Wie die Mutterfirma von Cambridge Analytica die Reformen in Saudiarabien beeinflusste


Statt im Vorfeld der Reformen die saudische Bevölkerung zu konsultieren, liess sich Kronprinz Mohammed bin Salman offenbar lieber von einer britischen Analysefirma beraten. (Bild: François Mori / AP)
Das saudische Königshaus hat seine jüngsten Reformen vor der Umsetzung testen lassen. Dafür engagierte es laut einem Medienbericht die SCL Group, zu der auch die umstrittene Beratungsfirma Cambridge Analytica gehört.

Manuel Frick | Neue Zürcher Zeitung

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman gilt vielen als Befreier. Die Untertanen im Wüstenstaat dürfen neuerdings ins Kino und an Konzerte. Vor allem für die Frauen scheint sich etwas zu bewegen: Seit kurzem ist ihnen die Gründung eines Unternehmens ohne die Erlaubnis eines Mannes erlaubt; am 24. Juni soll das Fahrverbot für Frauen fallen.

SCL analysierte die Bevölkerung

Dass es dem Kronprinzen bei den Reformen mitnichten um Mitbestimmung geht, zeigte vor kurzem die Festnahme zahlreicher Frauenrechtlerinnen und Frauenrechtler. Die Botschaft ist klar: Freiheiten werden nicht erkämpft, sondern gewährt. Im Vorfeld der Reformen fand denn auch keine offene Debatte in der saudischen Gesellschaft statt. Wie jüngste Enthüllungen der «New York Times» zeigen, holte sich Mohammed bin Salman stattdessen Unterstützung bei der britischen SCL Group, um die Befindlichkeiten in der Bevölkerung zu analysieren.

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