Die Mordinszenierung an Babchenko wird für die Regierung zum Rohrkrepierer


SBU-Chef, Generalstaatsanwalt und Babchenko – Regisseure und Ausführende der Mordinszenierung. Bild: SBU
Viele Journalisten, die auf der angeblichen Mordliste stehen, bezweifeln deren Echtheit, der Geheimdienst SBU ermittelt nun gegen eine Online-Plattform, die sie veröffentlicht hat

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die ukrainische Regierung hat sich mit dem vom Geheimdienst SBU und der Generalstaatsanwaltschaft vorgetäuschten Mordanschlag auf den russischen und kremlkritischen Journalisten Babchenko am 29. Mai in Kiew in die Nesseln gesetzt und ihre Glaubwürdigkeit weiter beschädigt. Der ukrainische Präsident hatte die Inszenierung am Tag darauf im Beisein des wiederauferstandenen Babchenko, des Geheimdienstchefs und des Generalstaatsanwalts gefeiert. Die Ukraine habe sich erstmals als wehrhaft erwiesen.

Auch in einem Interview mit El Pais, wo Poroschenko auffällig von kritischen Nachfragen verschont blieb, lobte er erneut diese „Technik“, bei der die Geheimdienste gezeigt hätten, dass sie „effektiv diesen Killer bekämpft“ haben. Der Mord habe die Ukraine destabilisieren sollen, indem die Sicherheitsbehörden vorgeführt werden sollten, weil sie die Lage im Inneren nicht kontrollieren können. Er wolle aus dem Prozess aber keine „politische Show“ machen, was er und die Sicherheitsbehörden allerdings im großen Stil gemacht hatten. Fake News kommen für ihn alleine aus Russland. Und nach ihm zahlen die Ukraine mit ihm an der Spitze mit dem Krieg im Donbass einen „hohen Preis“ nicht nur „für den Schutz unserer Souveränität, unserer territorialen Integrität, unserer Unabhängigkeit, sondern für den Schutz der Freiheit und Demokratie in der Welt“.

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