Die Tage auf der Erde werden immer länger


Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA
Wissenschaftler haben mit einer neuen Methode rekonstruiert, wie das Verhältnis von Erde und Sonne vor 1,4 Milliarden Jahre war

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Untersuchung der Erd- und Sonnensystemgeschichte von dem Geowissenschaftler Stephen Meyers von der University of Wisconsin und von dem Astronomen Alberto Malinverno von der Columbia University geht davon aus, aus den geologischen Spuren der Milanković-Zyklen in Sedimenten und Fossilien die sich verändernde Sonneneinstrahlung näher zu erforschen. Mit dieser Astrochronologie lassen sich erdgeschichtlich die natürlichen Klimaschwankungen besser verstehen, die durch astronomische Einflüsse entstehen. So hängt die Sonneneinstrahlung von der sich ändernden elliptischen Umlaufbahn der Erde um die Sonne, von der ebenfalls sich verändernden Neigung der Erdachse oder der unterschiedlichen Präzession der Erdrotationsachse ab. Alle diese Zyklen verändern sich periodisch.

Bislang ließen sich die geologischen Auswirkungen der Zyklen etwa 50 Millionen Jahre auf ihre geologischen Spuren zurückverfolgen, weiter zurück kann man aber aufgrund wachsender Unsicherheit, etwa durch das chaotische Verhalten des Sonnensystems, und fehlenden radioisotopischen Daten kaum mehr etwas dazu sagen. Erschlossen werden sie etwa durch Gezeitenablagerungen oder dem Wachstum von wirbellosen Fossilien oder Stromatoliten, durch Mikroorganismen entstandene Sedimentgesteine, während der letzten 2,4 Milliarden Jahre.

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