Symposium über Schönheit und Wahrheit – Zu schön, um nicht wahr zu sein?

Raffaels Fresko „Schule von Athen“, in dessen Zentrum die Philosophen Platon und Aristoteles stehen (imago/Imagebroker)
Das Gute, Schöne, Wahre: Wie passen diese Begriffe zusammen, wie verhalten sie sich zueinander? Platon stellte als erster diese Fragen, die heute noch Generationen von Philosophen beschäftigen. Das Einstein Forum in Potsdam hat nun ein Symposium zum Thema: „Schönheit und Wahrheit“ veranstaltet

Von Cornelius Wüllenkemper | Deutschlandfunk

Auch das Potsdamer Symposium wagte sich, wie Platon sagte, auf die „hohe See des Schönen“. Gibt es reine Schönheit? Und wenn ja, wo finden wir sie? Der Experimentalphysiker Thomas Naumann vom Europäischen Zentrum für Kernforschung etwa widersprach der idealistischen Idee einer zweckfreien Schönheit.

„Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Wissenschaftler sich von Kriterien von Schönheit haben leiten lassen, versucht haben möglichst einfache, ästhetische und harmonische Formeln zu finden, und das hat auch häufig geklappt. Wenn ich mich auf die Wissenschaft beschränke ist es so, dass Schönheit auch heißt Funktionalität. Die Formeln müssen funktionieren, sie müssen passen auf die Wirklichkeit.“

weiterlesen

Advertisements

Wie politisch muss Kirche sein?

Bild: rbb/Ulrike Bieritz
Die Diskussion um die Politik in der Kirche ist fast so alt wie die Kirche selbst. Und aktuell sehr präsent: Denn einerseits laufen der Kirche die Mitglieder weg, andererseits kommt der Kirche in Zeiten der Flüchtlingskrise eine große integrative Bedeutung zu. Der evangelische Christ Klaus-Rüdiger Mai hat eine Streitschrift mit dem Titel „Geht der Kirche der Glauben aus?“ geschrieben. Seine Thesen findet der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche, Johann-Hinrich Claussen, „hochagressiv“. Ulrike Bieritz ist mit beiden im Streitgespräch.

inforadiorbb

Claus-Rüdiger Mai ist nicht zufrieden mit der gegenwärtigen Lage der Kirche in Deutschland. Zumindest nicht so zufrieden, wie er es sich wünschen würde. Er sieht, wie um ihn herum viele Menschen aus der Kirche austreten. „Freunde und Bekannte haben die Kirche verlassen, weil sie das Gefühl haben, dass sie sich zu stark ideologisiert und politisiert“, beschreibt er Ulrike Bieritz seinen Unmut. Seiner Meinung nach befindet sich die Kirche in einer Krise, weil sie sich zu sehr einmischt, vor allem parteipolitisch würde er mehr Zurückhaltung befürworten.

Ganz konkret falle Mai das auf, wenn er die einzelnen Milieus in der Kirche betrachte. Es habe sich ein rot-grünes Milieu entwickelt, dem viele Äußerungen entspringen. Zwar findet er eine starke Linke in der Kirche auch wichtig, befürchtet jedoch, dass dieser Zweig in der Kirche die Konservativen verdrängt: „Es hat was zu tun glaube ich mit den Illusionen, in denen man aufgewachsen ist. Dann vertritt man diese Meinung und hat die Kirche an dem Punkt auch gespalten, wo es Menschen gibt die anderer Meinung sind. Die werden dann scheel angeguckt.“

weiterlesen

Flechten: Das geheimnisvolle Aussterben der unverwüstlichen Organismen

Flechten an einem Baum an der Ostseeküste nahe Nienhagen Quelle: pa/Patrick Pleul
Sie existieren seit mehr als 600 Millionen Jahren, sind eine Symbiose aus Pilz und Alge und könnten sogar einen Monat im Weltall überleben: Nur die Luftverschmutzung auf der Erde setzt den Flechten zu.

Von Annett Stein | DIE WELT

Die meisten Menschen nehmen sie überhaupt erst wahr, wenn sie als bunte Flecken auf der Terrasse oder am Obstbaum im Garten wachsen: Flechten, die unscheinbaren Lebewesen. Wenn es feucht genug ist und genügend Licht vorhanden ist, überwuchern sie die meisten Oberflächen, sagt Imke Schmitt von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt.

