Kognitive Dissonanzen: Papst sieht Parallelen zwischen Abtreibung und NS-Euthanasie

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus zieht Parallelen zwischen der Abtreibung behinderter Embryos und der NS-Praxis zur Vernichtung sogenannten unwerten Lebens.

evangelisch.de

„Im vergangenen Jahrhundert hat sich die ganze Welt über das aufgeregt, was die Nationalsozialisten machten, heute tun wir das mit weißen Handschuhen“, sagte er am Samstag im Vatikan bei einem Treffen mit einem Forum italienischer Familienorganisationen.

Ärzte rieten heute offenbar Schwangeren, Embryos mit Behinderungen abzutreiben, sagte der Papst in seiner frei gehaltenen Ansprache.

weiterlesen

Erdogan will einen zweiten milliardenteuren Bosporus graben

Nahe dem Küstenort Karaburun soll der Kanal ins Meer münden Quelle: AFP/YASIN AKGUL
Im Falle eines Wahlsieges will Erdogan eine riesige Wasserstraße zwischen Schwarzem und Marmarameer graben. Er wirbt damit, dass sie mit dem Panamakanal vergleichbar sein soll. Aktivisten sprechen von einem „Umweltmassaker“.

DIE WELT

Noch grasen nahe dem Küstenort Karaburun bei Istanbul Wasserbüffel auf den Wiesen, doch wenn Recep Tayyip Erdogan kommende Woche als Präsident wiedergewählt werden sollte, ist diese Idylle bedroht.

Der Staatschef wirbt im Wahlkampf für den Bau eines riesigen Schifffahrtskanals zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmarameer, um den Bosporus zu entlasten. Doch Umweltschützer sind entsetzt, und auch viele Anwohner teilen nicht seinen Enthusiasmus für das riesige Infrastrukturprojekt.

weiterlesen

Furcht vor einer Millionen teuren Sanierung – Kirche lässt das Jura-Museum fallen

Versteinerte Flug- und Fischsaurier zählen zu den bedeutendsten Exponaten des Jura-Museums in Eichstätt. (Foto: Andreas Hub/laif)
  • Die katholische Kirche ist der Träger des Jura-Museums in Eichstätt, das zu den bedeutendsten paläontologischen Museen in Deutschland gehört.
  • Das Bischöfliche Priesterseminar Eichstätt hat dem Wissenschaftsministerium jüngst die Kündigung für die Einrichtung geschickt.
  • Der Grund ist die Furcht vor einer Millionen teuren Sanierung.

Von Andreas Glas | Süddeutsche Zeitung

Er steht vor einem Aquarium, er geht ganz nah ran. Hinter der Scheibe, im Sand, sitzt ein gepanzertes, stacheliges Irgendwas. „Irre“, sagt Lars Bender, „wie kommt die Natur auf die Idee, so was zu entwickeln?“ Man fragt sich, ob dieses Irgendwas gerade das gleiche denkt über seinen Betrachter. Oder ob es etwas spürt von den Sorgen des Mannes auf der anderen Seite der Scheibe. Aber das Irgendwas rührt sich nicht. Es sitzt nur da.

Das Irgendwas heißt Pfeilschwanzkrebs. Er hat zehn Augen und einen Mund, wo andere einen Bauch haben. Dazu einen rattenartigen Schwanz, mit dem er sich zurück auf die Füße dreht, falls er mal wieder auf dem Rücken landet. Er ist ein lebendes Fossil, es gibt ihn seit Ewigkeiten. Andere Urzeitkreaturen sind längst ausgestorben, der Pfeilschwanzkrebs hat überlebt. Dem Menschen hat er 400 Millionen Jahre Evolution voraus. Ein lebender Beweis, „dass so was göttlich sein muss“, sagt Lars Bender. Er findet: „Da könnte die Kirchenlehre wunderbar einhaken.“

weiterlesen

«Für Frauen hat sich die Sicherheit im öffentlichen Raum verschlechtert»

Oft werde in Migrantenkreisen den Frauen die Schuld an sexuellen Übergriffen zugeschoben, kritisiert die Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums. (Bild: Adam Berry / Getty Images)
Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie, steht in ihrer Disziplin mit kritischen Beiträgen zur Migrationsdebatte ziemlich alleine da. Im Interview spricht sie über gewalttätige Zuwanderer, Kritik von links und den Einfluss der Islamverbände.

