Thrombose durch Bluttransfusion?

Spenderblut kann Leben retten – aber auch ein gesundheitliches Risiko bedeuten. © Fuse/ thinkstock
Gefährliche Gerinnsel: Transfusionen mit Fremdblut können womöglich das Risiko für postoperative Venenthrombosen erhöhen. Eine Studie zeigt: Bekamen Patienten im Zuge einer Operation rote Blutkörperchen transfundiert, erlitten sie nach dem Eingriff häufiger Thrombosen und Lungenembolien als andere Operierte. Bestätigen weitere Untersuchungen diesen Zusammenhang, könnte dies Auswirkung auf die OP-Praxis haben, wie die Forscher berichten.

scinexx

Ob nach einem schweren Unfall oder einer großen Operation: Bluttransfusionen können Leben retten. Trotzdem sind mit dieser Maßnahme immer auch Risiken verbunden. So kann das Fremdblut beim Empfänger beispielsweise zu einer Immunreaktion führen und gefährliche Komplikationen auslösen.

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Hubert Wolf: Kirche muss zu dunklen Seiten ihrer Geschichte stehen

Der münstersche Kirchenhistoriker Hubert Wolf hat in der ZDF-Dokumentation mitgewirkt. Foto: ZDF/Ralf Gemmecke
Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf von der Universität Münster hat die Kirche aufgefordert, sowohl zu den hellen wie zu den dunklen Seiten ihrer Geschichte zu stehen. „Indem ich das Versagen der Kirche aufzeige, schwäche ich sie nicht“, sagte Wolf am Dienstagabend im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Nichts sei nämlich schlimmer, als gegen die Wahrhaftigkeit zu verstoßen.

Gerd Felder | Kirche+Leben

Der Diskussionsabend hatte mit der Vorführung der ZDF-Dokumentation „Das Kreuz mit dem Frieden. Die Christen und der Krieg“ begonnen. Sie erweckt Schlüsselmomente der christlichen Friedensgeschichte mit Spielszenen zum Leben.

Wie stark vereinfacht ein Film?

Michaels Pilters, Leiterin der ZDF-Redaktion „Kirche und Leben“ hob in der Diskussion hervor, es habe in der Geschichte viel mehr Krieg als Frieden gegeben. Deshalb sei es ungleich schwieriger, Helden des Friedens zu finden als Kriegstreiber. Gleichwohl gehe es der Redaktion mit dem Film nicht darum, Kirche und Christentum zu rechtfertigen, sondern ein wichtiges aktuelles Thema journalistisch aufzugreifen.

Ingo Helm, Autor und Regisseur des Dokumentarfilms, sagte, ihm sei es darum gegangen, ein komplexes Thema wie den Umgang der Christen mit Krieg und Frieden handwerklich gut zu erzählen und möglichst Denkanstöße zu vermitteln. „Die Frage ist dann immer, ob man genug oder zu sehr vereinfacht“, gab Helm zu bedenken. „Wenn man zu sehr vereinfacht, spielt man den Demagogen, die einfache Lösungen wollen, in die Hände.“ Dass nur eine Million Menschen den Film im ZDF gesehen hatten, führte Helm darauf zurück, dass das Thema Krieg und Frieden den Deutschen nicht genug auf den Nägeln brenne.

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Kein Public Viewing in katholischen Kirchen – von wegen

Auf katholisch.de war heute zu lesen, kein Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in katholischen Kirchen. Die katholische Kirche sei ein sakraler Ort. Stimmt so nicht. Die Kirchen, völlig egal ob nun evangelisch oder katholisch lassen sich das mediale Ereignis nicht entgehen. Neu-Evangelisierung oder unter dem bekannteren Begriff Mission lässt sich das durchaus verstehen, wenn auch mit aller Fragwürdigkeit.

Deutschlandweit haben fast 600 Kirchen eine Gema-Lizenz zur Übertragung von Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft beantragt.

Gema-Fußballexpertin Gabi Schilcher teilte dem Evangelischen Pressedienst, auf Anfrage mit, dass 417 evangelische und 162 katholische Kirchen eine entsprechende GEMA-Lizenz beantragt haben.

