Bundesverfassungsgericht: Von AfD nominierte Richter? Voßkuhle zeigt sich skeptisch

BVerfG Verhandlung 1989 (CC-by-sa/3.0/de from Dt. Bundesachiv)
Bei der Wahl der Verfassungsrichter dominieren bislang Union und SPD. Gerichtspräsident Voßkuhle versteht es, wenn kleinere Parteien mehr mitreden wollen. Mit Blick auf mögliche Vorschläge von AfD und Linkspartei hat er aber einen Hinweis.

Von Thorsten Jungholt | DIE WELT

Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, hat sich offen für eine neue Organisation der Richterwahlen zum obersten deutschen Gericht gezeigt. „Wenn auf Dauer mehr Akteure in Bundestag und Bundesrat sitzen, liegt es nahe, dass die kleineren Parteien bei der Auswahl mehr mitreden wollen“, sagte Voßkuhle WELT AM SONNTAG. Das mache die Suche nach mehrheitsfähigen Kandidaten allerdings nicht einfacher.

Derzeit werden die 16 Richter des obersten deutschen Gerichts je zur Hälfte von Bundestag und Bundesrat mit Zweidrittelmehrheit gewählt. Bislang waren dabei Union und SPD bestimmend, unter gelegentlicher Berücksichtigung von Grünen und FDP.

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Vatikandiplomat wegen Kinderpornografie vor Gericht

Headquarter des Konzerns.

Der Priester soll kinderpornografisches Material über einen kirchlichen PC heruntergeladen und weiterverbreitet haben. Jetzt erhebt die vatikanische Justiz Anklage. Auch der Termin der Gerichtsverhandlung steht.

katholisch.de

Ein früherer päpstlicher Diplomat kommt wegen Kinderpornografie im Vatikan vor Gericht. Nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens erhob die vatikanische Justiz formell Anklage gegen den 50-jährigen Priester, wie das Presseamt des Heiligen Stuhls am Samstag mitteilte. Als Prozessbeginn sei der 22. Juni festgesetzt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.

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Sind gläubige Menschen weniger grausam? – Denkfehler

In diesem Blog diskutieren die Leserinnen und Leser immer wieder die Frage, ob Gläubige die «besseren Menschen» seien als Ungläubige, also Skeptiker oder Atheisten. Für viele ist der Glaube der Hüter von Moral und Ethik. Ohne Religion wäre die Menschheit verrucht, die Erde ein Ort des Grauens, sind Fromme überzeugt.

Hugo Stamm | watson.ch/Blog

Skeptiker halten dagegen, dass das Christentum trotz den Zehn Geboten eine Blutspur durch die Geschichte der Menschheit gezogen habe und dass auch heute noch ein beträchtlicher Teil der kriegerischen Auseinandersetzungen einen religiösen Hintergrund oder zumindest eine religiöse Implikation hätten. Wie oft wurden schon heilige Kriege im Namen Gottes geführt. Islamisten tun es heute noch.

Gläubige wiederum erklären, dass Atheisten in der Geschichte mehr Opfer produziert hätten als alle Glaubenskriege zusammen. Sie verweisen auf Mao, Stalin und andere Atheisten. Viele führen auch Hitler an, um zu zeigen, wie gefährlich und gewalttätig der Atheismus sei.

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„Die Anziehungskraft zwischen Religion und Krieg“

