Hubert Wolf: Kirche muss zu dunklen Seiten ihrer Geschichte stehen


Der münstersche Kirchenhistoriker Hubert Wolf hat in der ZDF-Dokumentation mitgewirkt. Foto: ZDF/Ralf Gemmecke
Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf von der Universität Münster hat die Kirche aufgefordert, sowohl zu den hellen wie zu den dunklen Seiten ihrer Geschichte zu stehen. „Indem ich das Versagen der Kirche aufzeige, schwäche ich sie nicht“, sagte Wolf am Dienstagabend im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Nichts sei nämlich schlimmer, als gegen die Wahrhaftigkeit zu verstoßen.

Gerd Felder | Kirche+Leben

Der Diskussionsabend hatte mit der Vorführung der ZDF-Dokumentation „Das Kreuz mit dem Frieden. Die Christen und der Krieg“ begonnen. Sie erweckt Schlüsselmomente der christlichen Friedensgeschichte mit Spielszenen zum Leben.

Wie stark vereinfacht ein Film?

Michaels Pilters, Leiterin der ZDF-Redaktion „Kirche und Leben“ hob in der Diskussion hervor, es habe in der Geschichte viel mehr Krieg als Frieden gegeben. Deshalb sei es ungleich schwieriger, Helden des Friedens zu finden als Kriegstreiber. Gleichwohl gehe es der Redaktion mit dem Film nicht darum, Kirche und Christentum zu rechtfertigen, sondern ein wichtiges aktuelles Thema journalistisch aufzugreifen.

Ingo Helm, Autor und Regisseur des Dokumentarfilms, sagte, ihm sei es darum gegangen, ein komplexes Thema wie den Umgang der Christen mit Krieg und Frieden handwerklich gut zu erzählen und möglichst Denkanstöße zu vermitteln. „Die Frage ist dann immer, ob man genug oder zu sehr vereinfacht“, gab Helm zu bedenken. „Wenn man zu sehr vereinfacht, spielt man den Demagogen, die einfache Lösungen wollen, in die Hände.“ Dass nur eine Million Menschen den Film im ZDF gesehen hatten, führte Helm darauf zurück, dass das Thema Krieg und Frieden den Deutschen nicht genug auf den Nägeln brenne.

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