Schilcher weiter:“Erfahrungsgemäß verdoppeln sich die Anmeldungen noch im Laufe der WM, je nachdem wie weit die deutsche Mannschaft kommt.“

Also, in 162 katholischen Kirchen spielt der magische Jesuskeks und die Sakralität des Gebäudes wohl kaum eine Rolle, die Sehnsucht wieder ein paar Menschen in den Tempel zu locken übertönt den heiligen Geist. Wenigstens ein paar Tage mal ein etwas volleres Haus. Der Zweck heiligt die Mittel, wenn ohne Gott alles erlaubt sei, so ist es mit ihm nicht anders, nur etwas bigotter.

Atheistischer Verleger in Bangladesch ermordet: »Er hat dem Säkularismus sein Leben gewidmet«

Am Montag wurde der Verleger und Politiker Shahzahan Bachchu in Munsiganj nahe der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka ermordet. Bachchu war als säkularer und atheistischer Autor und Aktivist bekannt.

Von Frederik Schindler | jungle world

In dem von ihm gegründeten Verlag »Bishaka Prakashani« wurden Gedichte und Bücher veröffentlicht, die Humanismus und Freidenkertum zum Thema hatten. Zudem war er aktiv in der Kommunistischen Partei Bangladeschs aktiv, beispielsweise als Generalsekretär des Stadtverbands aus Munsiganj.

Vier Männer auf zwei Motorrädern schossen auf den 60-jährigen Verleger, der sich gerade vor einer Teestube in seinem Heimatdorf aufhielt. Nach Schüssen auf den Rücken starb Bachchu noch am Ort des Angriffs. Zudem wurden zwei Rohbomben geworfen, um die umstehenden Passanten einzuschüchtern und um den Rückweg freizuhalten.

Durba Zahan, eine Tochter des Verlegers und ebenso atheistische Aktivistin, bestätigte den Mord auf Facebook: »Mein Vater wurde heute in unserem Dorf mit zwei Schüssen getötet.« »Die Art der Durchführung des Mordes und der Hintergrund des Opfers deuten stark darauf hin, dass trainierte Mitglieder von radikalen Gruppen verantwortlich sind«, sagten in den Fall eingebundene Polizisten der bangladeschischen Tageszeitung The Daily Star.

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Chile: 14 Priester sollen Kinder missbraucht haben

Wegen des Missbrauchsskandals wurden Archive der katholischen Kirche in Chile durchsucht – laut Staatsanwaltschaft ein „Meilenstein“. Zeitgleich haben zwei Sonderermittler des Papstes ihre Arbeit aufgenommen.

SpON

Die chilenische Polizei hat wegen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs Archive der katholischen Kirche durchsucht. Staatsanwalt Emiliano Arias bestätigte zwei Razzien in Santiago und Rancagua. Er sprach von einem „Meilenstein“, da zivile Behörden bislang nicht gegen Kirchenvertreter vorgegangen seien.

Ermittelt werde im Zusammenhang mit Berichten über sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Kirchenvertreter. In der betroffenen Region stehen 14 Priester unter Verdach. Die Razzien erfolgten zeitgleich mit einem Besuch zweier Sonderermittler des Papstes in Chile.

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Schlammvulkane als Methanschleudern

Dieser Schlammvulkan ragt aus dem Wasser heraus, doch viele andere liegen verborgen am Meeresgrund. © Andy king50/ CC-by-sa 3.0
Unterschätzte Methanquelle: Schlammvulkane am Meeresgrund könnten deutlich mehr Methan ausstoßen als bisher gedacht. Denn in diesen flüssigkeitsspeienden Sedimentbergen leben Mikroben, die große Mengen dieses potenten Treibhausgases produzieren, wie nun Tiefbohrungen an einem japanischen Schlammvulkan enthüllen. Die Rolle solcher Schlammvulkane im globalen Methankreislauf wurde demnach bisher unterschätzt, so die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“.

scinexx

Schlammvulkane galten lang Zeit als Exoten unter den Phänomenen des Meeresgrunds. Typischerweise entstehen sie dort, wo die Bewegung der Erdplatten große Mengen Sediment zusammengeschoben hat. Der hohe Druck im Untergrund heizt die tieferen Schichten auf und führt dazu, dass diese Sedimentberge eine Mischung aus Schlamm, Gas und mineralienreichen Flüssigkeiten ausspeien. Aber auch Verbindungen mit Vulkanen wie beim Schlammvulkan „Lusi“ auf Java können diese Schlammspeier aktivieren.