International renommierter Soziologe Prof. Dr. Mark Juergensmeyer wird Hans-Blumenberg-Gastprofessor am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ – „Dauerhafte kulturelle Anziehungskraft zwischen Religionen und Krieg“ – Englischsprachige Vortragsreihe „Religion and War“ – Forschungen zu gewalttätigem religiösen Fundamentalismus – Auftakt am 12. Juni zum „sonderbaren Reiz des Krieges“
Viola van Melis Zentrum für Wissenschaftskommunikation
Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Über religiösen Fundamentalismus und das Verhältnis von Religion und Krieg spricht der US-amerikanische Soziologe Prof. Dr. Mark Juergensmeyer ab der kommenden Woche in Münster. Der neue Hans-Blumenberg-Gastprofessor des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster hat für seine Forschungen an der University of California zahlreiche Interviews mit religiösen Akteuren auf der ganzen Welt geführt, darunter Dschihadisten von al-Qaida und dem IS, Hamas-Führer und christliche Abtreibungsgegner. Ab nächsten Dienstag stellt Mark Juergensmeyer in einer öffentlichen englischsprachigen Vortragsreihe „Religion and War“ seine Forschungsergebnisse über die Vorstellungswelten gewalttätiger religiöser Fundamentalisten in der Gegenwart vor. Der Soziologe will darlegen, wie Religion Kriege begründen, aber auch eindämmen kann. Er hat international beachtete Werke wie „Die Globalisierung religiöser Gewalt“ und „Terror im Namen Gottes“ vorgelegt, die auch auf Deutsch erschienen sind. Die Vorträge sind ab Dienstag, 12. Juni, von 18.15 bis 19.45 Uhr im Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters, Hörsaal JO 101, Johannisstraße 4 zu hören.

Zum Auftakt der Reihe in Münster spricht Mark Juergensmeyer am 12. Juni über den „sonderbaren Reiz des Krieges“ („The Odd Appeal of War“). Er fragt in seinem Vortrag danach, „warum auf Katastrophen so häufig, beinahe selbstverständlich, Krieg folgt“. Beispielhaft will er den „Krieg gegen den Terror“ der USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und den Aufstieg des „Islamischen Staats“ nach dem Sturz Saddam Husseins und dem Aufstand gegen Baschar al-Assad in Syrien untersuchen. In seinem Vortrag „Cosmic War“ („Kosmischer Krieg“) am Montag, 18. Juni, erörtert der Soziologe, wie sehr aktuelle religiöse Gewalt von der Vorstellung eines großen Kampfes zwischen Gut und Böse bestimmt sei. Als Beispiele zieht er etwa christliche Milizen in Afrika, islamistische Terroristen, militante Hindus in Indien und buddhistische Angriffe in Myanmar heran. Unter dem Titel „God at War“ („Gott im Krieg“) spricht Juergensmeyer am 19. Juni über die Wesensverwandtschaft von Krieg und Religion. Dabei will er auch erörtern, wie Religion eine positive Rolle in einer Welt ohne Krieg spielen kann.

Zur Hans-Blumenberg-Gastprofessur von Mark Juergensmeyer sagt der Sprecher des Exzellenzclusters, Religionssoziologe Prof. Dr. Detlef Pollack, der US-amerikanische Soziologe habe mit seinen Forschungen über „Religion und Gewalt“ Erkenntnisse vorgelegt, die für den gleichnamigen Forschungsschwerpunkt des Exzellenzclusters von großem Interesse seien. „Wir erhoffen uns von der Zusammenarbeit mit Mark Juergensmeyer wertvolle Impulse für die Weiterführung unserer Forschungen.“ Die Hans-Blumenberg-Gastprofessur für Religion und Politik – benannt nach dem einflussreichen Münsteraner Philosophen Hans Blumenberg (1920–1996) – soll dazu beitragen, innovative Impulse aus der internationalen Forschung nach Münster zu bringen, und die interdisziplinäre Anschlussfähigkeit am Exzellenzcluster stärken. Auf die Professur werden jedes Semester renommierte Forschende unterschiedlicher Disziplinen berufen.

