigung bekommt, will anonym bleiben, da er in einem Dorf lebt und er durch den Reichtum gefährdet sei. „Das war einer meiner ersten Fälle“ erklärte sein Anwalt Lukasz Kurowski, der darauf verwies, dass erfahrene Juristen den Betroffenen wegen Aussichtslosigkeit sonst abgewiesen hätten. Denn bislang hatten die polnischen Gerichte jegliche Klagen dieser Art abgewiesen. Durch den gewonnen Prozess könnten nun andere ukrainischstämmige Polen sich ermutigt fühlen, gegen den Staat zu klagen.

weiterlesen

Schleppen Zugvögel ein neues Tropenvirus ein?

Der Schilfrohrsänger überwintert in Afrika – und kann bei seiner Heimkehr mit dem Alkhurma-Virus infizierte Zecken tragen. © Marek Szczepanek/ CC-by-sa 3.0
Zugvögel als Virentransporter: Aus Afrika heimkehrende Zugvögel könnten ein neues hämorrhagisches Fieber nach Europa einschleppen. Denn Forscher haben bereits sechs mit dem Alkhurma-Virus infizierte Zecken bei heimkehrenden Zugvögeln im Mittelmeerraum nachgewiesen. Die Überträger-Zeckenart, Hyalomma rufipes, ist sogar schon in Deutschland gefunden worden. Das Risiko einer Einschleppung dieser Erreger nach Europa sei damit durchaus gegeben, warnen die Forscher.

scinexx

Blutsaugende Insekten und Zecken gelten als Hauptüberträger vieler gefährlicher Infektionskrankheiten – gerade in tropischen Gefilden. Doch mit dem Klimawandel breiten sich viele wärmeliebende Mücken- und Zeckenarten immer weiter nach Norden aus – bis ins Mittelmeergebiet und sogar nach Deutschland. Beispiele sind unter anderem die Asiatische Tigermücke und die Buschmücke. Das erhöht auch das Risiko für eine Übertragung tropischer Krankheiten.

weiterlesen

Spüren schon Bonobos Ekel?

REUTERS
Auch unsere Cousins wenden sich ab von Futter, das mit Fäkalien und Erde kontaminiert ist. Ob ihnen dabei auch so graust, konnte das Experiment nicht klären.

Jürgen Langenbach | Die Presse.com

Nichts ist für Lebewesen so riskant wie das, was sie am nötigsten brauchen: Nahrung. Die kann voller Gifte und/oder Krankheitserreger sein, zur Risikominimierung gibt es mehrere Strategien: Zunächst kann man sich an Bewährtes halten und Ungewohntes verschmähen, diese Neophobie haben etwa Ratten ganz extrem, aber auch unter Menschen ist bekannt, das „der Bauer nicht isst, was er nicht kennt“. Das war immer schon etwas pejorativ eingefärbt und ist aus der Mode geraten, seit eine exotische Frucht nach der nächsten die Neugier lockt, bei diesen Früchten verlässt man sich darauf, dass sie so hergerichtet sind, dass sie keine Gefahr bringen.

Das Herrichten ist die zweite Strategie: Nahrung wird prozessiert, im einfachsten Fall gewaschen, so halten es etwa Makaken, und Menschen tun es auch, sie haben wache Augen, Bananenbündel etwa werden vor dem Versand inspiziert. Und wenn im Empfängerland in irgendeinem Supermarkt doch eine Spinne herauskriecht, stellen sich nicht nur Schlagzeilen ein, sondern auch Emotionen: Furcht und Ekel.

weiterlesen

Papst Franz: Ökumene, aber mit Augenmaß

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Seit Monaten ringen die deutschen Bischöfe um die Frage, ob und unter welchen Bedingungen nicht-katholische Ehepartner die Kommunion empfangen dürfen. Nun gibt es neue Signale aus Rom – Papst Franziskus tritt auf die Bremse.

Ludwig Ring-Eifel | katholisch.de

Gleich zweimal hat Papst Franziskus jetzt in Sachen Ökumene auf die Bremse getreten. Am Montagvormittag empfing er das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes unter Leitung seines Vorsitzenden, Bischof Gerhard Ulrich. Dem leitenden Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland schrieb der Papst eine eindringliche Bitte um mehr Geduld beim ökumenischen Dialog ins Stammbuch: „Wir müssen gehen und voranschreiten, doch nicht ungestüm vorpreschen, um begehrte Ziele zu erreichen, sondern gemeinsam geduldig gehen unter dem Blick Gottes.“

weiterlesen

Migranten: Italiens Priorität lautet „Schickt sie nach Hause“

„Shame on you, Europe“. Foto: Sea-eye.org
Der neue Innenminister Matteo Salvini setzt auf massenhafte Rückführungen, große Einsparungen beim Empfang und auf eine Gegnerschaft zu den NGOs

Thomas Pany | TELEPOLIS

Mit Matteo Salvini steht nun eine Reizfigur an der Spitze des italienischen Innenministeriums. Mit ihm verbunden sind einerseits Befürchtungen, dass nun eine stramm rechte fremdenfeindliche Migrationspolitik gemacht wird, die auf Angsteinjagen und Populismus gründet.