Jonas Hermann | Neue Zürcher Zeitung

Frau Schröter, welche Auswirkungen hat die Zuwanderung von Flüchtlingen auf die gesellschaftliche Position von Frauen?

Für Frauen hat sich die Sicherheit im öffentlichen Raum verschlechtert. Nicht alle, aber einige der zugewanderten jungen Männer meinen, die körperliche Unversehrtheit von Frauen und Mädchen nicht achten zu müssen. Diese Männer stammen aus patriarchischen Kulturen und werden teilweise schon bei geringfügigen Konflikten gewalttätig; bis hin zum Mord. Die Angst im öffentlichen Raum hat deshalb zugenommen, und das muss man ganz schnell wieder abstellen.

Sie sagen, für Intellektuelle sei es gefährlich, über das problematische Frauenbild mancher Zuwanderer zu sprechen.

Seit ich mich öffentlich zu dem Thema äussere, wird mir Rassismus vorgeworfen. Kritik an meinen Aussagen kommt dabei nie von Fachkollegen, sondern aus linken Kreisen. Obwohl ich differenziert argumentiere, werden immer wieder Halbsätze herausgegriffen, mit denen man mich in die Nähe der AfD rücken will. Dabei tritt ein unglaublicher Hass zutage, der mich wirklich erschüttert hat. Es ist doch nicht normal, eine kritische Haltung dermassen zu diskreditieren.

weiterlesen

Wie Deutschland juristisch auf „politischen Islam“ reagieren könnte

Österreich will mit Moscheeschließungen und der Ausweisung von Imamen gegen den „politischen Islam“ vorgehen. Der türkische Präsident spricht von einem „Kreuzzug“ und kündigt Konsequenzen an. Könnte Ähnliches in Deutschland passieren?

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Österreich hatte jüngst die Ausweisung von bis zu 40 Imamen und die Schließung von sieben Moscheen angekündigt. „Parallelgesellschaften, politischer Islam und Radikalisierungstendenzen haben in unserem Land keinen Platz“, sagte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. Die Reaktion des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan folgte prompt. Er kündigte eine nicht näher beschriebene Antwort der Türkei an. „Ich fürchte, dass die Schritte des österreichischen Bundeskanzlers die Welt zu einem neuen Kreuzzug führen.“

Kurz sprach von einer Maßnahme „gegen den politischen Islam“. Wie sieht das denn aus? Darf eine Religion nicht politisch sein?

Josef Isensee (Staatsrechtler und Staatsphilosoph): Eine Religion darf politisch sein. Es ist aber so, dass sie keinen Freibrief hat, sich in allen Lebensbereichen zu engagieren und gleichzeitig das Grundrecht der Religionsfreiheit auszuüben. Sie kann über die Religionsfreiheit hinaus wirken. Das garantieren ihr auch noch andere Grundrechte. Innerhalb der Religionsfreiheit hat sie auch in gewissem Umfang die Möglichkeit, zu bestimmen, was religiös motiviert ist und was nicht. Aber diese Selbstdefinition ist nicht unbegrenzt. Sie kann nicht jede Ihrer Aktivitäten religiös deklarieren. Die Religionsfreiheit hat auch ihre thematischen Grenzen.

weiterlesen

Ermittlungen gegen Kollegah und Farid Bang eingestellt

Kollegah und Farid Bang währen der Echo-Verleihung 2018. Bild: dpa
Textzeilen der mit einem Echo ausgezeichneten Rapper Kollegah und Farid Bang hatten für öffentliche Diskussionen gesorgt. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft stellte jetzt fest: strafbar sind sie nicht.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die umstrittenen Textzeilen der Gangster-Rapper Kollegah und Farid Bang sind nicht strafbar. Das hat eine Prüfung durch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ergeben. Die Ermittlungen seien deswegen eingestellt worden, sagte Behördensprecher Ralf Herrenbrück auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar seien die Liedtexte voller vulgärer, menschen- und frauenverachtender Gewalt- und Sexfantasien, heißt es in der Entscheidung, die den Beteiligten zuging. Weil sie aber damit dem Genre „Gangsta-Rap“ gerecht werden, sei dies nicht strafbar. Denn auch für diese Musikrichtung gelte die in der Verfassung verankerte Kunstfreiheit.

