NSU: Ex-V-Mann Szczepanski redet – redet nicht – redet – redet nicht


Grafik: TP
Der Zeuge wird einen Tag lang vom Untersuchungsausschuss in Brandenburg vernommen – Entscheidende Fragen bleiben offen

Thomas Moser | TELEPOLIS

Carsten Szczepanski, einst Neonazi und V-Mann des Verfassungsschutzes, hat am Montag vor dem NSU-Untersuchungsausschuss von Brandenburg ausgesagt. In und um den Landtag in Potsdam herrschte große Polizeipräsenz. Sie dokumentierte, wie der Staat eine Person, die ihm einmal verpflichtet war, auch 18 Jahre danach noch schützt.

Das Szenario kann man aber auch als Botschaft an den Zeugen selber werten: Wird eine solchermaßen umsorgte und eingehegte Person tatsächlich alles auf den Tisch legen, was sie aus ihrer Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst weiß und damit ihren Schutz möglicherweise aufs Spiel setzen?

Über neun Stunden, inklusive Pausen, stand der heute 48-Jährige den Abgeordneten zur Verfügung. Zuhörer und Presse mussten in einem anderen Raum sitzen und konnten die Vernehmung lediglich per Tonübertragung verfolgen.

Das Resultat der Befragung war ambivalent: Der Ex-Informant gab einerseits einige Einblicke ins Innenleben des Inlandsgeheimdienstes und widersprach auch verschiedenen Aussagen seiner Führungsbeamten, bei entscheidenden Eckdaten des NSU-Skandals blieb er jedoch Antworten schuldig.

Durchgängig war eine Tendenz der Abschwächung und Banalisierung, vor allem seiner Taten und seines Wissens. Dennoch machte der Auftritt deutlich, dass der Verfassungsschutz in die ungeklärte Geschichte um die zehnfache Mordserie integriert ist – auch mit seinem V-Mann „Piatto“.

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