Spüren schon Bonobos Ekel?


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Auch unsere Cousins wenden sich ab von Futter, das mit Fäkalien und Erde kontaminiert ist. Ob ihnen dabei auch so graust, konnte das Experiment nicht klären.

Jürgen Langenbach | Die Presse.com

Nichts ist für Lebewesen so riskant wie das, was sie am nötigsten brauchen: Nahrung. Die kann voller Gifte und/oder Krankheitserreger sein, zur Risikominimierung gibt es mehrere Strategien: Zunächst kann man sich an Bewährtes halten und Ungewohntes verschmähen, diese Neophobie haben etwa Ratten ganz extrem, aber auch unter Menschen ist bekannt, das „der Bauer nicht isst, was er nicht kennt“. Das war immer schon etwas pejorativ eingefärbt und ist aus der Mode geraten, seit eine exotische Frucht nach der nächsten die Neugier lockt, bei diesen Früchten verlässt man sich darauf, dass sie so hergerichtet sind, dass sie keine Gefahr bringen.

Das Herrichten ist die zweite Strategie: Nahrung wird prozessiert, im einfachsten Fall gewaschen, so halten es etwa Makaken, und Menschen tun es auch, sie haben wache Augen, Bananenbündel etwa werden vor dem Versand inspiziert. Und wenn im Empfängerland in irgendeinem Supermarkt doch eine Spinne herauskriecht, stellen sich nicht nur Schlagzeilen ein, sondern auch Emotionen: Furcht und Ekel.

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