weiterlesen

BND: Der deutsche Bruder hörte mit

Die „Fernmeldeverkehrstelle“ des BND in Bad Aibling (Bayern), Teil der elektronischen „Ohren“ der deutschen Aufklärung. – REUTERS
Der Geheimdienst BND soll 1999 bis 2006 fast 2000 Anschlüsse und Mailadressen von Firmen, Behörden und Privaten in Österreich überwacht haben.

Die Presse.com

„Spionage bei Wiener Freunden“ titelte die „Presse“ Anfang 2017, nachdem durch Berichte deutscher Medien (wieder einmal) ruchbar geworden war, dass der deutsche Bundesnachrichtendienst BND jahrelang Ministerien, Behörden, Politiker und Firmen befreundeter Staaten ausspioniert hatte – neben Israels Premier Benjamin Netanjahu und Frankreichs Außenministerium auch solche in Österreich, „bis hinunter zum Landwirtschaftsministerium“, wie die „Süddeutsche“ schrieb.

Auch das Innenministerium und „mittelständische Unternehmen in Österreich“ seien von den Deutschen belauscht worden. Zumindest bis 2013, wie es einmal hieß, ja sogar noch bis 2015, wie der damalige BND-Chef schon in eben diesem Jahr zugegeben hatte. Aber seit wann genau, das konnte man so nicht sagen.

weiterlesen

Auf Hawaii regnet es gerade grüne Edelsteine

Quelle: twitter.com/GEOetc2
Seit über fünf Wochen wütet der Vulkan Kilauea auf Hawaii. Nun zeigt sich jedoch ein besonders schöner Nebeneffekt der Naturgewalt: Grüne Edelsteine fallen wie Regentropfen auf die Erde. Was es damit auf sich hat.

Von Julia Haase | DIE WELT

Lava fließt aus mehreren Spalten, die Ströme ziehen vom Südosten der Insel bis in den Pazifik. Teilweise erreichen die Lavafontänen eine Höhe von bis zu 40 Metern. Hawaiis größte Insel Big Island ergibt sich seit Wochen den Mächten des Vulkans Kielauea.

Nun berichten Bewohner der Insel, dass um die Ausbruchstellen, in Steinen und in der vulkanischen Asche hellgrüne Mineralbrocken zu finden sind. Teilweise würden sie einfach vom Himmel fallen.

weiterlesen

Es wird immer enger für den spanischen Richter Llarena

Der Oberste Gerichtshof in Madrid, wo Ermittlungsrichter Pablo Llarena wirkt. Bild: VDF/CC BY-SA-3.0
Das katalanische Parlament hat Anzeige gegen den Ermittlungsrichter wegen rechtswidriger Inhaftierung und Rechtsbeugung erstattet, Merkel soll ein Blutbad beim Unabhängigkeitsreferendum gestoppt haben

Ralf Streck | TELEPOLIS

Die Schlinge um den Hals des umstrittenen spanischen Ermittlungsrichter Pablo Llarena zieht sich weiter zu, der katalanische Politiker verfolgt. Llarena hat im Auftrag der Vorgängerregierung die absurden Anklagen wegen einer angeblichen Rebellion (gemeint ist eine gewaltsame öffentliche Erhebung) formuliert. Er ist aber schon an Belgien und Deutschland gescheitert).

Während Puigdemont in Deutschland und vier ehemalige Regierungsmitglieder in Belgien und Schottland auf freiem Fuß sind, hält Llarena weiter neun katalanische Politiker in Untersuchungshaft. Auch deshalb hat das katalanische Parlament nun Anzeige gegen den Richter erstattet. Für das Parlament hat die Aufgabe Parlamentspräsident Roger Torrent übernommen. Angezeigt wurden auch drei Richter der Berufungskammer des Obersten Gerichtshofs, die Llarenas mehr als zweifelhaften Entscheidungen stets abnicken.

