Maischberger: Unbehagen gegenüber Muslimen gibt es, weil die noch an etwas glauben“


Kein Schweinefleisch in der Mensa und umgetaufte Martinsumzüge? Für den Spiegel-Journalisten Jan Fleischhauer sind nicht die Muslime schuld Quelle: WDR/Max Kohr
In der umstrittenen „Maischberger“-Sendung wurde heftig gezankt. Einen Gast besorgte die Angst vor einem islamischen Bundespräsidenten – und beim „Händeschütteln“ kam die Landwirtschaftsministerin in Fahrt.

Von Felix Simon | DIE WELT

Die Klimaerwärmung schreitet immer schneller voran, die Ozeane füllen sich mit Plastik, eine Vision zum Gegenhalten fehlt. Überall verschieben sich alte Machtgefüge, die USA schaffen sich ab, China strebt empor, Europa steht am Scheideweg. Gleichzeitig verpasst Deutschland den digitalen Anschluss, werden Bakterien gegen immer resistenter gegen Antibiotika, künstliche Intelligenz immer mächtiger, und, und, und…Kurzum: Es gäbe genug Probleme, über die es sich zu reden lohnen würde. Deutsche Talkshows hingegen diskutieren lieber über Identitätspolitik.

Sandra Maischberger musste bereits im Vorfeld Kritik für den Titel ihrer Sendung („Die Islamdebatte: Wo endet die Toleranz?“) einstecken – man könnte argumentieren: nicht zu Unrecht. Die Themensetzung, hieß es daraufhin, sei nicht eine Reaktion auf Forderungen von rechts, man wolle einfach nur wiedergeben, was die Menschen bewege. Doch wie wäre es, einmal stattdessen das zu behandeln, was die Menschen bewegen sollte? Oder einer Talkshow zum Thema „Der Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen: Wo endet die Toleranz?“.

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