Berggorillas in Ruanda: Mein Freund, der Tourist


Wirtschaftsfaktor Berggorilla: Fast 40 000 Touristen reisten im vergangenen Jahr nach Ruanda, um die Tiere einmal aus der Nähe zu sehen. (Foto: Ivan Lieman/AFP)
Berggorillas bewohnen zwei kleine Gebiete im östlichen Afrika. Zuletzt gab es nur noch wenige. Jetzt hat ihre Zahl erstmals seit Jahrzehnten wieder die Grenze von 1000 Tieren überschritten.

Von Bernd Dörries | Süddeutsche Zeitung

Es ist eine Angelegenheit von höchster nationaler Wichtigkeit. Einmal im Jahr begibt sich Ruandas Präsident Paul Kagame zum Informationszentrum des Vulkan-Nationalparkes im Nord-Westen des Landes, um den jüngsten Nachwuchs zu begrüßen: 19 Berggorillas waren es im vergangenen Jahr, die im Beisein des Präsidenten getauft wurden, so wie jedes Jahr. „Es liegt in der Verantwortung von allen, die Artenvielfalt zu beschützen. Wir können nur gewinnen, wenn wir Gorillas schützen“, sagte Kagame 2017. Die Gorillas sind für das kleine Land ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, fast 40 000 Touristen kamen zuletzt, um die vom Aussterben bedrohten Tiere zu sehen. Es ist einer der seltenen Fälle, in denen der Tourismus den Schaden nicht zu vergrößern droht, sondern dabei hilft, das Überleben einer Art zu sichern.

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