Ausgeführt wird auch, dass die Grundrechte der inhaftierten Parlamentsmitglieder und der Exilierten missachtet werden. Und der Ansicht ist auch das UN-Menschenrechtskomitee, das von Spanien und Llarena gefordert hatte, die Rechte des Parlamentariers Sànchez zu garantieren, auch als Präsidentschaftskandidat gewählt werden zu können. Llarena hat mit fadenscheinigen Begründungen seine Amtseinführung verhindert. Den Kandidaten Jordi Turull ließ er sogar noch vor dem zweiten Wahlgang verhaften, damit er nicht zum katalanischen Präsident gewählt werden konnte, weil das der Regierung unter Mariano Rajoy missfiel.

Deshalb, so die Anzeige, machten sich Llarena und die drei Richter der Berufungskammer auch der illegalen Inhaftierung schuldig. Dazu komme Rechtsbeugung, wie sie herausragende Verfassungsrechtler dem Richter immer wieder vorgeworfen hatten, und die Behinderung des Parlaments. In der Anzeige, die am Freitag bei der zweiten Kammer des Obersten Gerichtshofs eingegangen ist, wird festgestellt, dass die andauernde Untersuchungshaft der Politiker selbst eine Straftat sei, da gegen ihre Grundrechte verstoßen werde. Erinnert wird zudem daran, dass sie Immunität genießen und nach ihrer Wahl am 21. Dezember hätten freigelassen werden müssen.

weiterlesen

Die koloniale Vergangenheit sichtbar machen

Den Kolonialherren an den Kragen. Kunstaktion ums Bismarck-Denkmal im Berliner Tiergarten.Foto: Antonio Pedro Mendes, Jorinde Sply
Berlin postkolonial: Performances, Rundgänge und Straßenumbenennungen bringen im öffentlichen Raum versteckte Geschichte ans Licht.

Von Anna Thewalt | DER TAGESSPIEGEL

Otto von Bismarcks Kopf, wenn auch aus Lehm, rollt über den Boden. Er wird getreten, sein Gesicht mit Dreck beschmutzt. Von oben auf ihn herab guckt sein gigantisches Spiegelbild, samt massigem Körper, eine Riesenskulptur. „Ich habe Afrika aufgeteilt und erobert“, verkündet eine große Sprechblase, die an einem Stecken befestigt ist. Mit dieser Performance rund um das 1901 eingeweihte Bismarck-Nationaldenkmal sorgte der portugiesische Künstler Márcio Carvalho kürzlich im Tiergarten für Verwunderung. Am Sonntag, 17. Juni, schreitet er an selber Stelle, unweit vom Großen Stern, erneut zur Tat.

Damit mischt er sich ein in den Streit um die europäische Kolonialvergangenheit und postkoloniale Erinnerungskultur. Während Kunsthistoriker, Wissenschaftler und Politiker diese brisanten Themen in Museen und Universitäten diskutieren, verhandeln Künstler wie Carvalho sie längst an einem anderen Ort: im öffentlichen Raum. Die Debatte um koloniale Raubkunst, Provenienzforschung und postkoloniale Ausstellungskonzepte wird derzeit nicht nur in Deutschland heftig geführt.

weiterlesen

RDF Talk – Joachim Kahl: Klassischer Atheismus, neuer Atheismus

Richard-Dawkins-Foundation

Der Referent, ein prominenter Vertreter des klassischen Atheismus, den er auch gerne als weltlichen Humanismus vorstellt, skizziert die beiden Säulen des Atheismus und greift auf ausgewählte Zitate aus Richard Dawkins´ Bestseller „Der Gotteswahn“ zurück. Das Verdienst des „Neuen Atheismus“ besteht vor allem darin, durch seine steilen Thesen das Interesse an radikaler Religionskritik geweckt zu haben, so dass auch deren stillere, weil differenziertere Spielarten mehr Aufmerksamkeit zuteilwird. Ein Abend der Denkanstöße.

