„Katholiken haben das Recht, konservativ zu sein“


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Rechtsruck in Italien, offene Migrationsfragen, Europawahlen in 2019: Die EU steht vor großen Herausforderungen. Über die spricht der Präsident der EU-Bischofskommission, Jean-Claude Hollerich, im Interview.

Franziska Broich | katholisch.de

Frage: Herr Erzbischof, ist die EU bei der Reform des Gemeinsamen Asylsystems in eine Sackgasse geraten?

Hollerich: Es darf nicht sein, dass Italien und Griechenland mit einer großen Anzahl von Flüchtlingen allein gelassen werden. Gleichzeitig wollen sich einige Länder aus Mittel- und Osteuropa aufgrund ihrer Geschichte nichts aufdrängen lassen, etwa, wenn es um die Umverteilung von Flüchtlingen geht. Hier wäre es wichtig, mehr miteinander zu reden, ohne den anderen zu verurteilen. Europa war immer ein Resultat von Kompromissen. Wenn man diesen Weg verlässt, dann wird die europäische Idee sehr geschwächt.

Frage: Was raten Sie den EU-Staaten in dieser Situation?

Hollerich: Die Flüchtlingsfrage muss anders gestellt werden: Was können wir tun, damit keine Flüchtlinge mehr kommen? Die Leute haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat. Natürlich muss man Menschen aufnehmen, die in Not sind. Aber die Frage ist, wer Schutz braucht, und wer nicht. Es ist klar, dass die Außengrenzen gesichert werden müssen, aber wie? Es muss mit Respekt für die Menschenwürde geschehen.

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