Entschleunigt und abgehängt


SSC Panorama, Waxahachie 2008. Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 -Bomazi
Bei Dallas steht die Ruine des einst geplanten weltgrößten Teilchenbeschleunigers. Er ist ein Mahnmal für Mutlosigkeit und den Verlust einer technologischen Vorreiterrolle.

Anton Weste | Technology Review

Südlich von Dallas in Texas läuft einer der längsten ungenutzten Tunnel der Welt langsam mit Wasser voll. Elektrische Anlagen verrosten. Es sind die Überreste der ambitioniertesten Forschungsanlage, die jemals in den USA entstehen sollte: Der Superconducting Super Coillider (SSC) sollte mal der größte Teilchenbeschleuniger der Welt werden.

In den 70ern und 80ern warteten zahllose neue Theorien aus der Elementarteilchenphysik auf ihre Unterfütterung durch Experimente in Teilchenbeschleunigern. Am bekanntesten war darunter das vorhergesagte Higgs-Boson. Je leistungsfähiger die Anlage war, desto mehr Erfolge versprachen sich die Wissenschaftler.

Die USA wollten – auch in Hinblick auf den Kalten Krieg – ihre Führerschaft in diesem Forschungsfeld ausbauen und mit dem SSC einen gigantischen Beschleuniger errichten: Dank eines Ringtunnels von 87,1 Kilometern Länge und einer maximalen Kollisionsenergie von 40 Tera-Elektronenvolt würde er auch heute noch den Large Hardon Collider des CERN weit in den Schatten stellen.

4,4 Milliarden Dollar sollte der Bau ursprünglich kosten. Anfang der Achtziger begannen die Arbeiten.

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