Vom natürlichen Zustand aber ist das Umfeld der Flechten vielerorts weit entfernt. In den 60er- und 70er-Jahren ließ der enorme Schwefeldioxidausstoß die Flechten absterben. Das Problem wurde später durch Entschwefelungsanlagen gelöst, für die Flechten begann eine Erholungsphase. Heute wachsen sie wieder vermehrt auf Dächern und Terrassen. „Wo man vor 50, 60 Jahren in Frankfurt mit viel Glück zwei Arten fand, sind es inzwischen 100 bis 150“, sagt Schmitt. Gute Nachrichten also?

weiterlesen

 

„Mobile Churches“ unter Ceaușescu: Kirche auf Schienen

Unter Ceausescu wurden sieben Kirchen in Bukarest wurden versetzt und hinter Häuserblocks versteckt. (Foto: Anton Roland Laub)
Eine Stadt ohne Kirchen: so stellte sich Rumäniens Diktator Ceaușescu sein Bukarest vor. Doch sieben überlebten – weil sie auf Schienen in Hinterhöfe verfrachtet wurden. An diese „Mobile Churches“ erinnert jetzt eine Ausstellung in Berlin.

Von Elmar Krämer | Deutschlandfunk Kultur

„Wir stehen vor der Ausstellung ‚Mobile Churches‘, die auf ein historisches Phänomen im Rumänien der Achtzigerjahre deutet“, sagt Claudiu Florian, der Direktor des Rumänischen Kulturinstituts in Berlin. „Und zwar die Verlegung etlicher Kirchen in Bukarest, in der Hauptstadt Rumäniens, im Prozess der Systematisierung der Hauptstadt, die in diesem Prozess auf Schienen verlegt wurden, um in das neue architektonische Bild der Stadt eingefügt zu werden. Es sind deren sieben in der heutigen Ausstellung zu sehen. Andere 17 hatten dieses Glück nicht und wurden in den Jahren abgerissen.“

Und teilen damit das Schicksal der Versöhnungskirche in Berlin, die 1985 vom DDR-Regime gesprengt wurde. In deren Nachfolgebau, der Kapelle der Versöhnung, sind nun sieben eindrucksvolle und bedrückende Fotografien zu sehen. Sie zeugen davon, wie im Bukarest der 80er-Jahre die Kirche und die Kirchen mit enormem Aufwand aus dem kommunistischen Stadtbild getilgt werden sollten.

weiterlesen

Das geistige Leben der Bienen

Bild: dpa
Bienen sind besonders kluge Insekten. Der Verhaltensforscher Lars Chittka legt dafür eindrucksvolle Belege vor. Sollte man deshalb von einem Bewusstsein der Bienen sprechen?

Von Wolfgang Krischke | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Gehirn der Biene ist nach dem menschlichen das vollkommenste in der gesamten Natur, fand der belgische Schriftsteller Maurice Maeterlinck. Sein „Leben der Bienen“ gehört zu den wenigen Werken des einst gefeierten Literaturnobelpreisträgers, die noch nicht gänzlich in Vergessenheit geraten sind. Zu den Kennern dieses 1901 erschienenen Buchs gehört der Verhaltensforscher Lars Chittka, der zurzeit Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin ist. Er und sein Team haben im Freiland und im Labor der Londoner Queen-Mary-Universität staunenswerte Beobachtungen und Experimente mit Honigbienen und Hummeln gemacht. In ihrem Licht erscheint Maeterlincks Bewunderung für den „Intellekt“ der Bienen weniger abwegig, als sie auf den ersten Blick wirken mag.

Dass Bienen ein hervorragendes Orientierungsvermögen haben und Meister der Staatenbildung sind, ist lange bekannt. Aber die zugrundeliegenden Verhaltensweisen galten bislang als rein instinktiv.

weiterlesen

Beschneidung erst ab 18 Jahren: Juden und Moslems schockiert

Dänemark ist ein zunehmend säkulares Land. 48 Prozent der Bevölkerung sind nicht gläubig. ©pixabay
Dänemarks Parlament muss über ein Verbot von Beschneidungen Unmündiger abstimmen. Das Kindsrecht komme vor der Religion.

