Die Amerikaner sind nachrichtenmüde geworden


Grafik: TP
Das Ergebnis einer PEW-Umfrage, die das eher als Folge einer Informationsflut interpretiert, könnte aber auch eine Folge neuer politischer Konstellationen sein

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Es ist, wie man uns sagt, die Zeit der hybriden Kriege und der Verbreitung von Desinformationen oder Fake News, die gegnerische oder konkurrierende Gesellschaften destabilisieren sollen. Man unterstellt damit eine Amnesie, als wäre nicht das, was man seit Jahrzehnten als Psychologische Operationen bezeichnet, im Verein mit ausgestreuten Gerüchten und nationalen Medien, keine geläufige Strategie gewesen. Und als gäbe es keine Ahnung mehr von den Zeiten des Kalten Kriegs, als der Konflikt zwischen dem kapitalistischen Westblock gegen den kommunistischen Ostblock loderte, während jetzt der bröckelnde Westblock, dem unter Donald Trump seine Führungsmacht abhanden gekommen ist, mit Russland im Kampf um Einflusszonen liegt. Dabei geht es nur nicht mehr um Links oder Rechts, um Kommunismus oder Kapitalismus, sondern um wirtschaftliche und geopolitische Interessen.

Es geht um Macht, wobei nur noch manche der früheren ideologischen Bruchstücke ein vermeintliches Narrativ des Guten gegen das Böse simulieren. Aber diese Simulation ist für viele Menschen bereits nach den Eskapaden des angeblich epochalen Kriegs gegen den Terrorismus oder der „Achse des Bösen“ (Saddam Hussein, den Iran oder Nordkorea) bereits im Leerlauf gelandet, die suggerierte Alternativenlosigkeit greift immer weniger. Der Kampf gegen das Böse und die Bösen hat die Welt nicht besser gemacht, sondern sie nur stärker fragmentiert und polarisiert. Daher greift die mit immer denselben Mitteln von Politikern, so genannten Think Tanks, die man eher Beeinflussungsorganisationen nennen sollte, und Medien betriebene Konstruktion des Bösen, den Wladimir Putin zu spielen hat, nicht mehr wirklich.

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