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„Katholiken haben das Recht, konservativ zu sein“

© Bild: artjazz/Fotolia.com
Rechtsruck in Italien, offene Migrationsfragen, Europawahlen in 2019: Die EU steht vor großen Herausforderungen. Über die spricht der Präsident der EU-Bischofskommission, Jean-Claude Hollerich, im Interview.

Franziska Broich | katholisch.de

Frage: Herr Erzbischof, ist die EU bei der Reform des Gemeinsamen Asylsystems in eine Sackgasse geraten?

Hollerich: Es darf nicht sein, dass Italien und Griechenland mit einer großen Anzahl von Flüchtlingen allein gelassen werden. Gleichzeitig wollen sich einige Länder aus Mittel- und Osteuropa aufgrund ihrer Geschichte nichts aufdrängen lassen, etwa, wenn es um die Umverteilung von Flüchtlingen geht. Hier wäre es wichtig, mehr miteinander zu reden, ohne den anderen zu verurteilen. Europa war immer ein Resultat von Kompromissen. Wenn man diesen Weg verlässt, dann wird die europäische Idee sehr geschwächt.

Frage: Was raten Sie den EU-Staaten in dieser Situation?

Hollerich: Die Flüchtlingsfrage muss anders gestellt werden: Was können wir tun, damit keine Flüchtlinge mehr kommen? Die Leute haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat. Natürlich muss man Menschen aufnehmen, die in Not sind. Aber die Frage ist, wer Schutz braucht, und wer nicht. Es ist klar, dass die Außengrenzen gesichert werden müssen, aber wie? Es muss mit Respekt für die Menschenwürde geschehen.

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Zentralrat der Muslime kritisiert Zerrissenheit zwischen Merkel und Seehofer

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Die Spitzenpolitiker müssten geschlossen agieren, meint der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, mit Blick auf den Asylstreit. Er fordert eine Debatte über Rassismus – und eine andere Definition von Integration.

DIE WELT

Es brodelt weiterhin zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU). Auch nach dem Treffen der beiden am Mittwochabend und einem Kompromissvorschlag Merkels liegt noch keine Einigung zu der Frage vor, ob Migranten in Zukunft schon an der Grenze zu Deutschland zurückgewiesen werden können. Nun schaltet sich auch der Zentralrat der Muslime in die Debatte ein.

Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats, forderte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ Geschlossenheit beim politischen Spitzenpersonal. In Zeiten von „Hassrede, Fakenews und Populisten“ sei dies notwendig.

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Überraschung über Azteken-Türkis

Blau-grüne Muster: Bei Azteken, Maya und Co war Türkis sehr beliebt. © Frances F. Berdan
Blau-grüner Schatz: Frühe amerikanische Hochkulturen wie die Azteken schätzten Türkis als wertvollen Schmuckstein – sie scheinen dieses Mineral aber doch nicht aus dem heutigen Südwesten der USA importiert zu haben, wie Forscher lange Zeit dachten. Stattdessen legen isotopische Analysen archäologischer Funde nahe: Das Mineral könnte aus der Heimatregion der Azteken selbst stammen. Dies wirft nicht nur ein neues Licht auf die damalige Verfügbarkeit von Türkis – sondern auch auf die Fernhandelsbeziehungen der mesoamerikanischen Völker.

scinexx

Türkis galt in vielen mesoamerikanischen Hochkulturen als äußerst wertvoll. Völker wie die Azteken und die Maya verwendeten das blau-grüne Mineral für rituelle Zwecke, Kunstgegenstände und Wandverzierungen – davon zeugen zahlreiche archäologische Artefakte. Doch woher stammte das Türkis, das die frühen Gesellschaften Mittelamerikas als Schmuckstein so begehrten?