Über den Autor:

http://www.kahl-marburg.privat.t-online.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Kahl

Kalifornien ist sich sicher: Kaffee verursacht doch keinen Krebs

Wer kalifornischen Kaffee trinkt, wird dort künftig nicht mehr vor Krebs gewarnt (Symbolbild). (Foto: AP)
  • Die kalifornische Gesundheitsbehörde will ein Warnsiegel für Kaffeeprodukte kippen.
  • Ein Richter hatte zuvor Starbucks und Co. verpflichtet, auf die Krebsgefahr durch Kaffee hinzuweisen.
  • Die Wirkung des Stoffs Acrylamid, der beim Röstprozess entsteht, ist jedoch umstritten.

Von Johannes Kuhn | Süddeutsche Zeitung

Seit einigen Tagen ist in kalifornischen Supermärkten eine Kaffeepad-Marke erhältlich, die den Namen „Death Wish Coffee“ trägt. Doch der „Todeswunsch-Kaffee“ mit dem Totenkopf-Logo, dessen Name sich aus seiner angeblichen Stärke ableitet, ist spät dran: Im März hatte ein kalifornischer Richter entschieden, dass Kaffeetrinken grundsätzlich eine Art Todeswunsch darstellt.

Er gab der bereits acht Jahre laufenden Klage einer gemeinnützigen Gesundheitsorganisation statt, Hunderte Kaffeeröster und Coffeeshop-Betreiber von Starbucks über McDonald’s bis zu Oma-Cafés zu Krebshinweisen auf ihren Kaffeeprodukten zu verpflichten. Einige Coffeeshops hatten die Warnungen bereits länger prophylaktisch in ihren Läden platziert.

weiterlesen

Deutsche Wahlkampfunterstützung für Erdogan in Erlangen?

Der derzeit inhaftierte Präsidentschaftskandidat der Partei, die nun auch im Aktionsradius deutscher Behörden steht. Selahattin Demirtas, bei einer HDP-Fraktionssitzung (2016). Foto: Yıldız Yazıcıoğlu / gemeinfrei
Nürnberg ist offensichtlich mutiger. Wenn Stadtverwaltungen in Deutschland die Solidarität für die HDP in der Türkei verbieten … Ein Kommentar

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Nicht nur in Berlin leistet die deutsche Politik indirekte Wahlkampfunterstützung für Erdogan durch obskure Verordnungen. In Erlangen wurden jetzt Pro-HDP-Initiativen der Links-Partei von städtischer Seite verhindert. Sieben Tage vor dem Ende der Stimmabgabe für türkische Staatsbürger im Ausland, einer Zeit, in der die Menschen aus der Türkei emotional massiv unter Druck stehen, gießen städtische Behörden noch Öl ins Feuer. Was ist geschehen?

Die Erlanger Linke hatte mit HDP-Plakaten zu einer Sondersprechstunde für türkische Wählerinnen und Wähler eingeladen. Es häuften sich nämlich Berichte, wonach oppositionelle Bürger und Bürgerinnen aus der Türkei Angst haben, wählen zu gehen, da nach ihren Aussagen das Wahllokal im Konsulat von AKP-Anhängern kontrolliert werde.

Das ist nicht von der Hand zu weisen. Im Moment sind die Wahlen in der Türkei neben der Fußball-WM das Hauptthema in der türkischen und kurdischen Community. Es ist auffällig, dass sich die Erdogan-Anhänger ihres Sieges sehr sicher sind und dies überall in Deutschland lautstark kundtun. Diejenigen, die eher in der Opposition sind, schweigen, weil sie auch in Deutschland um ihre Sicherheit fürchten.

Sie wissen, dass Erdogans Arm ist lang ist, sei es in den Moscheen des Dachverbandes Ditib, sei es durch die türkischen Konsulatslehrer an den Schulen, die dort die Kinder ausspitzeln oder indoktrinieren, sei es in den Nachbarschaften, wo man sonst politische Differenzen „irgendwie“ aushalten konnte.

