Flechten: Das geheimnisvolle Aussterben der unverwüstlichen Organismen


Flechten an einem Baum an der Ostseeküste nahe Nienhagen Quelle: pa/Patrick Pleul
Sie existieren seit mehr als 600 Millionen Jahren, sind eine Symbiose aus Pilz und Alge und könnten sogar einen Monat im Weltall überleben: Nur die Luftverschmutzung auf der Erde setzt den Flechten zu.

Von Annett Stein | DIE WELT

Die meisten Menschen nehmen sie überhaupt erst wahr, wenn sie als bunte Flecken auf der Terrasse oder am Obstbaum im Garten wachsen: Flechten, die unscheinbaren Lebewesen. Wenn es feucht genug ist und genügend Licht vorhanden ist, überwuchern sie die meisten Oberflächen, sagt Imke Schmitt von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt.

Vom natürlichen Zustand aber ist das Umfeld der Flechten vielerorts weit entfernt. In den 60er- und 70er-Jahren ließ der enorme Schwefeldioxidausstoß die Flechten absterben. Das Problem wurde später durch Entschwefelungsanlagen gelöst, für die Flechten begann eine Erholungsphase. Heute wachsen sie wieder vermehrt auf Dächern und Terrassen. „Wo man vor 50, 60 Jahren in Frankfurt mit viel Glück zwei Arten fand, sind es inzwischen 100 bis 150“, sagt Schmitt. Gute Nachrichten also?

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