Blumenberg-Gastprofessor Mark Juergensmeyer

Mark Juergensmeyer ist Professor für Soziologie, Internationale Studien und Religionswissenschaft sowie Gründer des Orfalea Center for Global and International Studies an der University of California, Santa Barbara. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben religiöser Gewalt auch Konfliktlösungen sowie südasiatische Religionen und Politik. Zu seinen Publikationen zählen auch Werke wie „Die Globalisierung religiöser Gewalt. Von christlichen Milizen bis al-Qaida“ (2009), „Gandhi’s Way: A Handbook of Conflict Resolution“ (2005) und „The New Cold War? Religious Nationalism Confronts the Secular State“ (1993). Das Buch „Terror in the Mind of God: The Global Rise of Religious Violence“ („Terror im Namen Gottes: Ein Blick hinter die Kulissen des gewalttätigen Fundamentalismus“) beruht auf Interviews mit religiösen Aktivisten weltweit, darunter Dschihadisten, Anführer der Hamas und christlich-militante Abtreibungsgegner in den USA. (sca/maz/vvm)


Weitere Informationen:

https://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2018/jun/PM_Religion_…


Anhang

attachment icon Programm „Religion and War“

 

Erdogan wird nervös

Wahlkampfveranstaltung der HDP, die das Zünglein an der Waage zuungunsten von Erdogan werden könnte. Bild. HDP
Kurz vor den Wahlen übernimmt die Opposition das Ruder im Wahlkampf, Erdogan reagiert verzweifelt mit Gewalt

Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Rund 1,4 Millionen Türken in Deutschland können seit Donnerstag ihre Stimme für die Parlaments- und Präsidentschaftswahl abgeben. Obwohl Erdogans AKP unter den Wählern hierzulande meist deutlich besser abschneidet als innerhalb der Türkei, lässt sich dieses Mal kaum absehen, wie abgestimmt wird. Im Gegensatz zu den Vorjahren gibt es keine Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland. Und die Stimmung unter den Deutschtürken ist schlecht. Die zermürbenden Debatten um den Einfluss DITIB und die Spitzeleien türkischer Agenten, um Denunziationen und Entführungen von Regimegegnern aus mehreren Ländern haben dafür gesorgt, dass viele Angst haben, offen über ihre Wahlentscheidung zu sprechen. Die repressive Politik Erdogans reicht bis nach Köln, Berlin, Essen.

Laut einer Umfrage des türkischen Sonar-Instituts liegen das Regierungsbündnis aus AKP und MHP sowie das Oppositionsbündnis aus CHP und Iyi Parti nahezu gleichauf. Der entscheidende Faktor, der Erdogan sowohl seine Parlamentsmehrheit als auch am Ende die Präsidentschaft kosten könnte, scheint die HDP zu sein – sofern sie es über die Zehn-Prozent-Hürde schafft.

Und das ist bislang keineswegs ausgeschlossen. Aktuell sind es die HDP und das Bündnis CHP / Iyi Parti, die die Themen im Wahlkampf setzen, und das obwohl sie medial nur geringe Aufmerksamkeit erhalten und sogar, wie im Falle der HDP, täglich gewaltsamen Angriffen auf ihre Wahlkämpfer ausgesetzt sind. Nahezu täglich werden HDP-Unterstützer attackiert, die Polizei sieht entweder weg oder mischt aktiv mit und verhaftet Parteimitglieder und Unterstützer.

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Die USA inspirierten Hitlers Juristen

Die Nationalsozialisten studierten nicht nur die rassistischen Südstaaten, sondern die Rassengesetze aller Bundesstaaten. Quelle: Neues Volk. Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP 4, Nr. 3 (1936), S. 14; mit freundlicher Genehmigung der University of Michigan Library.
Der Historiker James Q. Whitman zeigt, wie die Nationalsozialisten zu Beginn ihrer Herrschaft versuchten, von rassistischer Gesetzgebung in den Vereinigten Staaten zu lernen. Für Vernichtungskrieg und Holocaust benötigten sie allerdings keine Vorbilder. Dies war allein ihr Werk – und ihre Verantwortung.