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Mehrere Tausend Zurückweisungen an deutscher Grenze

Grenze zur Bundesrepublik Deutschland © Manolo Gómez @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Zwischen Januar und Ende April gab es 3.900 Zurückweisungen an der deutschen Grenze. Im selben Zeitraum wurden 14.731 unerlaubte Einreisen festgestellt. Das teilt die Bundespolizei mit.

MiGAZIN

An der deutschen Grenze sind in diesem Jahr mehrere Tausend Menschen zurückgewiesen worden, die die Einreisebedingungen nicht erfüllten. Wie die Bundespolizei auf Anfrage am Mittwoch in Potsdam mitteilte, gab es zwischen Januar und Ende April 3.900 Zurückweisungen. Im selben Zeitraum wurden demnach 14.731 unerlaubte Einreisen festgestellt.

An der deutschen Grenze zurückgewiesen wird etwa, wer keine gültigen Dokumente bei sich hat. Wer angibt, in Deutschland Asyl beantragen zu wollen, wird derzeit nicht zurückgewiesen. Das will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ändern und hat damit einen neuen Streit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über Grundzüge der Flüchtlingspolitik entfacht. Laut Asylstatistik des Bundesinnenministeriums kamen von Januar bis Ende April 55.000 Asylsuchende nach Deutschland.

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Warum es kein Public Viewing in katholischen Kirchen gibt

Warum es kein Public Viewing in katholischen Kirchen gibt. © Rene Tillmann (dpa)
Ab diesem Donnerstag rollt der Ball bei der Fußball-WM in Russland. Viele daheimgebliebene Fans treffen sich, um die Spiele gemeinsam zu schauen. Auch Kirchen laden zum Public Viewing – allerdings nur evangelische. Warum ist das so?

FOCUS ONLINE

DOMRADIO.DE: Während es mittlerweile tatsächlich auch viele evangelische Gemeinden gibt in Deutschland, die ihre Kirchengebäude zum Public Viewing öffnen, ist das in katholischen Kirchen nicht der Fall. Gemeinsam in den Kirchenbänken Deutschland zujubeln, vielleicht die Nationalhymne zu Beginn von der Orgel begleitet, das könnte doch ganz interessant sein, warum ist Public Viewing in Kirchen bisher nur eine Sache der evangelischen Kirche?

Martin Korden (Theologie-Redaktion): Ich würde sagen, das hängt, wie so oft, mit dem unterschiedlichen Kirchen-Verständnis zusammen. Hier bezogen vor allem auf das Kirchengebäude. Das ist für die Katholiken ein sakraler, ein heiliger Ort und für die Protestanten – kurz gesagt – eben nicht. Insofern haben evangelische Christen auch kein Problem damit, dass irgendetwas in einer Kirche nicht gehen soll, was auch an anderen Orten geht. Die katholische Kirche würde dagegen sagen, was in der Kirche passiert, sollte im Einklang mit der besonderen Würde dieses Ortes stehen und dementsprechend angemessen sein, weil es eben ein sakraler Ort ist.

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Das Eis der Antarktis schwindet immer schneller

Besonders in der West-Antarktis schmilzt das Eis immer schneller – und damit auch der Lebensraum Adelie-Pinguine. Bild: dpa
Die Antarktis verliert immer schneller immer mehr Eis. Besonders im Westen ist der Verlust an Eismasse groß. Einige Schäden sind irreversibel – doch es gibt auch Hoffnung.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Antarktis verliert einer Hochrechnung zufolge zunehmend schneller an Eis. Waren es von 1992 bis 2012 durchschnittlich etwa 76 Milliarden Tonnen pro Jahr, lag das Mittel zwischen 2012 und 2017 bei 219 Milliarden Tonnen jährlich – fast dreimal so viel. Insgesamt ließ das schmelzende Eis der Antarktis den weltweiten Meeresspiegel zwischen 1992 und 2017 um 7,6 Millimeter steigen. Diese Zahlen stellt ein internationales Forscherteam um Andrew Shepherd von der University of Leeds (Großbritannien) im Fachmagazin „Nature“ vor.

„Laut unseren Analysen ist es in den letzten zehn Jahren zu einer Beschleunigung des Masseverlusts in der Antarktis gekommen“, erklärt Shepherd. Die Antarktis trage gegenwärtig zu einem höheren Anstieg des Meeresspiegels bei als je zuvor in den letzten 25 Jahren.