Es sei leicht angesichts dieses Aufstiegs entmutigt zu sein, kommentiert in diesem Sinne Craig Spencer, ein Arzt von der Aquarius, dem Schiff der NGO Ärzte ohne Grenzen. Die Organisation gehört nicht zu den Lieblingen der neuen Regierung.

Anderseits sind aber auch Hoffnungen mit Salvinis Migrationspolitik verbunden, die sich ganz sicher nicht auf das Lager der Lega-Wähler beschränken. Es sind nicht nur Rechte, die mit der Einwanderung vieler Männer nicht zurechtkommen.

Italien wurde alleine gelassen, wenn es um die Migranten ging, die über das Mittelmeer gekommen waren, heißt der partei- und länderübergreifende Konsens. Weder von Politikern noch aus den Medien ist zu dieser Äußerung ein lauter und überzeugender Widerspruch zu hören. Auch nicht in Deutschland.

700.000 Zuwanderer sollen in den letzten Jahren nach Italien gekommen sein, war in den Berichten der letzten Tage zu lesen und schon lange vor der kürzlichen Parlamentswahl war die Rede davon, dass das Land die Aufnahme einer solchen Menge an Zuwanderern nicht mehr schafft.

weiterlesen

The Moons of Some Giant Alien Planets Could Host Life

An artist’s illustration of a habitable exomoon orbiting a giant exoplanet. Credit: Jay Friedlander/Britt Griswold/NASA/GSFC
Researchers have identified more than 100 giant exoplanets that may have potentially life-hosting moons. The new analysis could change the way scientists search for life in the cosmos, study team members said.

By Chelsea Gohd | SPACE.com

That search has generally focused on places more or less like Earth — rocky planets in the „habitable zone“ of their host star, that just-right range of distances where liquid water could exist on a world’s surface. Jupiter-like planets don’t seem like good candidates in this regard, because they have no discernible surface. But the rocky moons of such gas giants may be a different story, study team members said. [How Habitable Zones for Alien Planets and Stars Work (Infographic)]

„There are currently 175 known moons orbiting the eight planets in our solar system,“ study co-author Stephen Kane, an associate professor of planetary astrophysics at UCR and a member of UCR’s Alternative Earths Astrobiology Center, said in a statement.

read more

Trump: „Ich habe das absolute Recht, mich selbst zu begnadigen“

Donald Trump hat auf die Debatte um die Russland-Ermittlungen reagiert. Rechtlich könne er sich auch selbst begnadigen – er habe sich aber nichts vorzuwerfen.

DER TAGESSPIEGEL

US-Präsident Donald Trump ist der Meinung, dass er sich selbst begnadigen darf. Das twitterte er im Zusammenhang mit der Debatte über die Untersuchungen des US-Sonderermittlers Robert Mueller. „Ich habe das absolute Recht, mich selbst zu begnadigen“, schrieb Trump am Montag bei dem Kurznachrichtendienst. Dies hätten zahlreiche Rechtsexperten dargelegt.

Trump fügte allerdings hinzu, dass er keinen Anlass für einen Begnadigungsakt zu seinen eigenen Gunsten sehe: „Warum würde ich das tun, wenn ich nichts Falsches getan habe?“ Die Ermittlungen zu der Russland-Affäre bezeichnete er erneut als „Hexenjagd“, hinter der die oppositionellen Demokraten stecken würden.

weiterlesen

Entschleunigt und abgehängt

SSC Panorama, Waxahachie 2008. Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 -Bomazi
Bei Dallas steht die Ruine des einst geplanten weltgrößten Teilchenbeschleunigers. Er ist ein Mahnmal für Mutlosigkeit und den Verlust einer technologischen Vorreiterrolle.

Anton Weste | Technology Review

Südlich von Dallas in Texas läuft einer der längsten ungenutzten Tunnel der Welt langsam mit Wasser voll. Elektrische Anlagen verrosten. Es sind die Überreste der ambitioniertesten Forschungsanlage, die jemals in den USA entstehen sollte: Der Superconducting Super Coillider (SSC) sollte mal der größte Teilchenbeschleuniger der Welt werden.

In den 70ern und 80ern warteten zahllose neue Theorien aus der Elementarteilchenphysik auf ihre Unterfütterung durch Experimente in Teilchenbeschleunigern. Am bekanntesten war darunter das vorhergesagte Higgs-Boson. Je leistungsfähiger die Anlage war, desto mehr Erfolge versprachen sich die Wissenschaftler.

Die USA wollten – auch in Hinblick auf den Kalten Krieg – ihre Führerschaft in diesem Forschungsfeld ausbauen und mit dem SSC einen gigantischen Beschleuniger errichten: Dank eines Ringtunnels von 87,1 Kilometern Länge und einer maximalen Kollisionsenergie von 40 Tera-Elektronenvolt würde er auch heute noch den Large Hardon Collider des CERN weit in den Schatten stellen.