Thomas Speckmann | Neue Zürcher Zeitung

Dieses Buch lädt zum Missbrauch geradezu ein – wenn auch unfreiwillig. Der Autor ist über jeden Zweifel erhaben. James Q. Whitman ist Professor für vergleichendes und internationales Recht an der Yale-Universität und gilt als einer der angesehensten Rechtshistoriker der Vereinigen Staaten. Aber dieses Buch erscheint in einer Zeit, in der es zwangsläufig Munition liefert: für krude Thesen von Rechts wie von Links. Da ist etwa Alexander Gauland, AfD-Vorsitzender und Fraktionschef im Deutschen Bundestag, der gerade behauptete, Hitler und die Nazis seien nur ein «Vogelschiss» in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte. Oder da ist der frühere SPD-Chef Martin Schulz, der dem neuen amerikanischen Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, vorwirft, sich nicht wie ein Diplomat, sondern wie ein «rechtsextremer Kolonialoffizier» zu benehmen.

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In diesem Kreuz steckt das ganze Kolonialdrama

Die Säule von Cape Cross zeigte die Herrschaftsansprüche des portugisischen Königs an.Foto: Foto: William Blakemore Lyon/DHM
Das Deutsche Historische Museum diskutierte auf einem Symposium über die Rückgabe eines Objekts nach Namibia.

Von Birgit Rieger | DER TAGESSPIEGEL

Der Lichthof im Deutschen Historischen Museum (DHM) ist bereits gut gefüllt, als Raphael Gross, Direktor des Hauses, aufs Podium steigt, um die Redner und rund 350 Interessierte zu begrüßen. Es ist ein Experiment, das Gross hier wagt. Seit 2017 gibt es für die „Säule von Cape Cross“, die sich in der Dauerausstellung des DHM befindet, eine offizielle Rückgabeforderung der namibischen Regierung. Die Herrschaftssäule mit dem portugiesischen Wappen war 1893 ins Deutsche Kaiserreich gebracht worden, zu einer Zeit, als das heutige Namibia unter deutscher Kolonialherrschaft stand.

Das DHM lud zu einem Symposium mit Wissenschaftlern, Philosophen und Museumsleuten aus Europa und Afrika ein, um zu diskutieren, was mit der Säule geschehen soll. Das Objekt steht dabei stellvertretend für die Frage, wie künftig mit Kunstwerken aus ehemaligen Kolonien umzugehen ist. Es ist das erste Mal, dass über die mögliche Restitution eines Kulturguts in einem öffentlichen Symposium diskutiert wird. Sonst finden solche Diskussionen hinter verschlossenen Türen statt. Oder gar nicht.

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Auch die Antarktis ist kontaminiert

Sogar die antarkische Halbinsel, hier der Lemaire-Meeresarm, ist bereits mit Mikroplastik und Umweltgiften kontaminiert. © Liam Quinn/ CC-by-sa 2.0
Von wegen unberührt: Selbst in der Antarktis haben nun Greenpeace-Forscher Mikroplastik und organische Giftstoffe nachgewiesen. Ein Großteil der Schneeproben von der antarktischen Halbinsel enthielt per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), darunter auch krebserregende Verbindungen. In fast allen Meerwasserproben wiesen die Forscher zudem Mikroplastik-Fasern nach. Das bestätigt, dass menschengemachte Chemikalien inzwischen selbst entlegenste Gebiete kontaminieren.

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Ob in entlegenen Bergregionen, in der Tiefsee oder dem ewigen Eis der Arktis: Längst finden sich aus menschlicher Produktion stammende Umweltgifte nahezu überall auf unserem Planeten. Und in den Ozeanen schwimmen Millionen Tonnen von Mikroplastik und Kunststoffmüll.

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Berggorillas in Ruanda: Mein Freund, der Tourist

Wirtschaftsfaktor Berggorilla: Fast 40 000 Touristen reisten im vergangenen Jahr nach Ruanda, um die Tiere einmal aus der Nähe zu sehen. (Foto: Ivan Lieman/AFP)
Berggorillas bewohnen zwei kleine Gebiete im östlichen Afrika. Zuletzt gab es nur noch wenige. Jetzt hat ihre Zahl erstmals seit Jahrzehnten wieder die Grenze von 1000 Tieren überschritten.