Tobias Tscherrig | infosperber.ch

In einer Petition fordern Teile der Bevölkerung von Dänemark die Einführung eines Verbots von Beschneidungen bei Minderjährigen. Es ist ein Antrag, auf den die Parlamentsabgeordneten lieber verzichten würden. Bei der Thematik prallen fundamentale Rechtsauffassungen aufeinander: Es geht um ein weitgehend tabuisiertes Menschenrecht gegen Religion.

So wirft die Idee, das Beschneiden von Minderjährigen zu verbieten, unbequeme Fragen in Bezug auf die Menschenrechte und auf die Religionsfreiheit auf.

Kinderrecht versus religiöses Erziehungsrecht

Ein Beispiel für die tabuisierten Kinderrechte liefert die «UN-Konvention über die Rechte des Kindes». Hier ist klar vermerkt, dass die Vertragsstaaten jedem Kind, das sich in ihrer Hoheitsgewalt befindet, seine Rechte zukommen lassen muss. Und das unabhängig von der Religion und unabhängig vom Status der Eltern oder des Vormundes.

weiterlesen

USA: Stellvertreter-Kampf der Milliardäre

Sie gehören zu den großzügigsten Spendern: Sheldon Adelson (l.) und Charles Koch (r.) sind überzeugte Konservative, während Tom Steyer (M.) die Amtsenthebung von Donald Trump fordert. (Foto: AFP/Imago/Imago)
  • Vor der US-Kongresswahl im November werden Amerikas Superreiche als konkurrierende Großspender aktiv.
  • Der Einfluss über undurchsichtige Wahlvereine ist für Konservative und Liberale nur eine von vielen Varianten, die eigene Ideologie politisch durchzusetzen.
  • Auch Spenden für gemeinnützige Projekte können politische Wege abkürzen und Tatsachen schaffen – etwa im Bildungsbereich.

Von Johannes Kuhn | Süddeutsche Zeitung

Bis zu 400 Millionen US-Dollar. Diese Summe will der konservative Großindustrielle Charles Koch bis November in den politischen Betrieb einspeisen, um zur anstehenden Kongresswahl die konservative Botschaft unters Volk zu bringen.

Diese Botschaft lautet: Die umstrittenen Steuersenkungen der Republikaner sind eine gute Sache, aber nur der Anfang. Nun brauchen die USA weitere Deregulierung und müssen staatliche Dienstleistungen privatisieren. Dies, gemischt mit Diffamierung von Demokraten als Sozialisten und sonstigen Kulturkampf-Zutaten, soll die republikanische Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat retten. Dies würde auch die Zeichen für die Wiederwahl eines konservativen Kandidaten 2020 setzen.

weiterlesen

Warum wir negativen Bewertungen glauben, das aber nicht sollten

foto: reuters/segar Negative Bewertungen haben einen enormen Einfluss auf Verkaufszahlen.
Schlechte Kundenrezensionen auf Amazon, Tripadvisor und Konsorten hinterlassen einen besonders starken Eindruck bei Usern

derStandard.at

Negative Onlinebewertungen können für Restaurants, Hotels und andere Dienstleister verheerende Konsequenzen haben. Auch der Verkauf von Produkten auf Amazon leidet unter der Vergabe von zwei oder gar nur einem Sternchen. Kein Wunder: Studien aus den USA zeigen, dass mehr als 80 Prozent der Nutzer online Bewertungen lesen, bevor sie ein Produkt erwerben. Zwei Drittel davon sind der Ansicht, dass diese Rezensionen „generell akkurat“ sind.

Nur 1,5 Prozent der Kunden bewertet

Doch da dürften sie sich täuschen. Das liegt an mehreren Gründen. Etwa an der Personengruppe, die Onlinerezensionen verfasst. Dabei handelt es sich um rund 1,5 Prozent aller Käufer. Diese sind eher jung, verheiratet, haben ein geringes Einkommen und mehr Kinder als der durchschnittliche Onlinekäufer. Außerdem haben sie oft einen besonderen Grund, warum sie eine Bewertung verfassen: Sie sind etwa erbost, weil ein Produkt schnell kaputtging oder besonders euphorisch, weil es ihnen so gut gefällt.

weiterlesen

Jamaika: „Die Hunde fraßen die Köpfe der Verschütteten“

Der Untergang von Port Royal 1692 in der Rückschau Quelle: picture-alliance / Mary Evans Pi
Der Hafen Port Royal auf Jamaika war ein Eldorado für Piraten, Glücksritter und Prostituierte. Bis im Juni 1692 ein Erdbeben die Stadt zerstörte, als „göttliche Strafe“ für Sodom und Gomorra.