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Wer war beim Al-Quds-Tag dabei? Ajatollahs mobilisierten zur Israel-Hasser-Demo

Teilnehmer nehmen an einer antisemitischen und antiisraelischen Demonstration anlässlich des jährlich stattfindenden Al-Kuds-Tages teil. Foto: AFP
Den Al-Quds-Marsch in Berlin kann man vor allem als eine vom Iran ferngesteuerte Veranstaltung verstehen. An der antiisraelischen Hetzveranstaltung am vorigen Sonnabend auf dem Kurfürstendamm waren hochrangige Vertreter der islamischen Republik beteiligt.

Von Andreas Kopietz | Berliner Zeitung

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) und  das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) haben sich Teilnehmer und Parolen des Marsches genauer angesehen. Ihre Auswertung, die der Berliner Zeitung vorliegt, veröffentlichen beide Organisationen an diesem Donnerstag.

Dass mit 1200 Teilnehmern doppelt so viele Teilnehmer zur Demo kamen wie 2017 führen die Auswerter darauf zurück, dass schiitische Autoritäten bundesweit in ihren Gemeinden zur Teilnahme in Berlin aufgerufen hatten. So wurde kurz vor der Demo in einem islamistischen  Blog die Teilnahme von Ayatollah Reza Ramezani, dem Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg (IZH) und höchster Vertreter Irans in Europa  angekündigt. Seine Freitagspredigt im IZH widmete  er dem „Leid in Palästina“ und begründete darin die religiöse Bedeutung des Qudstags für die schiitischen Gemeinschaften.  Entgegen der Ankündigung beteiligte sich Ramezani nicht an der Demo.

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Türkische Medien veröffentlichen Berliner Anschrift von Erdogan-Gegner

Vor knapp zwei Jahren, am 16. Juli 2016, kam es in der Türkei zu einem Putschversuch.Foto: Gurcan Ozturk/AFP
Beim Putschversuch in der Türkei vor zwei Jahren hat Adil Öksüz angeblich eine entscheidende Rolle gespielt. Der Agentur Anadolu zufolge hält er sich in Neukölln versteckt.

Von Alexander Fröhlich, Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Wenige Tage vor der Präsidentenwahl in der Türkei drohen im angespannten Verhältnis zur Bundesrepublik neue Konfrontationen. Denn einer der mutmaßlichen Anführer des Putschversuchs gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in Berlin Unterschlupf gefunden. Zudem lehnt die Bundesregierung nach Tagesspiegel-Informationen eine Auslieferung des Mannes in die Türkei ab.

Regierungsnahe türkische Medien hatten im vergangenen Jahr mehrfach berichtet, dass der angebliche Kopf des Putschversuchs, Adil Öksüz, sich in Deutschland aufhalte. Am Mittwoch legte die unter Kontrolle der Regierung stehende Nachrichtenagentur Anadolu nach und kabelte, sie habe Öksüz in Berlin ausgemacht. Dieser verstecke sich in Neukölln. Die Agentur veröffentlichte sogar die genaue Wohnanschrift.

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Interstellar Comet Dust Holds Clues About the Solar System

Comets like Hale Bopp, seen here, can release dust that can make its way into Earth’s stratosphere, where we can collect and study it. Credit: Philipp Salzgeber, CC license (CC BY-SA 2.0)
Scientists are following a trail of interstellar dust all the way back to the formation of the solar system.

By Chelsea Gohd | SPACE.com

What we now know as the solar system began as a cloud of interstellar dust and gas. By studying „pre-solar“ dust, which was preserved in cosmic objects like comets before they made their way to Earth, scientists can peer back in time to the early solar system.

Every year, tons of cosmic dust falls from space onto Earth’s atmosphere. NASA uses aircraft with special „sticky“ collectors coated with silicone oil to catch dust at high altitudes before it has been too contaminated by our planet. A team of researchers, led by Hope Ishii, a materials scientist at the University of Hawaii at Manoa, is studying an obscure type of interplanetary dust particles that fall to Earth from space. [Solar System Explained From the Inside Out (Infographic)]

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Deutsche Wahlkampfhilfe für Erdogan in Berlin?