Von Bernd Dörries | Süddeutsche Zeitung

Es ist eine Angelegenheit von höchster nationaler Wichtigkeit. Einmal im Jahr begibt sich Ruandas Präsident Paul Kagame zum Informationszentrum des Vulkan-Nationalparkes im Nord-Westen des Landes, um den jüngsten Nachwuchs zu begrüßen: 19 Berggorillas waren es im vergangenen Jahr, die im Beisein des Präsidenten getauft wurden, so wie jedes Jahr. „Es liegt in der Verantwortung von allen, die Artenvielfalt zu beschützen. Wir können nur gewinnen, wenn wir Gorillas schützen“, sagte Kagame 2017. Die Gorillas sind für das kleine Land ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, fast 40 000 Touristen kamen zuletzt, um die vom Aussterben bedrohten Tiere zu sehen. Es ist einer der seltenen Fälle, in denen der Tourismus den Schaden nicht zu vergrößern droht, sondern dabei hilft, das Überleben einer Art zu sichern.

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Sexuelle Gewalt: Die vergessenen Jungen

Foto: Dorothee Wolters/Zartbitter
Als Ilka Villier Tim nach Jahren zufällig auf einer weiterführenden Schule wiedertrifft, ist er ein anderer Mensch. Vor ihr steht ein fröhlicher und friedlicher Junge, ein integrierter, interessierter Schüler.

Von Caroline Kron | Kölner Stadt-Anzeiger

Sechs Jahre zuvor:  Tim, 7, ist das Sorgenkind der Klasse. Er ist   unkonzentriert, unruhig, ungehalten. Rastet  aus scheinbar nichtigen Anlässen aus, prügelt auf Mitschüler ein, beschimpft  sie. Dann wirkt er wieder wie ein Häufchen Elend, hilf- und hoffnungslos. Tims Ausraster  machen ihn zum Außenseiter – ausgeschlossen von der Klasse und von den Lehrern abgeschrieben. Sie raten zur  Versetzung auf eine Förderschule, wissen, wie auch seine ratlose Mutter, nicht mehr ein und aus – und ahnen nichts von dem Martyrium, das  Tim Zuhause  erleiden muss.

Rundfunkbeitrag könnte an Preissteigerung gekoppelt werden

Bild: heise.de
Der Rundfunkbeitrag könnte künftig zusammen mit der Inflationsrate ansteigen. Unter den Ministerpräsidenten deutet sich Zustimmung zu der Initiative an.

heise online

Die Höhe des Rundfunkbeitrags könnte sich künftig möglicherweise an der Inflationsrate orientieren. Dieser Vorschlag ist Gegenstand einer Vorlage, die in der kommenden Woche auf der Konferenz der Ministerpräsidenten beraten werden soll, wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtete.

Hinter dem Vorstoß stehen demnach die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Man wolle eine Finanzstruktur, „die den Anstalten den Raum gibt, ihren Programmauftrag im Rahmen eines festen Budgets erfüllen zu können“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) der Zeitung. „Für uns gehört dazu eine Budgetentwicklung anhand der Inflationsrate.“

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Die Rezession der Neuen Rechten

Grafik: TP
Kommentar: Der kommende Krisenschub wird durch die Politik des Rechtspopulismus in den USA und Europa beschleunigt

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Auf einmal scheint dem exportgetriebenen Dauerboom in der Bundesrepublik sehr schnell die Luft auszugehen. Es seien „dunkle Wolken“, die sich über Deutschlands Industrie zusammenzögen, kommentierte die Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) die jüngsten konjunkturellen Frühindikatoren. Spiegel-Online berichtete, dass es in Europa nicht besser aussehe. Der wirtschaftliche Ausblick der Eurozone habe sich „dramatisch verschlechtert“, Ökonomen warnten inzwischen auch einem Abwärtstrend.

Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge ist der Auftragseingang der deutschen Industrie in vierten Monat in Folge zurückgegangen. Dies sei die „längste Auftragsflaute seit der letzten Finanzkrise“, konstatierte die FAZ. Analysten, die eine konjunkturelle Belebung erwarteten, zeigten sich überrascht von dem schwachen Jahresauftakt. Der Auftragsrückgang um 2,5 % im April sei „eine weitere kalte Dusche“, erklärte beispielsweise Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Diba-Bank gegenüber der Zeitung. „Die Entwicklung sieht nicht gut aus“, kommentierte auch der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Der „Dämpfer“ wurde zumeist mit der „jüngsten Debatte um Strafzölle“ erklärt, da die handelspolitischen Konflikte „erhebliche Verunsicherung“ in die Wirtschaft hineintragen würden.

Inzwischen entwickle sich der zunehmende nationalistische Protektionismus zu einer regelrechten „Bedrohungslage“ für die deutsche Exportindustrie, berichtete die Frankfurter Allgemeine. „Unsere international aufgestellte Wirtschaft droht zwischen die Mühlsteine zu geraten“, klagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier, gegenüber der FAZ. Schlimmstenfalls – bei einer Eskalation zu einem globalen Handelskrieg zwischen den USA, EU und China – drohten der Exportindustrie „irreparable Rückschläge“.

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Selahattin Demirtaş: Aus der Zelle gegen Erdoğan

ap/hdp Wahlkampf vom Gefängnis aus: Selahattin Demirtaş ist seit November 2016 wegen Terrorvorwürfen in einem Hochsicherheitsgefängnis in Edirne in Untersuchungshaft. Der früher Kovorsitzende der Partei der Demokratischen Völker (HDP) verlor seine Immunität als Parlamentsabgeordneter. Er tritt zum zweiten Mal bei Präsidentenwahlen gegen Tayyip Erdoğan an.
Der inhaftierte Kurdenpolitiker führt seinen Wahlkampf über Twitter. Sehr zum Ärger des amtierenden Staatschefs

Markus Bernath | derStandard.at

Der Wasserkocher ist sein bester sonderbarer Freund geworden. Keine Wunderlampe, an der Selahattin Demirtaş reiben könnte, um aus seiner Zelle im Hochsicherheitsgefängnis von Edirne im europäischen Teil der Türkei zu entkommen. Aber doch ein Werkzeug, um sich über die Staatsmacht lustig zu machen. Die hält den charismatischen Oppositionspolitiker seit bald 20 Monaten in Untersuchungshaft und muss nun seine Präsidentschaftskandidatur hinnehmen.

Zwei Schüler sind diese Woche festgenommen worden, weil sie Demirtaş‘ Wasserkocher auf eine Hausmauer in Istanbul gezeichnet hatten. So wichtig ist das Haushaltsgerät mittlerweile geworden. Verbreitung von Terrorpropaganda lautet der Vorwurf gegen die Jugendlichen. Denn Demirtaş und seine prokurdische Minderheitenpartei HDP entscheiden bei den Wahlen am 24. Juni über Sieg oder Niederlage von Tayyip Erdoğan, dem autoritär regierenden Staatschef der Türkei.

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Justizminister: Staatstrojaner per Wohnungseinbruch installieren

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Vorbild Österreich: Die deutschen Justizminister wollen Überwachungssoftware nicht nur über Sicherheitslücken, sondern durch direkten Zugriff auf die Geräte platzieren.

Friedhelm Greis | golem.de

Die Polizei soll künftig zur Installation von Überwachungssoftware und zur Durchsuchung von Geräten in die Wohnung von Verdächtigen eindringen dürfen. Die Mehrheit der Länder-Justizminister habe sich am Donnerstag im thüringischen Eisenach für ein sogenanntes Wohnungsbetretungsrecht ausgesprochen, teilte das rheinland-pfälzische Justizministerium in Mainz mit. Der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) begründete den Vorschlag mit den Worten: „Mit gewöhnlicher Telekommunikationsüberwachung erreichen wir nur noch die ‚dummen‘ Straftäter.“

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Antarctica’s Largest Iceberg Is About to Die … Near the Equator

After 18 years of drifting, Antarctica’s largest iceberg is about to melt away near South America. Credit: NASA/ International Space Station
If being far from home ever gets you down, just be glad you aren’t also melting. NASA scientists reported that, after drifting for nearly 20 years, the largest iceberg ever to break away from Antarctica’s Ross Ice Shelf is about to disappear forever.