Von Florian Stark | DIE WELT

Obwohl in Port Royal auf Jamaika Ende des 17. Jahrhunderts kaum 10.000 Menschen lebten, galt die Hafenstadt als einer der reichsten Orte des Britischen Kolonialreichs. Das lag zum einen am einträglichen Zuckeranbau, zum anderen an der Nähe zu den Routen der spanischen Silberflotten, die englische Kaperfahrer geradezu magisch anzogen. Entsprechend gemischt war die Bevölkerung der Stadt: Piraten, Geschäftemacher, Glücksritter, Prostituierte und entwurzelte Sklaven.

So lag es für viele Zeitgenossen auf der Hand, dass es sich bei der Katastrophe vom 17. Juni 1692 (gregorianischer Kalender) um „das schreckliche Urteil Gottes“ handelte. Gegen 11.43 Uhr erschütterte ein schweres Erdbeben die Insel. Rund 780 Häuser Port Royals wurden zerstört. Anschließend traf ein Tsunami die Küste und riss die auf sandigem Untergrund errichtete Stadt in die Tiefe. Zwischen 1500 und 3000 Menschen sollen sofort, 3000 in den Ruinen durch Seuchen, Hunger oder Überschwemmungen den Tod gefunden haben.

weiterlesen

Geschichte als (Fehl-)Konstruktion

Josef Mühlenbrock, Tobias Esch
Irrtümer & Fälschungen der Archäologie
Verlag: Nünnerich-Asmus, Mainz 2018
ISBN: 9783961760305 | Preis: 29,90 €

Ein Begleitband zur Ausstellung »Irrtümer und Fälschungen der Archäologie« stellt Irrwege der Geschichtsforschung vor.

Von Verena Leusch | Spektrum.de

Stellen Sie sich vor, Sie begegneten einer Gestalt mit Klobrille um den Hals, den Klodeckel am Hinterkopf befestigt und mit einer Klobürste in der rechten Hand. Sie wären wohl ziemlich irritiert. Kaum vorstellbar, aber: Wenn unsere fernen Nachfahren in 2000 Jahren die Überreste unserer Kultur analysieren, könnten sie tatsächlich annehmen, wir – oder wenigstens der elitäre Teil unserer Gesellschaft – seien so gekleidet einem würdevollen Priesteramt nachgegangen. Das hatte der Kunsthistoriker und Grafiker David Macaulay schon vor Jahren in seiner Graphic Novel »Motel der Mysterien« (2000) parodiert.

An dem jetzt erschienenen Band »Irrtümer & Fälschungen der Archäologie«, der die gleichnamige Ausstellung begleitet, hat Macaulay – neben zahlreichen anderen Autoren – ebenfalls mitgewirkt. Im ersten Kapitel beschreibt er ausführlich den Hintergrund seines damaligen Gedankenexperiments, mit dem er die Deutung archäologischer Funde grundlegend und amüsant in Frage stellte. So bringt er den Lesern die Relevanz des Themas sehr unterhaltsam nahe. »Irrtümer und Fälschungen der Archäologie« ist noch bis zum 9. September im Westfälischen Landesmuseum in Herne zu sehen und wird anschließend, vom 24. November 2018 bis 26. Mai 2019, im Roemer-Pelizaeus-Museum Hildesheim gezeigt.

weiterlesen

Erdogan hat ein Problem mit seinen Wählern

Bild: Magazin „The Economist“
Der türkische Präsident versucht im Wahlkampf mit dem Kampf gegen kurdische «Terroristen» zu trumpfen. Doch bei Teilen seiner Stammwählerschaft zieht das nicht.

Inga Rogg | Neue Zürcher Zeitung

Vor kurzem donnerten noch türkische Kampfjets über das Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien bei Antakya. Wenn die Bomben in der Region um das syrische Afrin einschlugen, zitterte auch diesseits der Grenze der Boden. Granaten, die nach offiziellen Angaben von kurdischen Kämpfern in Syrien abgefeuert wurden, forderten in der Türkei Dutzende von Toten und Verletzten.

