Der „Jugendwiderstand“ – Identitäre von links?


Grafik: TP
Ein verpeilter Haufen in Berlin-Neukölln und im Ruhrgebiet betreibt giftige Formen von „linkem“ Ideologie-Lego: Vor allem Antisemitismus und toxische Männlichkeit verbinden ihn mit den angeblichen Gegnern im rechten Lager

Marcus Hammerschmitt | TELEPOLIS

Die letzten Jahre haben das paradoxe Fortleben von „kommunistischen“ Splittergruppen gesehen, die sich in völliger Merkbefreitheit hauptsächlich auf stalinistische und maoistische Traditionen berufen. Wenn sie mit ihren Narrenaufzügen durch die Großstädte ziehen, wie zum Beispiel im November 2017, ernten sie meistens die Heiterkeit, die ihnen gebührt.

Ob es sich um beschränkte DDR-Nostalgiker handelt, die MLPD oder um den zweihundertfünfzigsten Aufguss der KPD/ML: Sie alle sind Teil einer übriggebliebenen Avantgarde, die beschlossen hat, den Sozialismus als Mumie zu konservieren.

Die Revolutionsrentner sind fast noch komischer als Leute, die an der SPD noch was erneuern wollen, oder die Karl Marx für einen frühen Globalisierungskritiker halten.

Den „Jugendwiderstand“ könnte man auf den ersten Blick mit diesen traurigen Vereinen verwechseln: Das Herumgepose mit Hammer und Sichel, die vielen Fahnen, die Berufung auf kommunistische Antifaschisten von anno dazumal sprechen zunächst eine vertraute Sprache.

Aber die Parolen des „Jugendwiderstands“ sind noch dürftiger als die der besagten „sozialistischen“ Sklerotiker, seine Mitglieder sind noch nicht grau und sie tendieren zur Gewalttätigkeit, vor allem gegenüber Linken.

Wenn man sich die aufgepumpten, tätowierten Jungmänner ansieht, die den Arbeitersport voranbringen wollen oder die Miniaturaufmärsche mit maximaler Flaggenanzahl, dann könnte man leicht auf den Gedanken kommen, dass das Ganze doch Satire sein soll.

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