By Brandon Specktor | SPACE.com

Now floating northwest of the South Georgia islands near the tail of South America, the iceberg — named B-15 — has traveled more than 6,600 miles (10,000 kilometers) from the ice shelf and is veering dangerously close to the equator. [Photos: Diving Beneath Antarctica’s Ross Ice Shelf]

Satellite images taken from the International Space Station (ISS) on May 22 confirm that the remains of the iceberg are on a crash course with warm tropical waters, where growing pools of meltwater will soon „work [their] way through the iceberg like a set of knives,“ NASA glaciologist Kelly Brunt said in a statement.

The freewheelin‘, formerly Connecticut-size iceberg first embarked on its long cruise after breaking away from the Ross Ice Shelf in 2000, NASA said. At the time, it was the largest single chunk of ice ever to split off from the shelf, measuring 160 nautical miles long and 20 nautical miles wide. (That’s a total area of 3,200 square nautical miles — larger than the island of Jamaica.)

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Bayern will Mehrehen in Deutschland umfassend verbieten

Polygamie ist in Deutschland verboten und steht unter Strafe von bis zu drei Jahren. Im Fall von Flüchtlingen in Deutschland wird dies rechtlich aber uneinheitlich angewandt. Nun möchte Bayern hier Rechtsklarheit und -sicherheit schaffen.

DOMRADIO.DE

Mehrehen sollen nach dem Willen von Bayern in Deutschland grundsätzlich auch für ausländische Ehepartner verboten sein, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Dazu stellte der bayrische Justizminister Winfried Bausback (CSU) am Freitag im Bundesrat in erster Lesung einen Gesetzentwurf vor.

Der Entwurf wurde an die Ausschüsse überwiesen. Federführend ist der Rechtsausschuss.

Polygamie mit Werteordnung der Verfassung unvereinbar

Nach dem Entwurf wird die Anwendbarkeit deutschen Rechts für die Aufhebung polygamer Verbindungen angeordnet. Haben die Ehepartner ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, so ist demnach deren Ehe wie eine nach deutschem Recht geschlossene grundsätzlich aufzuheben. Die Aufhebung solle dabei auch von der zuständigen Verwaltungsbehörde beantragt werden können.

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EU lehnt Rückkehr zu G-8-Gipfeln mit Russland ab

Der amerikanische Präsident Donald Trump vor dem Abflug zum G-7-Gipfel in Kanada Bild: AP
Zwischen den G-7-Partnern ist die Stimmung angespannt – vor allem wegen der Alleingänge des amerikanischen Präsidenten. Ein neuer Vorstoß Trumps stößt auf wenig Gegenliebe.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die EU lehnt die von Amerikas Präsident Donald Trump vorgeschlagene Rückkehr zu G-8-Gipfeln mit Russland ab. Die 7 sei eine gute Zahl, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag kurz vor dem Beginn des G-7-Gipfels im kanadischen La Malbaie. Zudem habe Russland bereits deutlich gemacht, dass es nicht so an dem Format interessiert sei wie andere Partner.

Trump wollte den Kreis der G 7 wieder um Russland erweitern. „Russland sollte am Verhandlungstisch sitzen“, hatte der amerikanische Präsiden zuvor in Washington vor seinem Abflug zum Treffen der sieben führenden Wirtschaftsmächte in Kanada. gesagt „Es waren die G 8 und Russland sollte wieder dabei sein“, so Trump. Die Aufgabe sei es, die Welt zu organisieren, und dazu werde Russland gebraucht. „Ich war Russlands schlimmster Albtraum, aber Russland sollte in diesem Treffen dabei sein.

