Ein Iraker verübt Massaker und erhält Asyl in Frankreich


Ein Jahr nach dem Massaker von Camp Speicher: Irakische Gerichtsmediziner bergen die Leichen von schiitischen Soldaten. (Bild: Reuters)
Mit dem grossen Migrantenstrom gelangt ein mutmasslicher islamistischer Kämpfer auf der Balkanroute nach Frankreich. Erst nach Jahren entdeckt die Terrorabwehr, dass er Kommandant der Kaida und des Islamischen Staats war.

Andres Wysling | Neue Zürcher Zeitung

Die französischen Behörden haben einen Iraker verhaftet, der als anerkannter Flüchtling in Frankreich lebte. Im Juni letzten Jahres hatte er einen positiven Asylbescheid erhalten und eine Niederlassungsbewilligung für zehn Jahre. Jetzt steht er im Verdacht, im Irak als Kommandant des Terrornetzwerks al-Kaida an mehreren Massakern beteiligt gewesen zu sein; 2014 soll er sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Das enthüllte der private Fernsehsender TF1/LCI, gestützt auf Justizkreise; die Meldung wurde in Paris offiziell bestätigt. Unter anderem spielte der 33-jährige Mann offenbar eine Rolle beim grossen Massaker von Tikrit von 2014, als sunnitische Kämpfer Hunderte von schiitischen Rekruten der irakischen Armee umbrachten; sogar von bis zu 1700 Opfern ist die Rede.

weiterlesen