Die von einem SPD-Oberbürgermeister angeführte Stadtverwaltung von Erlangen verlangte nun in einem Bescheid der Telepolis vorliegt, binnen zwei Tagen die Plakate der Linkspartei zu überkleben und drohte bei Nicht-Einhaltung, die eigenständige Räumung der Ständer mit den inkriminierten Plakaten zur Sondersprechstunde anzuordnen. Die Kosten von über 300 Euro hätte die Linke Erlangen tragen müssen.

Die Stadtverwaltung behauptet, HDP-Plakate mit einem Aufkleber für die Sondersprechstunde hätten nichts mit einer Sprechstunde zu tun, sondern es werde Wahlwerbung für eine türkische Partei betrieben.

weiterlesen

Russia Wants to Blast Space Junk with Laser Cannon

Ground-based lasers developed by the USSR decades ago — conceptually illustrated here by artist Edward L. Cooper — were capable of interfering with some U.S. satellites. Credit: U.S. Department of Defense
Russian. Space. Lasers. That’s right, Russian scientists are developing cosmic guns capable of blasting some of the half-million bits of space junk orbiting our planet into oblivion.

By Mindy Weisberger | SPACE.com

Precision Instrument Systems — a research and development arm within the Russian space agency, Roscosmos — recently submitted a proposal to the Russian Academy of Sciences (RAS) for transforming a 3-meter (10 feet) optical telescope into a laser cannon, the RT network reported.

Scientists at Russia’s Altay Optical-Laser Center will build this debris-monitoring telescope. Then, to turn it into a debris-vaporizing blaster, the researchers plan to add an optical detection system with an onboard „solid-state laser,“ according to the Sputnik news agency. [How Do Laser Weapons Work? (Infographic)]

After that, it’s sizzle time. The cannon will train laser beams on pieces of orbiting detritus in low Earth orbit, heating up the bits of floating junk until they are entirely demolished, according to RT.

Human-made space junk consists of discarded or broken parts of spacecraft, launch vehicles and other objects sent into space, and it comes in many sizes. Approximately half a million bits whizzing around the planet are the size of a marble or bigger, and about 20,000 of those are at least the size of a softball, NASA reported in 2013. These bits travel at speeds of up to 17,500 mph (28,164 km/h), and at such speeds, even a relatively small particle of debris could seriously damage a spacecraft or satellite.

read more

Friedhöfe der Zukunft brauchen Internet und GPS

Kostenloses WLAN auf dem Friedhof und Begegnungscafès: Weil auf Friedhöfen immer weniger Menschen beerdigt werden, müssten sich die Betreiber Experten zufolge auf Digitalisierung einlassen und den Besuchern Kommunikationsmöglichkeiten sowie Kultur bieten.

evangelisch.de

Reiner Sörries, Experte für Sepulkralkultur, forderte am Freitag in Nürnberg beim „Friedhofskulturkongress“, der Friedhof der Zukunft sollte etwa eine Gräbersuche per GPS anbieten oder Drohnen einsetzen, um entfernt wohnenden Verwandte einen Blick auf das Grab der Großeltern zu ermöglichen. Ein QR-Code auf dem Grabstein oder Videoübertragungen von Beerdigungen seien keine Zukunftsmusik mehr.

Viele Menschen entschieden sich heute aus Kostengründen nicht mehr für ein Grab auf dem Friedhof, betonte Sörries.

weiterlesen

Australien berät Aufhebung des Beichtgeheimnisses bei Missbrauch

Falls Priester im Rahmen einer Beichte von Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs erfahren, wären sie gesetzlich verpflichtet, dies den Behörden zu melden und damit das Beichtgeheimnis zu brechen.

kath.net

Christian Porter, der Justizminister der australischen Bundesregierung, hat sich in einem Interview mit dem Fernsehsender ABC dafür ausgesprochen, Priester zur Anzeige von Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu verpflichten, selbst wenn sie davon im Rahmen der Beichte erfahren haben. Dies berichtet die Zeitung The Sydney Morning Herald.