Bild: NAV-DEM e.V., Presseerklärung
Polizeiliche Durchsuchung von Räumen der Nav-Dem und des kurdischen Zentrums Civaka Azad; für die HDP und die türkischen Wähler in Deutschland ist das eine Botschaft

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

In den frühen Morgenstunden vom heutigen Mittwoch begann in Berlin eine großangelegte Durchsuchung der Vereinsräume des kurdischen Gesellschaftszentrums Nav-Dem e.V. und des benachbarten Öffentlichkeitszentrum Civaka Azad e.V..

Bewaffnete und maskierte Polizisten zerstörten die Eingangstür des Öffentlichkeitszentrums. Zusätzlich wurden die Privatwohnungen von mindestens 5 Vorstandsmitgliedern des Kulturzentrums durchsucht, Handys beschlagnahmt. In dem Kulturverein wurden ein Computer, im Öffentlichkeitszentrum zwei Computer und Zeitschriften beschlagnahmt.

Knapp zwei Wochen vor den Wahlen in der Türkei drängt sich der Verdacht auf, die Bundesregierung betreibt indirekt Wahlkampf für Erdogan, indem kurdische Organisationen durch Negativberichterstattung der Medien in die kriminelle Ecke gestellt werden.

Es scheint, dass, wie in der Türkei, die demokratische Partei HDP zum Schweigen gebracht werden soll. Denn gerade CIVAKA Azad e.V. und der Kulturverein sind wichtige Informationsträger für die kurdische Bevölkerung in Deutschland.

Die Durchsuchung des Öffentlichkeitszentrums ist ein Eingriff in die Pressefreiheit, da es aktuelle Berichte, Reportagen und Analysten zur Situation in der Türkei und den kurdischen Regionen der umliegenden Länder liefert.

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„Sea-Watch“ vor libyscher Küste alleingelassen

Themenbild. dpa
Noch tagelang müssen die mehr als 600 von der „Aquarius“ aus Seenot geretteten Flüchtlinge auf dem Meer ausharren, bevor sie in Spanien in einen sicheren Hafen gelangen. Der Crew der „Sea-Watch“ sind derweil vor Libyen ebenfalls die Hände gebunden.

evangelisch.de

Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, hat die Schließung der Häfen Italiens und Maltas für Rettungsschiffe angeprangert. Als Europäer müsse er sich angesichts der verzweifelten Lage der abgewiesenen Menschen an Bord schämen, sagte Grandi am Mittwoch in Genf.

Die Rettung von Menschen in Seenot sei sakrosankt, hielt der aus Italien stammende UN-Hochkommissar fest. Allerdings forderte Grandi auch mehr europäische Solidarität mit Italien bei der Verteilung von Menschen, die über das Mittelmeer kommen. Sein Heimatland müsse alleine mit einem Großteil der Ankommenden fertig werden.

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Vatikankenner Politi: In der Kirche herrscht Krieg

Headquarter des Konzerns.

Derzeit herrsche in der Kirche ein „Bürgerkrieg“, sagt Vatikanexperte Marco Politi. Papst Franziskus stehe dabei stets zwischen den Fronten. Doch diese verliefen längst nicht immer eindeutig.

katholisch.de

Nach den Worten von Papstbiograf Marco Politi steht die katholische Kirche derzeit im Krieg mit sich selbst. „Im Moment herrscht in der Kirche ein Bürgerkrieg im Untergrund zwischen den Reformfreudigen und den Konservativen“, sagte Politi der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ (Donnerstag) mit Blick auf das Vorgehen von Papst Franziskus in der Frage des Kommunionempfangs für nicht katholische Ehepartner. Der Konflikt reiche weit über Deutschland hinaus; der Vatikan habe Angst vor einer Spaltung. „Das ist seine größte Angst.“

Papst Franziskus stehe in der zweiten Halbzeit seines Pontifikats unter dem Druck der konservativen Kräfte, so der Journalist und Buchautor. „Deshalb macht der Papst jetzt einen Schritt vorwärts und einen zurück.“ Franziskus spüre, dass er auf Weltebene nicht genügend Bischöfe für eine generelle Reformlinie hinter sich habe. Das sei anders als in den 60er Jahren in der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils: Damals sei die Mehrheit der Bischöfe weltweit für Veränderung gewesen.