Drei Monate nach dem Sieg der türkischen Armee und ihrer syrischen Hilfstruppen über die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Afrin ist rund um Antakya wieder Ruhe eingekehrt. Den einzigen Knall, den man in diesen Tagen hört, ist der abendliche Kanonenschuss, der das Ende des täglichen Fastens während des Ramadan einläutet. In der historischen Altstadt von Antakya füllen sich dann die Lokale, die mit ihren fein gewürzten Speisen eine der besten Küchen des Landes bieten.

weiterlesen

Wollen Flüchtlingsretter die Rückkehr nach Afrika verhindern?

Land in Sicht? Geflüchtete an Bord der MS Aquarius.Foto: AFP/Medecins Sans Frontieres
Die „Aquarius“ hätte auch Tunis ansteuern können, dort gibt es ein Migrationsberatungszentrum. Aber geht es vielleicht doch um Europa um jeden Preis? Ein Kommentar.

Von Barbara John | DER TAGESSPIEGEL

Wenn Sie diesen Zwischenruf lesen, werden die 629 Flüchtlinge, die vor wenigen Tagen vor der libyschen Küste von der MS Aquarius aus Schlauchbooten an Bord genommen wurden, hoffentlich bald oder hoffentlich schon in der spanischen Stadt Valencia in Sicherheit sein nach tagelanger Odyssee auf dem Mittelmeer.

Alles gut? Ganz und gar nicht, denn die Dramatik dieser Rettungsaktion zwingt erneut, uns mit einer Position auseinanderzusetzen, die in Deutschland hier und da vertreten wird, auch bei vielen Rettern, die im Mittelmeer nach Flüchtlingsbooten suchen. Wie auch immer die Haltung ist – die Rettung von schiffbrüchigen Flüchtlingen ist in jedem Fall unverzichtbar.

weiterlesen

Salvini bekräftigt neuen Anti-Migrations-Kurs Italiens

Karte: Furfur. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Bearbeitung: TP
Drei Tage vor dem geplanten Besuch des neuen italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte bei der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Berlin hat der italienische Innenminister Matteo Salvini auf Facebook den neuen Kurs seiner Regierung in der Migrationspolitik bekräftigt und klar gestellt, dass man nicht nur einem, sondern allen Schiffen „stellvertretender Schlepper“ das Anlanden in italienischen Häfen verweigern wird.

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Bereits vorher hatte er in diesem Zusammenhang verlautbart, Italien habe „aufgehört, seinen Kopf zu senken und zu gehorchen“. Auch Ministerpräsident Conte hatte bei der Vorstellung seines Regierungsprogramms angekündigt, man werde „dem Geschäft der Einwanderung, das unter dem Deckmantel einer vorgetäuschten Solidarität über das Maß angewachsen ist, ein Ende setzen“, weil „das Volk gesprochen und einen Wandel verlangt“ habe.

Diesen Wandel will Salvini auch mit Hilfe von Verbündeten in anderen EU-Ländern einleiten: Er glaube, so der Innenminister kurz nach seinem Amtsantritt, dass mit dem im Juli beginnenden EU-Vorsitz Österreichs „alles einfacher wird“: „Die Österreicher“, so Salvini, „nehmen das Thema Sicherheit, Schutz und Einwanderung auf konkrete und pragmatische Weise in Angriff – bei diesen Themen gibt es mit ihnen totalen Einklang.“

weiterlesen

And the winner is: Donald Trump

Donald Trump am „Flag Day“ (14. Juni) , an dem er die „große amerikanische Flagge“ feierte. BIld: Weißes Haus
Aktuell wird kaum beachtet, dass es Trump gelingt, eine neue Weltordnung zu etablieren, die sich auf bilaterale Abkommen konzentriert. Donald Trump schätzt schnelle Deals mit Diktatoren, weil er selbst entsprechende autoritäre Ambitionen hat

Frank Jödicke | TELEPOLIS

„Die Ausländer wollen uns ficken und es ist unsere Aufgabe sie zuerst zu ficken.“ Diese wohlformulierte Maxime stammt ausnahmsweise einmal nicht von Trump und seinem Umfeld, sondern vom Finanzminister Richard Nixons, John Connally Jr.