Der Justizminister argumentierte, dass der Schutz der Opfer von sexuellem Missbrauch Vorrang haben müsse, insbesondere wenn es sich um Kinder handle. Die Versammlung der Justizminister, bestehend aus Porter und den Justizministern der australischen Bundesstaaten und Territorien, berate derzeit über eine Harmonisierung der betreffenden Gesetze, sagte Porter.

weiterlesen

Papst kritisiert Ausbeutung und Missachtung von Frauen – „Sünde gegen den Schöpfergott“

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Mit drastischen Worten hat sich Papst Franziskus gegen Ausbeutung und Missachtung von Frauen gewandt. Überall würden Frauen zu Objekten der Wegwerfgesellschaft degradiert, sagte der Heilige Vater in der Morgenmesse im Vatikan.

DOMRADIO.DE

Frauen zu verachten sei eine „Sünde gegen den Schöpfergott“, unterstrich Papst Franziskus laut dem Nachrichtenportal „Vatican News“ in der Morgenmesse am Freitag im Vatikan. Leider sei dieses Phänomen in der heutigen „Wegwerfkultur“ überall zu finden, auch vor unserer Haustür, klagte der Papst. Es genüge schon, nachts durch die Städte zu gehen. Dort werde man vielen Frauen begegnen – Migranten oder auch nicht – die gezwungen seien, ihren Körper zu verkaufen.

„Objekt der Begierde, des Gebrauchs“

„Möge uns dieser Evangeliums-Text helfen, über den Menschenhandel nachzudenken, dessen Opfer so oft Frauen sind“, so der Papst und bat um das Gebet für die „weggeworfenen, die gebrauchten Frauen, die Mädchen, die ihre Würde verkaufen müssen für einen Arbeitsplatz“.

weiterlesen

Dreiste Selbstbedienung im Parlament

Der Bundestag hat die Aufstockung der Parteienfinanzierung gebilligt. Ab 2019 tritt sie in Kraft. Kritik kommt von der Opposition. Grüne und Linke wollen eine Klage prüfen. Quelle: WELT
Den Parteien schwinden die Wähler und damit die Gelder. Statt sich dem anzupassen, erhöhen CDU, CSU und SPD die Obergrenze von 165 Millionen Euro auf 190 Millionen Parteigelder pro Jahr. Das ist frech und politisch dumm.

Von Ansgar Graw | DIE WELT

Sprechen wir über die von Union und SPD gegen den Widerstand der Opposition im Bundestag durchgeboxte großzügige Erhöhung der Parteienfinanzierung durch den Steuerzahler. Vorab aber sei in Zeiten, in denen CDU und CSU heftig streiten und der SPD mancherorts kein zweistelliges Wahlergebnis sicher ist, ein Loblied auf die Volksparteien gesungen.

Moderne Demokratien sind ohne sie kaum denkbar. Das spricht nicht gegen die demokratische Legitimität zusätzlicher Klientel- oder Protestparteien, die bestimmte Wählergruppen und Probleme in den Fokus nehmen.

weiterlesen

Ein Jahr liberale Moschee: Gründerin Ates weiter bedroht

Ein Jahr nach Gründung der liberalen Ibn-Rushd-Goethe Moschee in Berlin wird Gründerin Seyran Ates weiter bedroht.

FOCUS ONLINE

„Der Druck ist nicht weniger geworden, ich bekomme sogar noch mehr Drohungen“, sagt Ates (55) vor Journalisten. Nachdem sie Mitte Juni 2017 zusammen mit anderen liberalen Muslimen die Gemeinde in einem Nebengebäude der evangelischen St.-Johannis-Kirche im Stadtteil Moabit gegründet hat, stellt ihr die Berliner Polizei Personenschützer zur Seite. In Hassmails wird ihr gedroht, auf der Straße wird sie angepöbelt. Rund 35 Aktive hat Ates für ihr Projekt gewonnen, etwa 700 Besucher kommen jeden Monat in die Moschee. „Wir können uns vor Anfragen kaum retten.“ Schulen gehörten auch dazu, es seien schon Klassen mit muslimischen und jüdischen Jugendlichen da gewesen.

weiterlesen