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Wie der Chef der deutschen Bundespolizei die Abholung des Ali B. einfädelte

Der deutsche Bundespolizei-Präsident Dieter Romann soll über einen guten Draht zum De-facto-Präsidenten der Irakischen Region Kurdistan verfügen. (Bild: Fabrizio Bensch / Reuters)
Der deutsche Bundespolizei-Präsident Dieter Romann holte den mutmasslichen Mörder von Susanna F. höchstpersönlich aus dem irakischen Kurdengebiet. Die Aktion könnte ein politisches Nachspiel haben.

Manuel Frick | Neue Zürcher Zeitung

Es war eine Aktion wie in einer Tatort-Folge: Der Chef persönlich – in diesem Fall Bundespolizei-Präsident Dieter Romann – kümmerte sich um den Fall des ermordeten Mädchens Susanna, der ganz Deutschland bewegte. Am Samstag flog er mit einem Team von Spezialkräften in einer Lufthansa-Maschine ins nordirakische Erbil, um den tatverdächtigen Iraker Ali B. nach Deutschland zu holen. Kurdische Sicherheitskräfte hatten den Flüchtigen kurz zuvor festgenommen und übergaben ihn nun den deutschen Beamten. Dann flog Romann mit dem mutmasslichen Mörder zurück nach Deutschland, wo er die Tat umgehend gestand. Endlich konnten die Deutschen aufatmen.

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Saudi-Arabien – „Ist das Königreich Partner oder Problem?“

Die Beziehung zwischen Saudi-Arabien und Deutschland verschlechtert sich. Doch gerade nach der Aufkündigung des Iran-Deals sollte Deutschland das Gespräch mit Kronprinz Muhammed bin Salman suchen, findet Politologe Sebastian Sons

Interview Ramon Schack | Cicero

Saudi-Arabien – ein mindestens zwiespältiger Verbündeter des Westens, in einer an allen Ecken und Enden lodernden Region. „Stabilitätsanker“? „Leuchtturm der Demokratie“? Mitnichten. Immerhin geht es mit den Geschäften und Kursen der Waffenhersteller steil nach oben, deren zuverlässigster Abnehmer das wahhabitische Königreich ist. Der Wahhabismus ist die Grundlage des politischen Systems. Jeder, der vom Status quo profitiert, wird sich um dieses System scharen, falls es von außen angetastet wird. Den Vereinigten Staaten bleibt keine andere Wahl, als die fälligen demokratischen Reformen im Irak und in Saudi-Arabien energisch voranzutreiben. Doch jeder Versuch, eine liberale politische Ordnung zu schaffen, wird zusätzlichen Disput auslösen. Die antiamerikanische Stimmung würde angeheizt. Bei seinem Bemühen, die Demokratie im Mittleren Osten zu fördern, wird Washington wieder einmal feststellen müssen, dass seine engsten arabischen Verbündeten gleichzeitig seine erbittertsten Feinde sind. Und wie schaut es mit den deutsch-saudischen Beziehungen aus? Darüber sprach Cicero Online mit Sebastian Sons. Er ist Saudi-Arabien-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und Autor des Buches „Auf Sand gebaut-Saudi-Arabien ein problematischer Verbündeter“. 

Herr Sons, seit Monaten bringt Riad seine Verärgerung über Berlin dadurch zum Ausdruck, dass das Amt des saudischen Botschafters seit November vergangenes Jahres unbesetzt bleibt. Was sind die Hintergründe für diese Verärgerung?
Konkreter Auslöser den saudischen Botschafter abzuziehen, waren die Äußerungen des damaligen deutschen Außenministers Sigmar Gabriel 2017 zum zwischenzeitlichen Rücktritt des libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri. Gabriel warf bestimmten Regionalmächten vor, „Abenteurertum“ zu betreiben. Auch wenn er Saudi-Arabien damals nicht explizit nannte, war doch jedem klar, dass er auf die Vermutungen anspielte, Hariri sei auf Druck Riads zurückgetreten.

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