4,4 Milliarden Dollar sollte der Bau ursprünglich kosten. Anfang der Achtziger begannen die Arbeiten.

weiterlesen

„Deutschland will sich seiner kolonialen Verantwortung stellen“

Ruprecht Polenz, Jurist und ehemaliger CDU-Generalsekretär.Foto: picture alliance / dpa/ Uli Deck
Im Deutschen Historischen Museum diskutiert ein Symposium über die Rückgabe eines Wappenpfeilers an Namibia. Ein Gespräch mit dem Verhandler Ruprecht Polenz.

Von Birgit Rieger | DER TAGESSPIEGEL

Der Seefahrer Diogo Cão ließ vor 500 Jahren eine dreieinhalb Meter hohe Sandsteinsäule mit portugiesischem Wappen am Kreuzkap im heutigen Namibia aufstellen. 1894 nahm das Deutsche Kaiserreich das Gebiet als Teil der Kolonie Deutsch- Südwest-Afrika in Beschlag, die Säule wurde nach Berlin verfrachtet.

Heute steht sie in der Dauerausstellung im Deutschen Historischen Museum (DHM). Die Regierung von Namibia verlangt die Rückgabe. Ein Symposium im DHM debattiert den Fall am Donnerstag, 7. Juni. Anmeldung erforderlich, Teilnahme frei. Zu den Referenten gehören Ethnologen, Politiker und Museumsleute aus Afrika und Europa. Mit dabei ist Ruprecht Polenz. Der 72-jährige Jurist und ehemalige CDU-Generalsekretär ist Sondergesandter der Bundesregierung für deutsch-namibische Beziehungen.

Herr Polenz, die Regierung von Namibia fordert die Restitution der Säule vom Kreuzkap. Das Deutsche Historische Museum versucht, die Angelegenheit in einem Symposium zu klären. Kann das gelingen?

Ich finde den Weg, den das DHM geht, gut. Das Museum sagt: Wir haben hier ein Objekt mit einer jahrhundertelangen Geschichte, es ist bei uns in Berlin, wie wollen wir in Zukunft damit umgehen? Das ist ein guter Ausgangspunkt, um zu einer vernünftigen Lösung zu kommen.

weiterlesen

Auch das schwerste bekannte Elementarteilchen verdankt seine Masse dem Higgs-Mechanismus

Ein Kandidat für den neuen Teilchenprozess, bei dem ein Higgs-Boson und zwei Top-Quarks entstehen. Eine der Schwierigkeiten beim Nachweis besteht darin, dass der Detektor nicht die erzeugten Teilchen registriert, sondern deren Zerfallsprodukte. (Bild: Cern/CMS)
Am Cern haben Teilchenphysiker einen seltenen Zerfallsprozess beobachtet. Das beantwortet die Frage, warum das Top-Quark so viel schwerer ist als die anderen bekannten Elementarteilchen.

Neue Zürcher Zeitung

Forscher am Cern in Genf haben einen neuen Teilchenprozess entdeckt. Sie konnten zum ersten Mal die gemeinsame Produktion eines Higgs-Bosons mit zwei Top-Quarks messen. Die Beobachtung dieses seltenen Vorgangs verrät den Forschern, wie stark das Higgs-Boson an das Top-Quark koppelt.

Karl Jakobs, der Leiter des internationalen Atlas-Forschungskonsortiums, welches das Higgs-Boson erforscht, bezeichnete die Messung in einer Mitteilung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg als «Meilenstein in der Erforschung des Higgs-Mechanismus und der Wechselwirkung der Elementarteilchen mit dem Higgs-Teilchen». Damit sei nun bestätigt, dass auch das schwerste der bekannten Teilchen, das Top-Quark, seine grosse Masse über den Higgs-Mechanismus erhalte.

weiterlesen

Seelsorger nimmt neues Polizei-Gesetz in Schutz

© Bild: Heiko Barth/Fotolia.com
Seit wenigen Tagen gilt in Bayern ein neues Polizeiaufgabengesetz. Gegen die Änderung hatte es großen Protest gegeben. Polizeiseelsorger Andreas Simbeck hält die Kritik für unbegründet.

katholisch.de

Landespolizeidekan Andreas Simbeck hat die Kritik am neuen bayerischen Polizeiaufgabengesetz zurückgewiesen. „Kritiker, die sagen, wir bekämen dadurch einen Polizeistaat, haben nicht Recht“, sagt er im Interview mit „mk online“ (Samstag). „Der unbescholtene Bürger, der sogenannte ‚brave‘ Bürger, hat durch die Novellierung des Gesetzes überhaupt nichts zu befürchten“, so Simbeck, der die Polizeiseelsorge im Freistaat koordiniert.

Simbeck: Gegner sind eine Minderheit

In Bayern war Ende Mai ein neues Polizeiaufgabengesetz (PAG) in Kraft getreten. Zuvor hatten teilweise mehrere zehntausend Bürger gegen die Novelle protestiert. „Die große Mehrheit der Bürger, die, die mit dem Gesetz und der Arbeit der Polizei einverstanden ist, geht nicht auf die Straße“, kommentierte Simbeck nun die öffentliche Debatte. Gegen das Gesetz würde nur eine Minderheit protestieren.

weiterlesen