„Mobile Churches“ unter Ceaușescu: Kirche auf Schienen


Unter Ceausescu wurden sieben Kirchen in Bukarest wurden versetzt und hinter Häuserblocks versteckt. (Foto: Anton Roland Laub)
Eine Stadt ohne Kirchen: so stellte sich Rumäniens Diktator Ceaușescu sein Bukarest vor. Doch sieben überlebten – weil sie auf Schienen in Hinterhöfe verfrachtet wurden. An diese „Mobile Churches“ erinnert jetzt eine Ausstellung in Berlin.

Von Elmar Krämer | Deutschlandfunk Kultur

„Wir stehen vor der Ausstellung ‚Mobile Churches‘, die auf ein historisches Phänomen im Rumänien der Achtzigerjahre deutet“, sagt Claudiu Florian, der Direktor des Rumänischen Kulturinstituts in Berlin. „Und zwar die Verlegung etlicher Kirchen in Bukarest, in der Hauptstadt Rumäniens, im Prozess der Systematisierung der Hauptstadt, die in diesem Prozess auf Schienen verlegt wurden, um in das neue architektonische Bild der Stadt eingefügt zu werden. Es sind deren sieben in der heutigen Ausstellung zu sehen. Andere 17 hatten dieses Glück nicht und wurden in den Jahren abgerissen.“

Und teilen damit das Schicksal der Versöhnungskirche in Berlin, die 1985 vom DDR-Regime gesprengt wurde. In deren Nachfolgebau, der Kapelle der Versöhnung, sind nun sieben eindrucksvolle und bedrückende Fotografien zu sehen. Sie zeugen davon, wie im Bukarest der 80er-Jahre die Kirche und die Kirchen mit enormem Aufwand aus dem kommunistischen Stadtbild getilgt werden sollten.

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