So viel übrigens zur neuen Vulgarität unter Trump. Die ist überhaupt nicht neu, denn Leute in solchen Positionen reden einfach zuweilen so. Teils weil sie es können, denn wer sollte es ihnen verbieten? (Ein Aspekt der von jenen bürgerlichen Kommentatoren die so gerne auf Anstandsregeln pochen, übersehen wird.) Teils weil es ihrer Natur entspricht.

Der schweizerische Psychoanalytiker Arno Gruen hat diese besonderen Defizite einer Herrschaftselite sorgsam diagnostiziert. Deprimierend ist seine Erkenntnis, dass jene, die ihre Verletzungen nicht in eigenes Dominanzstreben verwandeln können, dieses auf die sie Regierenden übertragen. Von letzteren also Dominanz erwarten und diese durch Zustimmung an der Wahlurne belohnen. Kurzum, ob Nixon oder Trump, pathologisches Dominanzstreben, Menschenverachtung, die sich bereits in der Wortwahl zeigt und skrupellose Rücksichtslosigkeit sind keine Karrierehindernisse. Auch hier erweist sich Trump nicht als neuartiges Phänomen.

Wer diesem Primat der Dominanz verhaftet ist, versucht eine Weltordnung zu errichten, die im Kern faschistoid ist und die überall den Kampf aller gegen alle sieht. Innerhalb einer solchen Weltsicht ist der entscheidende Spieler der jeweils stärkste. Laut Donald Trumps „Analyse“ sind dies immer noch die USA und da könnte er durchaus Recht haben. Folglich soll eine Ordnung errichtet werden, die einzig aus bilateralen Abkommen mit den USA bestehen.

weiterlesen

This Flying Space Droid Wants to Make Friends with Astronauts

CIMON will put its best face forward as a „flying brain“ aboard the International Space Station. Credit: Airbus 2018
The world’s first flying, autonomous, artificially intelligent (AI) astronaut assistant will soon get to work in space.

By Chelsea Gohd | SPACE.com

Meet CIMON, the first AI-based assistance system for astronauts. CIMON was created by Airbus, in cooperation with IBM, to provide mission and flight assistance aboard the International Space Station. The 11-lb. (5 kilograms) round robot looks like a medicine ball and has an unforgettable face.

CIMON has been trained to interact with European Space Agency astronaut Alexander Gerst with photos and voice samples from Gerst. The bot is launching this June with other scientific equipment aboard the Dragon spacecraft on SpaceX’s 15th resupply mission. Gerst will test CIMON aboard the space station until October 2018. Described by Airbus and others as a „flying brain,“ CIMON will be the first of its kind in space and will hopefully become „a genuine ‚colleague‘ on board,“ a statement from Airbus said. [Real-Life ‚Replicants‘: 6 Humanoid Robots Used for Space Exploration]

Airbus hopes that CIMON’s computer voice and screen face, which Gerst gave input on, will help the AI to „make friends“ with the astronauts on board the space station, company representatives said in the statement. To help it do so, CIMON will use IBM’s Watson AI technology and „will be able to listen, understand and speak to the user,“ Till Eisenberg, CIMON project lead at Airbus, said in an email to Space.com.

read more

Österreich: Evangelische Kirche pocht auf Menschenrechte

Die Bundesregierung solle ihre Verpflichtungen aus der Genfer Flüchtlingskonvention heraus ernst nehmen, heißt es in einer Resolution der Generalsynode.

Die Presse.com

Die Evangelischen Kirchen in Österreich haben den Staat in einer Resolution an seine „Pflicht und Verantwortung, das Menschenrecht auf Asyl zu wahren“, erinnert. Verabschiedet wurde diese laut einer Aussendung von der Generalsynode am Freitagabend. „Die österreichische Bundesregierung soll die Verpflichtungen, die ihr aus der Genfer Flüchtlingskonvention erwachsen, ernst nehmen“, heißt es darin.

Respekt vor Arbeit von Helfern gefordert

Schutzsuchende gastlich aufzunehmen gehöre zum Grundauftrag der christlichen Gemeinde. Daher werden, so die Generalsynode, die Evangelischen Kirchen und ihre Gemeinden weiterhin einen „aktiven und positiven Beitrag“ zu Unterstützung Asylsuchender leisten.

weiterlesen

Experten-Gutachten: Staatliche Cyberangriffe verfassungswidrig

Bild: tagesschau.de
Bei Cyberangriffen wollen die Nachrichtendienste Gegenwehr leisten. Doch ein „Hackback“ sind technisch schwierig und juristisch heikel. Einem Gutachten zufolge müsste das Grundgesetz geändert werden.