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Ermittlungen in Graz wegen sexueller Übergriffe eines Priesters

Geistlicher war bereits Ende Mai von Diözese Graz-Seckau dienstfrei gestellt worden

derStandard.at

Gegen einen Priester der Diözese Graz-Seckau wird wegen jahrelanger sexueller Übergriffe ermittelt. Wie Hansjörg Bacher von der Staatsanwaltschaft Graz am Freitag auf APA-Anfrage mitteilte, ist eine entsprechende Anzeige eingelangt. Beim Opfer handelt es sich um eine erwachsene Frau. Das Landeskriminalamt Steiermark wurde mit weiteren Erhebungen betraut.

Ermittelt wird wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses. Der Priester soll von 2009 bis 2014 mehrmals sexuelle Übergriffe begangen haben. Der Verdächtige war Ende Mai von der Diözese dienstfrei gestellt worden – ebenso wie ein zweiter Priester. Gegen ihn liege laut Bacher jedoch keine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Graz vor.

ZDF-Intendant: Osterhasen-Beitrag durch Satirefreiheit gedeckt

Der umstrittene Satirebeitrag mit einem ans Kreuz genagelten Osterhasen stand nach Auffassung von ZDF-Intendant Thomas Bellut nicht im Widerspruch zu den Programmrichtlinien des Senders. „Es war eine für mich nachvollziehbare Reaktion der ‚heute-show‘ auf eine politische Äußerung der AfD“, teilte er auf Nachfrage dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit.

evangelisch.de

Der Beitrag sei „von der Satirefreiheit gedeckt“. Zugleich sagte Bellut, er bedauere, „dass bei einem kleinen Teil der Zuschauer religiöse Gefühle verletzt wurden“. Wegen des „heute-show“-Beitrags vom 6. April waren mehrere Programmbeschwerden beim ZDF eingegangen.

Einer der Beschwerdeführer, der Christliche Medienverbund KEP, hatte am Mittwoch mitgeteilt, Bellut habe sich in seiner Antwort auf die Programmbeschwerde für den Satirebeitrag entschuldigt. In dem Schreiben, das dem epd vorliegt, hatte der Intendant erklärt, die „heute-show“ habe mit der Satire die „Instrumentalisierung christlich-abendländischer Werte durch die AfD zur Rechtfertigung islamfeindlicher Ressentiments“ anprangern wollen. „Ich kann – jenseits dieser Einordnung, die mir wichtig ist – sehr gut nachvollziehen, wenn Sie sich über diese Art der Darstellung beschweren“, heißt es in dem Brief weiter.

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Missbrauchsfälle kosten US-Kirche Milliarden

Sexueller Missbrauch durch Geistliche ist in der US-Kirche nach wie vor ein großes Problem. Nun hat die Bischofskonferenz Zahlen veröffentlicht: So viel haben die Diözesen an Opfer gezahlt.

Kilian Martin | katholisch.de

Missbrauchsfälle und deren Aufarbeitung sollen die katholische Kirche in den USA seit 2004 über 3,3 Milliarden Dollar gekostet haben. Wie aus dem jüngsten Kinderschutzbericht der US-Bischofskonferenz hervorgeht, leisteten die Bistümer allein im vergangenen Jahr Zahlungen in Höhe von gut 213 Millionen Dollar. Laut einer aktuellen Auswertung der Seite „catholicculture.org“ beliefen sich die Kosten im ersten Jahrzehnt nach der Einführung des Jahresberichts im Jahr 2004 auf etwa 2,74 Milliarden Dollar.

180 Millionen Dollar für die Opfer

In ihrem umfangreichen Jahresbericht, der sich auf den Zeitraum Juli 2016 bis Juni 2017 bezieht, gehen die US-Bischöfe detailliert auf die mit den Missbrauchsfällen verbundenen Kosten ein. Demnach hatten die Bistümer 213 Millionen Dollar gezahlt, während Ordensinstitute weitere 16 Millionen Dollar aufwendeten.

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