Von Michael Götschenberg | tagesschau.de

Der Schaden sei gering gewesen hieß es, als Ende Februar bekannt wurde, dass das IT-Netz der Bundesregierung angegriffen worden war. Die Hacker waren über die Hochschule des Bundes in das Netzwerk eingedrungen und hatten sich bis zum Auswärtigen Amt vorgearbeitet. Dort seien jedoch nur wenige Dokumente abgeflossen.

Ganz anders war dies beim Cyberangriff auf den Deutschen Bundestag, der im Mai 2015 entdeckt wurde. Seinerzeit waren große Mengen Daten abgeflossen.

Hans Georg Maaßen, Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz, ist deshalb überzeugt, Deutschland müsse seine IT-Netze nicht nur schützen, sondern auch in der Lage sein, im Cyberraum anzugreifen.

weiterlesen

Bis zu halbe Million Rentner in verdeckter Armut

Bis zu einer halben Million Rentner leben laut einem Bericht der „Welt am Sonntag“ in verdeckter Armut. Sie bezögen keine Sozialhilfe vom Staat, obwohl sie unterhalb der Armutsgrenze von 750 Euro pro Monat lebten, meldete die Zeitung unter Bezug auf Schätzungen der Verteilungsforscherin Irene Becker.

evangelisch.de

Dem Bericht zufolge trifft dies auf mindestens 184.000, aber bis zu 494.000 Personen zu. Dabei handele es sich vor allem um Erwerbsminderungsrentner, die womöglich aus Scham oder Unwissenheit keine Grundsicherung beantragten. Darüber hinaus bezögen mehr als eine Viertelmillion Menschen mit geringer Erwerbsminderungsrente Leitungen aus der Grundsicherung.

weiterlesen

„Hackbacks“: Bundeswehr-Hacker könnten jetzt zurückschlagen

(Bild: dpa, Oliver Berg/Archiv)
Bei Angriffen auf IT-Netze in Deutschland sind Hacker des „Zentrums Cyber-Operationen“ der Bundeswehr bereit zum Gegenschlag – wenn die Politik sie lässt.

Tilman Wittenhorst | heise online

Sollten feindliche Hacker Computernetze in Deutschland angreifen, wäre das Cyberkommando der Bundeswehr für einen Gegenschlag bereit: Laut einem internen Bericht des Verteidigungsressorts sind die Hacker des „Zentrums Cyber-Operationen“ mittlerweile dazu in der Lage, „aktiv im Cyber-Raum aufzuklären und zu wirken“. Das berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe.

Die derzeit etwa 100 Personen umfassende Einheit habe Gegenschläge im Netz – „Hackbacks“ genannt – bislang nur in Planspielen getestet. Die Fähigkeiten seien inzwischen zu einem „essenziellen Beitrag zur gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge“ ausgebaut worden, legt das Ministerium dar, und will die Hackertruppe auf 300 Mann vergrößern.

weiterlesen

Papst: Homosexuelle Paare sind keine Familien

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Die Familie als Ebenbild Gottes seien einzig Mann und Frau, in einer Partnerschaft müsse auch ein Seitensprung vergeben werden, und Abtreibungen seien ein schweres Verbrechen: Papst Franziskus sprach zu katholischen Familien.

katholisch.de

Nur Mann und Frau können nach Ansicht von Papst Franziskus eine Familie bilden. Die Menschen sprächen heutzutage von vielen Formen von Familien, sagte der Papst am Samstag der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge. Aber: Die Familie als Ebenbild Gottes seien einzig Mann und Frau, betonte Franziskus und schloss damit homosexuelle Paare aus der Definition aus.

Zudem lobte er Paare, in denen es sogar Vergebung nach einem Seitensprung gebe. Viele Frauen und Männer blickten weg und warteten, bis ihr Partner wieder treu werde, sagte der Papst bei einem Forum katholischer Familien in Rom. „Das ist Heiligkeit, die aus Liebe alles vergibt.“

weiterlesen